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Universität Köln

Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent

24.02.2012 | 17:55 Uhr
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
Studenten im Hörsaal: Bei einer Prüfung an der Uni Köln fielen 94 Prozent durch eine Matheprüfung.Foto: Knut Vahlensiek

Köln.  Von 368 Studenten haben nur 21 eine Matheklausur an der Uni Köln bestanden. Das ist eine Durchfallquote von 94 Prozent. Viele Studenten klagen nun darüber, dass die Klausur zu schwer war. Auch die Lehrmethoden der Professorin kritisieren sie. Jetzt will die Universität die Lehre verbessern.

Die Studenten an der Universität Köln haben gebüffelt, aber gereicht hat es trotzdem nicht. Von den 368 Lehramtsstudenten, die an der Klausur "Einführung in die Mathematik" teilnahmen, erreichten nur 21 die erforderliche Punktzahl. Das ist eine Durchfallquote von rund 94 Prozent.

Die Klausur sei zu schwer gewesen und soll weit über die Grundlagen hinausgegangen sein, die ein Lehrer an einer Grund-, Haupt-, Real- oder Sonderschule braucht. Die meisten Studenten sollen Mathematik ohnehin nur im Nebenfach studieren. "Es war wirklich sehr viel Stoff, den wir lernen mussten", sagt Sarah S. (Name geändert). Die Studentin hat die Klausur mitgeschrieben, aber nicht bestanden.

Die Atmosphäre in der Vorlesung war schlecht

Aber nicht nur die Klausur selbst soll ein Problem gewesen sein. Eine Studentin soll der Dozentin eine E-Mail geschickt haben, in der sie die Probleme in der Vorlesung angesproch hätte. Statt auf die Kritik zu reagieren, hätte sie später den Text dem gesamten Hörsaal vorgelesen. Sie soll auch den Namen der Studentin genannt haben und führte sie öffentlich vor, weil sie auf Rechtschreibfehler in der E-Mail aufmerksam gemacht haben soll.

Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte die Dozentin, dass die Klausur nicht zu schwer gewesen sei, sondern die Studenten von der Schule einfach zu schlecht vorbereitet wurden. "Das ist bei weitem die schwächste Generation, die ich bisher hatte", erzählte sie der Kölner Zeitung. Die Wissenslücken bei den Studenten seien immens gewesen. Und das zeige eben auch die Klausur.

Sie selbst hätte weit mehr getan als nötig, um die Studenten auf die Klausur vorzubereiten. So soll sie zum Beispiel zusätzliche Tutorien angeboten haben. Dass es der Dozentin nicht an Engagement fehlte, weiß auch Sarah S. Das Problem sieht die Studentin eher in der Atmosphäre, die während der Vorlesung herrschte. "Sie hat uns suggeriert, dass wir zu blöd wären, um die Klausur zu bestehen", sagt Sarah S. Es sei wenig ermutigend gewesen, wenn Kommilitonen, die Fragen gestellt hätten, mit Sätzen wie "sie haben ein beschränktes Denken" abgespeist wurden.

Studenten organisierten sich über Facebook

Erklären kann sich die Universität diesen Ausreißer noch nicht. In der Regel bestünden zwei Drittel bis drei Viertel die Klausur. „Die Klausur hatte das Nievau der Vorjahre“, betont Pressesprecherin Merle Hettesheimer.

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) kommt zu einer anderen Einschätzung. "So etwas darf einfach nicht geschehen" kritisiert Jonas Thiele vom Asta-Vorstand die hohe Quote. Nach dem das Klausurergebnis bekannt wurde, haben sich die Studenten über Facebook organisiert und sich gemeinsam mit einem Brief an den Asta gewendet.

Die Lehre soll verbessert werden

"Die Studenten sind nicht schuld", konstatiert Luisa Schwab, Sprecherin des Asta. Die Zahlen sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache für sie. Vor allem gab es im Vorfeld der Klausur Übungen und sogar eine Probeklausur, bei der es nach Luisa Schwab keine Probleme gegeben haben soll. "Das ist komisch", sagt sie. Für die Asta-Sprecherin ist klar: "Die Lehre war nicht ausreichend, um die Klausur zu bestehen."

David Huth



Kommentare
18.07.2012
21:33
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
von zeroposchi | #81

In meiner Studienzeit schrieb ich auch mal eine Mathematik-Klausur mit einer Durchfallquote von 89%. Wie bei dieser Klausur regte sich Widerstand, welcher aber erfolglos blieb. Nachdem sich die Gemüter etwas abgekühlt hatten, wurde auch jedem klar, dass diese "lösbar" gewesen war und sch jeder an seine eigene Nase fassen musste.

