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Jagdgesetz

Neues Jagdgesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten

16.09.2014 | 15:01 Uhr
Neues Jagdgesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten
Jäger dürfen künftig nicht mehr auf streunende Katzen schießen.Foto: Lutz von Staegmann/ WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Das NRW-Kabinett hat den ersten Entwurf eines neuen Jagdgesetzes beschlossen. Wesentliche Änderungen: Jäger dürfen künftig keine streunenden Katzen mehr schießen, die Jagd mit Tötungsfallen wird verboten und die Dachsjagd mit Hunden ebenso. Naturschützer loben den Entwurf.

Für Jäger in Nordrhein-Westfalen sollen künftig deutlich strengere Umwelt- und Tierschutzauflagen gelten. Dies sieht die umstrittene Reform des Landesjagdgesetzes vor, die am Dienstag vom rot-grünen Kabinett als erster Entwurf beschlossen wurde.

So soll es künftig keine Erlaubnis mehr zum Abschuss von streunenden Katzen geben. Bislang besaßen die Jäger bei Katzen, die sich mindestens 200 Meter vom nächsten bewohnten Haus aufhalten, ein Tötungsrecht. Nach Angaben des Landesjagdverbandes wurden bislang jährlich rund 10.000 Katzen geschossen, um das Wildern und Aufscheuchen von Jungtieren zu verhindern.

Naturschützer begrüßen Gesetzesreform

Die Naturschutzorganisation BUND begrüßte das geplante Verbot, da Haus- und Wildkatzen äußerlich nicht zu unterscheiden seien. Zudem stellten Katzen – anders als von der Jägerschaft behauptet – gar keine Gefahr für wilde Arten dar, wie aktuelle Bestandszahlen zeigten.

So seien die Bestände von bodenbrütenden Vogelarten wie Rotkehlchen oder Zilpzalp gerade in Siedlungsbereichen seit Jahrzehnten konstant hoch. Die Interessenvertretung der Jäger hatte dagegen auf das Tötungsrecht als letztes Mittel gepocht. Niemand könne übersehen, dass die Natur ein Katzenproblem habe, hieß es bei den einflussreichen Verbänden.

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Die Zahl der jagbaren Arten zwischen Rhein und Weser soll dadurch eingeschränkt werden, dass alle Tiere der roten Liste demnächst Tabu sind. Auf der anderen Seite soll es zum Schutz von Wäldern leichter werden, Jagdzeiten für stark wachsende Tierpopulationen auszuweiten. Die Intensität der Bejagung soll dem ökologischen Zustand des jeweiligen Waldes angepasst und alle drei Jahre überprüft werden.

Jagd mit Tötungsfallen wird verboten

Verboten werden soll ebenfalls die Jagd mit Hunden auf Füchse und Dachse. Zu viele Tiere hätten sich dabei im Bau verbissen, was als Tierquälerei nicht länger zu dulden sei, hieß es am Dienstag in Koalitionskreisen. Auch die Jagd mit Tötungsfallen soll es in NRW nicht länger geben. Die Ausbildung von Jagdhunden wird eingeschränkt: Sie darf nicht mehr an flugunfähig gemachten Enten erfolgen.

Seit Monaten tobt ein ideologisch aufgeladener Streit um die Reform. Die rund 80.000 Jäger in NRW sehen sich in ihrer Rolle als Natur- und Wildschützer missachtet und als „bleiwütige Blaublüter“ unter Generalverdacht gestellt. Der BUND stellt dagegen sogar den bisherigen „Jagdzwang“ in bestimmten Waldgebieten und Regionen, dem sich alle Eigentümer in der Regel beugen müssen, als „Relikt der 1930er Jahre“ in Frage.

Die Jagdrechtsnovelle, die eigentlich die nur bis zum Jahresende befristete aktuelle Rechtslage ablösen sollte, muss bis Mitte 2015 in Kraft treten. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat mehr als zwei Jahre lang an seinem Reformentwurf arbeiten lassen.

Tobias Blasius

Kommentare
23.09.2014
12:26
Neues Jagdgesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten
von Ratzbaer | #44

Leider ist es auch hier wie in der Realität: Wer Katzenliebhaber und ihre stolzen Freigänger kritisiert, wird auf das Übelste angefeindet.

1.) Ich...
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3 Antworten
Neues Jagdgesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten
von Catman55 | #44-1

Was sind sie denn für ein Tierfreund? In welchem Tierheim arbeiten sie denn? Da würde ich zu gerne mal anrufen...

Ein Tierheim nimmt noch lange nicht jede Katze auf, da ja auch der Platz beschränkt ist. Aber deshalb die Tiere ab zu schießen ist ja wohl auch keine Lösung. Kastrationspflicht und Aufklärung ist notwendig, damit Katzenhalter wissen worum es geht. ZB werden bei der Kastration des Katers lediglich die Hoden entfernt. Er wird ruhiger streift aber immer noch die Nachbarschaft ab. Eigentlich ist ein wenig Stress von ihm genommen. bei der Katze sieht es ähnlich aus.

Neues Jagdgesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten
von altesmeschedermaedchen | #44-2

Lieber Ratzbaer, auch ich würde gern wissen, in welchem Tierheim Sie ehrenamtlich arbeiten. Katzen sind keine reinen Haustiere und sollten - nicht nur nach meinem Dafürhalten - Freigang haben. Sie sehen einer wildlebenden Katze nicht an, dass sie verwildert ist und stellen Sie sich das kleine Mädchen vor, dass abends auf seine geliebte Katze wartet, welche Sie erschossen haben. Wer einen Arsch in der Hose hat, der zeigt auch den an, der seine Katzen "entsorgt". Zwischenzeitlich gibt es hier ein rechtskräftiges Urteil eines Berliner Tierschutzvereins. Sie haben recht, dass es zu viele Katzen gibt, aber das gibt Ihnen nicht mehr das Recht, sie abzuschießen. Hier müssen andere Vorgaben her, die Sie nicht zu bestimmen haben. Wer Fallen stellt und auf perfide Weise Wildtiere tötet, sollte sich nicht Tierschützer nennen dürfen.

Neues Jagdgesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten
von RMSchweigetal | #44-3

Lieber Ratzbaer, man kann kaum glauben, dass Sie in einem Tierheim tätig sind. Sie befürworten den Haustierabschuss und damit den mehrfachen Verstoß gegen unser Grundgesetz? Ich bin fassungslos....

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2014-09-16 15:01
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