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Extremismus

Landtag NRW will sich mit den "Grauen Wölfen" befassen

02.12.2011 | 17:05 Uhr
Landtag NRW will sich mit den "Grauen Wölfen" befassen
Anhänger der rechtsextremen türkischen Vereinigung „Graue Wölfe“ bei einer Demonstration in Essen. (Foto: Tietz/WAZ FotoPool)

Düsseldorf/Essen.Als erstes Landesparlament bundesweit widmet sich der Landtag NRW der Gefahr durch türkische Rechtsextremisten. Initiator der Debatte ist der Düsseldorfer CDU-Landtagsabgeordnete Olaf Lehne. Er fordert im Gespräch mit der WR eine intensive Auseinandersetzung mit der Gefahr türkischer Rechtsextremisten. Laut Verfassungsschutz sind die Grauen Wölfe gefährlich.

Wer sind die Grauen Wölfe?

Als Graue Wölfe bezeichnen sich die Mitglieder der rechtsextremen türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung („Milliyetçi Hareket Partisi“, MHP), die 1961 von Alparslan Türkes gegründet wurde. Sie bezeichnen sich selbst als „Idealisten“. In Deutschland treten die Grauen Wölfe als „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland“ auf. Ihr Erkennungszeichen ist der Wolfsgruß.

Gibt es viele Graue Wölfe in Deutschland?
 

Bundesweit werden die Mitglieder der Grauen Wölfe auf 7000 geschätzt. In NRW sind es immerhin 2000. Zudem verfügt die Organisation über einen großen Sympathisantenkreis. Hier lauere eine nicht zu unterschätzende Gefahr, sagt Lehne.

Warum warnt Lehne vor der Organisation?

„Wir geben uns alle Mühe, junge Menschen mit ausländischen Wurzeln in unser Land zu integrieren. Auf diese jungen Menschen haben die Rechtsextremen sicher keinen integrationsförderlichen Einfluss.“ Gerade sie wüssten oft nicht, welches Weltbild die „Idealisten“ vertreten. „Es ist sicherlich nicht im Interesse unseres Landes, sich Feinde anzuzüchten“, so Lehne.

Ist die Warnung begründet?

Der Verfassungsschutz, der der Organisation in seinem Bericht ein eigenes Kapitel widmet, schreibt: Die Grauen Wölfe stünden „vor allem gegen Kurden, Amerikaner, Juden und Armenier, aber auch gegen Angehörige gesellschaftlicher Minderheiten wie Homosexuelle“. Im Internet werde zudem „in volksverhetzender Weise zu Körperverletzung, Mord und sogar Lynchjustiz aufgerufen“, sagt Lehne. Gerade in Zeiten, wo die Gefahr von rechtsradikalen Neonazis im Fokus der Öffentlichkeit stehe, sei es fahrlässig, die Gefahr, die von türkischen Rechtsextremisten ausgeht, zu unterschätzen.

Wo kann man Unterstützer der Wölfe finden?

Sympathisanten sind in fast allen demokratischen Volksparteien zu finden. Vertreter oder Unterstützer der Grauen Wölfe gibt es in den Reihen von CDU, SPD und Grünen. „Bei den Linken lassen sich bestimmt auch welche finden“, so Lehne zur WR.


Wie reagiert das Land?

Auf die schleichende Unterwanderung ist die Landespolitik mehrfach hingewiesen worden, bislang allerdings ohne Echo. Im Gegenteil: Lehne wirft auch der nordrhein-westfälischen SPD-Integrationsstaatssekretärin Zülfiye Kakin, die zuvor Geschäftsführerin der Duisburger Moscheebegegnungsstätte war, vor, „die Unkultur des Wegschauens und Verschweigens“ auf die Spitze zu treiben.

Warum?

Unter anderem habe Kaykin einem Mitglied des parteipolitischen Wölfe-Flügels MHP, dem Bürgermeister der türkischen Stadt Bartin, zur Städtepartnerschaft mit der Stadt Lünen gratuliert. Und schon oft sei Kaykin im „herzlichen Gespräch“ mit Grauen Wölfen gefilmt worden. „Das alles ist schon sehr bedenklich“, so Lehne.

Treten die Grauen Wölfe in der Öffentlichkeit in Erscheinung?

Dass die „Grauen Wölfe“ nicht kleingeredet werden dürfen, zeigt die Tatsache, dass sich erst am 19. November 2011 in der Essener Gruga-Halle noch 6500 Menschen zu einem Fest der Organisation zusammenfinden konnten.

Wie kommt der CDU-Politiker dazu, sich mit den Grauen Wölfen zu beschäftigen?

Sein Anstoß zur Diskussion über die türkischen Rechtsextremisten sei keine Kritik an einer Migrantengruppe, betont Lehne. Im Gegenteil: Die Grauen Wölfe seien vielmehr „eine Gefahr für das tolerante Klima im Land“.