Mathematik ist nun mal eines der schwierigsten Studienfächer für Lehramt, eventuell sogar das schwierigste. ich habe es geschafft. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass Rumheulen nichts nutzt, sondern nur harte Arbeit!

15.04.2012
05:17
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
von grandmastr | #80

Erklärung von der Uni Köln:
http://www.mathedidaktik.uni-koeln.de/fileadmin/matheseminarfiles/Erklaerung_Seminar_fuer_Mathematik_und_ihre_Didaktik.pdf

26.02.2012
22:20
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
von Poqwi | #79

ich (persöhnlich) hab nicht einmal die aufgabenstellung verstanden.....

aber das liegt sicherlich daran das ich lediglich mittlere reife habe und einem jahrgang entstamme in dem bis klasse 10 nicht einmal funktionen behandelt wurden....zumindestens habe ich das nicht bewusst wahrgenommen,es mag im mathe leistungskurs vorgekommen sein aber an dem wollte ich nicht 1 sekunde teilnehmen ...

dennoch bin ich der ansicht das es gradezu die PFLICHT eines lehrenden zu sein HAT auf fragen einzugehen und diese nicht mit "sie haben ein beschränktes denken abzutun

wenn dieser lehrkörper nicht willens oder in der lage ist zu lehren dann hat er aus seiner position entfernt zu werden....und zwar umgehend....

26.02.2012
17:42
@#76
von GreatGuido | #78

Ich habe noch nicht mal Abitur, und schon gar nicht in NRW. Das Wissen, welches dort bgefragt wurde, gehört nicht zum "Grundwissen" eines Abiturienten, aber wenn man Mathe bis zum Abitur hatte, kann man die letzten Aufgaben entweder sofort ansatzweise lösen oder man hat sich das nötige Wissen innerhalb von wenigen Wochen angeeignet.

Die ersten drei Aufgaben zur Zahlentheorie lassen sich auch nach wenigen Wochen lernen zügig lösen. Das gehört zwar eher selten zum Abiturwissen, ist aber so simpel, dass es man keine Genie sein muss, um die nötigen Algorithmen schnell zu beherrschen. Es werden noch nicht mal komplizierte Funktionen abgefragt und man rechnet fast nur mit natürlichen Zahlen, nichts Reelles, nichts Rationales, schon gar keine komplexen Zahlen. Die linearen diophantischen Gleichungen für 3 lassen sich sogar innerhalb von Stunden erlernen.

Die Dozentin ist eine Gastdozentin aus Bayern. Die muss sich wie eine Enwicklungshelferin vorkommen.

26.02.2012
17:24
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
von Elfentraum | #77

Danke für den Link zu den Klausuraufgaben. Einiges sagt mir auf Anhieb was, anderes nicht, da müsste ich mich wieder in die Materie einlesen. Ein ähnliche Aufgabe wie die Nr.3 hatte mein Sohn übrigens in der 8.Klasse zu rechnen.

Okay, ich bin schon ewig lange aus der Schule raus und ich hab auch nicht auf Lehramt studiert, aber auch ich hatte im Studium Pflicht-Nebenfächer von denen mir einige gar nicht gelegen haben und bei denen ich dann auch nicht so wirklich viel gelernt habe (weil das Thema sooo langweilig war) ... hab dann auch eine Klausur nicht bestanden und musste die wiederholen. Aber das lag halt an mir. Es ist eben in der Ausbildung so, dass es Dinge gibt, die einem liegen und leicht von der Hand gehen und andere Dinge findet man "doof" und da tut man sich eben schwer, bei denen muss man sich dann eben zum Lernen zwingen ...

26.02.2012
16:32
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
von Poqwi | #76

#75

wenn das abiturwissen sein soll dann haben sie offensichtlich direkt an der uni ihr abitur gemacht.....

das hat NICHTS mit grundwissen eines abituriennten zu tun.....

vielleicht mit dem wissen eines abiturienten der 50er,60er jahre....

aber damals hatte man ja auch mehr zeit nicht wahr....

man kann nicht 1. die bildungssysteme verkommen lassen,2.die abitur zeit verkürzen und sich dann 3. wundern und beschweren das das niveau sinkt......

