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Kritik an Abi-Pflicht für Krankenschwestern

05.10.2012 | 20:35 Uhr
Kritik an Abi-Pflicht für Krankenschwestern

Meschede/Dortmund.   Die EU-Kommission will eine einheitliche Ausbildung für Krankenschwestern, Krankenpfleger und Hebammen umsetzen. Käme es dazu, dürften nur noch junge Menschen mit Abitur ausgebildet werden. Deutsche Kliniken fürchten einen Personal-Notstand.

Krankenhäuser fürchten eine drastische Verschärfung der Pflegesituation, wenn die von der EU-Kommission geforderte Änderung der Ausbildung von Krankenschwestern, -pflegern und Hebammen umgesetzt wird. Danach dürften nur noch junge Menschen mit Abitur ausgebildet werden. Derzeit hat rund die Hälfte der Pflegeschüler nur eine zehnjährige Schulausbildung – sie würden künftig von diesen Berufen ausgeschlossen.

Ab Montag geht das Thema im EU-Parlament in die Beratung. „Und dort wird es sehr kontrovers diskutiert“, berichteteder südwestfälische EU-Abgeordnete Dr. Peter Liese, der für die Christdemokraten Sprecher im zuständigen Ausschuss ist. Denn: In 24 der 27 EU-Länder ist die zwölfjährige Schulausbildung die Regel. Damit Berufsausbildungen vergleichbar werden, soll sich Deutschland dem vermeintlich höheren Standard an passen.

Gewerkschaft Verdi und Bundesärztekammer warnen vor Nachteilen

Doch: „Die Duale Ausbildung der Krankenpfleger in Deutschland ist von der Qualität mit der Ausbildung in anderen Ländern vergleichbar“, betont Liese, der selbst als Arzt im Krankenhaus arbeitete. Eine Anhebung der Zugangsvoraussetzungen hätte aus Sicht des EU-Parlamentariers erhebliche Nachteile: Viele geeignete junge Menschen könnten keine Ausbildung in einem Heilberuf machen – und den Krankenhäusern würde das Personal fehlen.

Krankenschwestern
Nicht der Königsweg

Mit der von der EU angestrebten Anhebung der Zugangsvoraussetzungen für Pflegeberufe wird das Kernprinzip der deutschen Berufsausbildung angegriffen:...

In einer breiten Koalition haben Krankenhausbetreiber, Gewerkschaft Verdi, Bundesärztekammer, private Anbieter sozialer Dienste sowie Verbände der Kranken- und Pflegekassen an die EU-Parlamentarier appelliert, es weiterhin bei einer zehnjährigen Schulausbildung als Voraussetzung für die Ausbildung zur Krankenpflegekraft oder Hebamme zu belassen.

Schon jetzt sei es schwierig, genügend Bewerber zu finden

„Schon jetzt ist es für viele Krankenhäuser schwierig, genügend geeignete Bewerber zu bekommen“, sagt Lothar Kratz, Sprecher der Krankenhausgesellschaft NRW. Der bestehende Fachkräftemangel würde „massiv verschärft“, heißt es in dem Schreiben an die EU-Parlamentarier. Die neuartige Ausbildung hätte auch negative Auswirkungen auf die Situation in der Altenpflege.

Dass die Anforderungen weiter steigen, ist unstrittig. Dem könne aber durch Weiterbildungen und Qualifizierungen besser begegnet werden, als durch ein Anheben der Zugangsvoraussetzungen, sagt Anja Rapos, Geschäftsführerin des Mescheder St.-Walburga-Krankenhauses.

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Kommentare
12.10.2012
10:47
Kritik an Abi-Pflicht für Krankenschwestern
von linchen87 | #33

Ich bin selbst Krankenschwester mit Abitur und denke ein Abitur zur Grundvorraussetzung zu machen ist keine Lösung.Allerdings denke ich, dass in der...
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