Landkreis tauscht Heimleiter von Asylheim in Clausnitz aus

Ein Mehrfamilienhaus in Clausnitz, ein Ortsteil von Rechenberg-Bienenmühle (Sachsen), in dem Flüchtlinge untergebracht sind.
Ein Mehrfamilienhaus in Clausnitz, ein Ortsteil von Rechenberg-Bienenmühle (Sachsen), in dem Flüchtlinge untergebracht sind.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Leiter der Asylunterkunft in Clausnitz, Thomas Hetze, wird ausgetauscht. Er soll eine andere Aufgabe in dem Unternehmen bekommen.

Rechenberg..  Die Asylunterkunft im sächsischen Clausnitz bekommt einen neuen Leiter. Der bisherige und wegen seiner AfD-Mitgliedschaft umstrittene Heimleiter soll „eine andere Aufgabe“ innerhalb des Unternehmens bekommen, das für den Betrieb der Flüchtlingsunterkunft zuständig ist, erklärte der Landrat von Mittelsachsen, Matthias Damm (CDU), am Montag in Freiberg. Darauf habe er sich mit der Betreiberfirma geeinigt. Noch ist den Angaben zufolge nicht abschließend geklärt, wer die Heimleitung künftig übernehmen soll. Die Betreuung der Flüchtlinge sei für den Übergang aber weiterhin gesichert, hieß es.

Landrat verteidigt Heimleiter

Trotz der Entscheidung stellte Damm sich am Montag erneut hinter den umstrittenen Heimleiter. Dieser könne eine nicht zu beanstandende Arbeit vorweisen, erklärte Damm. „Wir haben die Entscheidung zum Schutz seiner Person und durch die bundesweite Diskussion über ihn getroffen“, fügte er hinzu. Zugleich laufe aber auch im Landratsamt die Aufarbeitung der Vorkommnisse vom Donnerstagabend. So werde etwa die Vorgehensweise bei der Information der Bürger geprüft.

Im Clausnitz hatte am Donnerstag ein Mob mehr als zwei Stunden einen mit Flüchtlingen besetzten Bus blockiert, als die Asylbewerber in ihre Unterkunft gebracht werden sollten. Die aggressiven Pöbeleien der Fremdenfeinde hatten bundesweit Entsetzen hervorgerufen. Für Empörung sorgten auch Berichte, dass der Heimleiter der Unterkunft ein AfD-Mitglied ist. Am Sonntagabend war zudem durch MDR-Recherchen bekanntgeworden, dass dessen Bruder den Protest mitorganisiert hatte.

Vom Landrat verurteilt wurde die Art des Protestes vor der Unterkunft. „Eine ablehnende Minderheit vermittelt ein Menschenbild, welches unserer Region überhaupt nicht entspricht“, sagte der CDU-Politiker.

Bei der Polizeidirektion Chemnitz hat die Ermittlergruppe „Clausnitz“ am Montag mittlerweile ihre Arbeit aufgenommen. Elf Spezialisten der Kriminal- und Schutzpolizei sollen die Geschehnisse im Zusammenhang mit der Belegung einer Asylunterkunft am Donnerstagabend aufarbeiten, teilte die Polizeidirektion am Montag mit. Dabei sei eine enge Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft geplant. (dpa/epd)