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Bildung

Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer

11.09.2012 | 18:36 Uhr
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Ist in Deutschland der Bildungsaufstieg tatsächlich schwer? Foto: ThinkStock

Berlin.   In Deutschland bleibt der Bildungsaufstieg offenbar schwierig. In Deutschland erreicht nur jeder Fünfte einen höheren Bildungsstand als seine Eltern, während 22 Prozent sogar einen niedrigeren Abschluss haben, heißt es in einem am Dienstag in Berlin veröffentlichten OECD-Bildungsbericht. Die Bundesregierung wies diesen Befund zurück. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Studie.

Es ist beinahe ein Ritual. Neben viel Lob gibt die OECD der Bundesrepublik jedes Jahr mit ihrem Bildungsbericht auch schlechte Noten – mal für zu wenige Akademiker, mal für zu geringe Investitionen in die Lehre. Die Bildungsexperten von Bund und Kultusministerkonferenz kontern dann erbost, dass alles halb so schlimm ist. Beim diesjährigen Report der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gehen die Ansichten himmelweit auseinander in der Frage, ob der Bildungsaufstieg hierzulande nicht mehr richtig gelingt.

Ist in Deutschland der Bildungsaufstieg tatsächlich schwer?

Das behauptet jedenfalls die OECD, die in ihrem Bericht bis zu 38 Länder unter die Lupe genommen hat. Demnach sind nur 20 Prozent der 25- bis 34-Jährigen höher gebildet als ihre Eltern, während 22 Prozent einen niedrigeren Abschluss haben. Nur die Slowakei und Estland schneiden noch schlechter ab. Im OECD-Vergleich hingegen haben 37 Prozent der jungen Arbeitnehmer eine bessere und 13 Prozent eine schlechtere Bildung. Ein weiterer Makel: In Deutschland sind nach OECD-Angaben nach wie vor Migrantenkinder beim Bildungsaufstieg benachteiligt.

Was spricht gegen die OECD-Sicht?

Zunächst einmal muss man bedenken, dass in Deutschland vergleichsweise viele ältere Menschen aus der Elterngeneration mittlere Abschlüsse haben. Vor diesem Hintergrund ist ein Aufstieg natürlich schwerer als in anderen Ländern. Weiter gibt es Berufe, die hierzulande über eine Ausbildung und in anderen Staaten über ein Studium erlernt werden. Dies ist nach Angaben von Bildungsstaatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen etwa beim Optiker so.

Schulabschluss 2012

Was heißt das konkret?

 Nach der Logik der OECD verharrt ein britischer Jugendlicher, der ein Kind von Akademikern ist und Optiker wird, auf demselben Bildungsniveau. In Deutschland würde ihn die OECD als Bildungsabsteiger werten. Daher hält die Regierung den Indikator Bildungsauf- und -abstieg auch für unausgereift und findet, dass die OECD den Wert des dualen Ausbildungssystems verkennt. Quennet-Thielen verweist daher auf den nationalen Bildungsbericht aus diesem Jahr. Demnach sind in Westdeutschland 40,4 Prozent aus der Kindgeneration Bildungsaufsteiger und in Ostdeutschland 42,2 Prozent.

  1. Seite 1: Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
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Kommentare
12.09.2012
20:11
Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von meinemeinungdazu | #15

Bei einer Ministerin mit sehr fraglichem Doktor ist das wohl keine Überraschung. Von Bildung wird nur gelabert, wenn sie Geld kostet, kommt das große Schweigen im Walde. Wofür unterhalten wir eigentlich dieses Ministerium??? Es wird nichts besser.

12.09.2012
13:54
Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von wohlzufrieden | #14

Meinen die unsere Regierung?

1 Antwort
...zu viele Bildungsverlierer
von knueppeljunge | #14-1

Gemeint ist der Fragende - also Sie.

12.09.2012
09:47
Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von wissenhilft | #13

Es ist nichts Neues, dass Deutschland mit seinem Schulsystem hinterherhinkt. Jeder, der sich im Bildungssystem ein wenig auskennt weiß auch warum das so ist: Bildung wird hierzulande innerhalb eines extrem verkrusteten, schwerfälligen und von ideologischem Blödsinn dominierten Systems "gemacht".
X verschiedene Schultypen, das Festhalten an Gymnasien, die frühe Aussortierung der späteren "Bildungsverlierer", die ständige und dumme Propaganda gegen die angeblich nicht funktionierende Inklusion, die Blindheit der Elternverbände diesbezüglich, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch der ständige Hinweis darauf, man könne Deutschland nicht mit anderen EU-Ländern vergleichen ist Blödsinn, auch hier geht eine Menge, wenn man nur will.
Man hat den Eindruck, es geht hier mehr um die Befindlichkeiten der politischen Akteure, die Kinder sind dabei nur Nebendarsteller, sie werden nicht gefragt. Inklusion z.B. funktioniert da, wo man sie lebt gut,schwer zu sehen durch die konservative Brille....