Sollte die Organisation verboten werden?

Auf ein Verbot der Organisation will Lehne ausdrücklich nicht drängen. „Ich will Aufklärung“, sagt er. Was am Ende dabei rauskomme, sei Sache der Landesregierung.

"Graue Wölfe" in Essen

Marc-André Podgornik

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Kommentare
04.12.2011
16:07
Landtag NRW will sich mit den
von internetraupe | #6

Schade das wir in Deutschland keinen Heimatschutz haben wie die USA!

Guantanamoe würde auch prima in die Wälder des schönen Sauerlandes passen!!!

Wo kommen wir da hin? In der Türkei darf ich nicht mal meinen Glauben vertreten geschweige für ihn sprechen.Da würde ich die Türken kennenlernen.Ich befürworte das aber auch.Jedoch sollten sich dann die Türken auch aus unseren Deutschen geschehen raushalten und ihre Sitten und Gebräuche und ihre Unzufriedenheit für sich behalten.Ansonsten gibt es noch den Düsseldorfer Flughafen...Ticketschalter....One Way Turkei....

MEINE MEINUNG !! DIE DARF ICH NOCH HABEN WENN MIR SCHON RECHTE GENOMMEN WERDEN!!

03.12.2011
15:36
Landtag NRW will sich mit den
von Bernd1959 | #5

Wo die Regierung ein Verbot der NPD vorbereitet wäre es auch rechtens die Grauen Wölfe zu verbieten. Wir haben mit unserem Rechtsextremismus genug zu tun und brauchen uns diesen nicht auch noch importieren.

03.12.2011
08:58
Guten Morgen CDU NRW
von Duisburg2011 | #4

Als die CDU das Land noch regiert hat, gab
es anscheinend keine türkischen Idealisten im Lande.
Nun regiert die SPD, sie hat eine türk. Staatssekretärin.
Seit dem wird der Staatssekretärin eine nähe zu Grauen Wölfe
vorgeworfen.
Den Job der Staatssekretärin hatte in der CDU regierten Zeit
Herr Minister Laschet und sein Beauftragter Herr Kufen wahrgenommen.
Haben diese Herren Graue Wölfe Veranstaltungen besucht und
mit denen zusammen gearbeitet, wie es heute noch vielfach in CDU geführten
Gemeinden ist. Es gibt CDU Ratsherrn die aus den Reihen der Grauen Wölfe sind.
Die CDU kooperiert mit den Wölfen in vielen integrationräten im Lande.

Alles noch aus Zeiten wo das Land CDU geführt war.

Mich würde es interessieren, warum Herr Lehne zu dieser Zeit nicht
Den Finger erhoben hat. Oder erst vor der eigenen Tür kehrt. Eine
Reinigung in den eigenen Reihen vollzieht und dann auf andere zeigt.

Das sieht momentan so aus als ob die NPD sich über Nazis in den
anderen Parteien aufregt.

Solange die etablierten Parteien keine Politik der Vernunft an den
Tag legen, öffnen wir den extremen links wie rechts sämtliche Tore.

03.12.2011
07:17
Landtag NRW will sich mit den
von West1010 | #3

Wieso kommt so eine Initiative nicht von IM Jäger?! Unterscheidet er zwischen deutschen und türkischen Nazis oder hat er Angst das er von einigen der tausend Moscheegemeinden nicht mehr zum Zuckerfest eingeladen werden könnte?!

02.12.2011
21:28
Landtag NRW will sich mit den
von dummmberger | #2

@justuser | #1

Verallgemeinerungen sind leider an der Tagesordnung. Deshalb ist der Hinweis, dass man "keine Kritik an einer Migrantengruppe" üben möchte, nicht unnötig.

Auch Sie verallgemeinern ja. "Unsere ausländischen Mitbürger sind ja nicht doof!" Das stimmt so pauschal genausowenig wie irgendwelche Gen-Theorien von Sarrazin. Natürlich gibt es unter den "ausländischen Mitbürger" auch Doofe, genau wie unter den Deutschen.

02.12.2011
19:47
Landtag NRW will sich mit den
von justuser | #1

"Sein Anstoß zur Diskussion über die türkischen Rechtsextremisten sei keine Kritik an einer Migrantengruppe, betont Lehne. Im Gegenteil: Die Grauen Wölfe seien vielmehr „eine Gefahr für das tolerante Klima im Land“."

Eyeyey, das muss natürlich immer erwähnt werden! Ich kanns nicht mehr hören...

Unsere ausländischen Mitbürger sind ja nicht doof! Und wenn sie es trotzdem in den falschen Hals kriegen, dann liegt das daran, dass sie es so wollen...

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
von xray | #1-1

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