11.09.2012
22:46
Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von kitty73 | #12

Dann stellen wir doch besser gleich die Produktion ein oder verlagern die Produktion ins Ausland oder ändern die Produktpalette...... der deutsche Staat produziert...??? ;-)

Liest eigentlich mal jemand die Überschriften -

mal ganz davon abgesehen, dass die Statistikdaten der einzelnen Länder nicht vergleichbar sind - Äpfel mit Birnen vergleichen

11.09.2012
22:07
Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von bion | #11

Der Apfel fällt in der Regel nicht weit vom Stamm. Danke Studie, wie teuer warst du noch?

11.09.2012
21:49
Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von xxyz | #10

Und wieder eine Gruppe die benachteiligt ist:
- "Migrantenkinder beim Bildungsaufstieg benachteiligt"

Warum sollten Migrantenkinder benachteiligt sein?
Was sind Migrantenkinder?
Zählt noch die Generation der großen Gastarbeiterwellen dazu?
Hier ist eher von einem geringen Bildungsniveau der Eltern auszugehen, so dass die Aufstiegschancen leichter fallen sollten.

Eine andere Interpretation ist natürlich auch: Gut bezahlte Lehrer leisten zu wenig.

Eine Statistik, die jeder interpretieren kann, wie es ihm gefällt. Da sind schöne Schlagzeilen garantiert.

11.09.2012
21:30
Statistik mal wieder ...
von Partik | #9

Wie es im Bericht gesagt wird: wenn der Referenzwert niedrig liegt, kann man natürlich besser aufsteigen als in einem hochindustriealisierten Land wie Deutschland, wo der Bildungsstand schon seit Jahrzehnten sehr hoch ist.

Was soll also diese Statistik aussagen? Was haben manche Länder von ihren vielen gut ausgebildeten oder schulisch vorgebildeten jungen Generationen, wenn diese ihre Bildung nicht in ein hochwertiges Leben umsetzen können?

Und die angeblich bildungsbenachteiligten Migrantenkinder sind ja wohl eine Frechheit. Wer nicht will, der kann auch nicht werden. Die Voraussetzungen sind ja wohl in Deutschland ohne weiteres vorhanden, um eine höhere Bildung als die Elterngeneration zu haben. Dummerweise eben nicht der Wille zum schulischen Erfolg ...

11.09.2012
20:48
Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von dummmberger | #8

Wenn man sich vom Bildungsnotstand in Deutschland ein Bild machen möchte, muss man nur die Kommentare dazu lesen.

Zu kaum einem Thema werden dermaßen sinnfreie Kommentare abgelassen wie zum Thema Bildung.

2 Antworten
Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von orirar | #8-1

Bravo Herr Professor?

Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von Schustersrappen | #8-2

Das stimmt. Ihr Kommentar und Ihr Name stehen als bestes Beispiel allen voran.

11.09.2012
20:39
Deutschland produziert laut Studie zu viele Bildungsverlierer
von orirar | #7

Wenn der Sohn eines Professors ein Handwerk erlernt, die Meisterprüfung macht, sich selbstständig macht, Menschen in Brot und Arbeit bingt ist er ein Bildungsverlierer. kein Abitur und nicht Professor geworden.
Die OECD-Studie kann man in die Tonne hauen. Sie ist Futter für die Grünen, den Anhängern einer Zweiklassengsellschaft.

11.09.2012
20:31
Verlieren kann man nur das, was man auch hat
von Vorwaerts_Nimmer_Rueckwaerts_Immer | #6

Deshalb muss es nicht "Verlierer" sondern "Versager" heißen.

Hört sich aber nicht so gut an, weil man niemandem anders, z.B. der bösen Gesellschaft, die Schuld dafür geben kann.

Den Kindern fehlt es an Sekundartugenden und Frustrationstoleranz.

Die Eltern sind -pardon- unfähig, die Kinder richtig zu erziehen.

Der durchschnittliche IQ sinkt immer weiter ab, von vormals 105 auf 98.

Die Politiker profitieren davon: Leichte, manövrierfähige Masse.

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