26.02.2012
14:52
@dummmberger
von GreatGuido | #75

In der Klausur haben die Studenten aber ziemlich eindrucksvoll bewiesen, dass sie eben keine 8 bis 9 Jahre Vorsprung vor den Viertklässlern haben. Die Klausur war mit Abiturwissen und zwei Wochen zusätzlichem Aneignen der einfachsten Prinzipien der elementaren Zahlentheorie locker zu bestehen. Wenn man diese Aufgabenstellung schon für kompliziert hält, dann hat man genauso gut die Zeit in der Mittelstufe mit Namen tanzen oder Collagen basteln totschlagen.
Zusätzlich geht den meisten Lehrern, die ich kenne, auch noch die Allgemeinbildung völlig ab. Von "früher war alles besser" halt ich ebenso wenig, aber "wozu denken, ich kann doch googlen" bringt es bei manchen doch erschreckend genau auf den Punkt.

26.02.2012
00:29
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
von dummmberger | #74

Eine Frage:

Wird man dadurch ein besserer Grundschullehrer, dass man möglcihst komplizierte mathematische Aufgaben lösen kann?

Das kann doch nicht das Kriterium sein.

Selbstverständlich mus ein Lehrer wesentlich mehr wissen, als er den Schülern vermitteln soll.

Aber ein Abiturient hat schon 8 bis 9 Jahre Vorsprung selbst vor den Viertlässlern.
Dazu kommt dann noch das Studium.

Das dürfte doch selbst bei mathematisch nicht so begabten Studenten gar kein Problem sein.

Viel wichtiger ist doch, wie die Lehrer dann in der Lage sind, den Stoff zu vermitteln.
Wichtig ist auch eine möglichst umfassende Allgemeinbildung.
Aber doch nicht möglichst komplizierte mathematische Formeln.

4 Antworten
äh...
von Bockwurschtl | #74-1

war bei dir nicht der Name Programm?

war bei dir nicht der Name Programm?
von Tritt_Brettfahrer | #74-2

Bockwurschtl
Wenn der Name Programm sein sollte, dann schauen Sie mal doch bitte mal auf Ihren eigenen Nick.
Und wenn das Ihr einziges Argument ist, dann tun Sie mir Leid – nicht nur wegen Ihres Nicknamens

Generation Mittelmaß
von Tritt_Brettfahrer | #74-3

Dummberger
Ich hab mir hier schon einige Kommentare verkniffen – sie machen in diesem Forum einfach keinen Sinn. In einer Generation des Mittelmaßes kann man diejenigen nicht überzeugen, die Ihre Existenzberechtigung daraus herleiten, dass es eine Generation (Doof) nach ihnen gibt, die in ihren Augen noch einfacher gestrickt ist, als sie selbst. Und die bei jeder Gelegenheit auf denen rumhacken müssen, die sie doch selbst hervorgebracht haben. Dabei bringt die angebliche Generation Doof doch einiges auf die Beine:
http://www.youtube.com/watch?v=N57tABPCI4Q&feature=channel

Schon mal was von "Didaktik" gehört?
von miguwes | #74-4

Als ob man Wissen per Nürnberger Trichter auf die Schüler übertragen könnte!
Nur weil ein Abiturient eine Kurvendiskussion durcharbeiten kann, heißt das noch lange nicht, dass er auch das Verständnis für das hat, was er da tut und das dann auch noch jemandem erklären kann.

25.02.2012
21:44
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
von foxtrott1 | #73

Ähnlich sieht es Markus Bause. Der Mathematikprofessor an der Bundeswehruniversität in Hamburg klagt: "Die Defizite haben enorm zugenommen, weil in der Mittelstufe die falschen Akzente gesetzt werden. Am schwersten wiegen die Lücken aus der siebten und achten Klasse. Sie auszugleichen, ist sehr schwierig." Mit Einführung des verkürzten Gymnasiums befürchtet Bause eine weitere "dramatische Verschlechterung"
http://www.faz.net/-gyl-6xr0v

25.02.2012
18:20
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
von grubendol | #72

Wäre aber doch schön, wenn auch die Grundschullehrer verstanden hätten, dass Mathematik mehr ist als schriftlich zu dividieren und Einmaleinse auswendig zu lernen. Wäre schön, wenn auch die Grundschullehrer in der Lage wären, den Schülern zu vermitteln, dass Mathematik interessant ist. Ich spreche da aus eigener leidvoller Erfahrung. Ich hatte zwei grandiose Lehrer in der Oberstufe, die die Fehler meiner Grundschullehrer ausgebügelt haben. Aber eben leider erst ab der 11. Klasse.

1 Antwort
Studenten versagen bei Matheprüfung - Durchfallquote von 94 Prozent
von Bockwurschtl | #72-1

und ich hatte eine geniale Grundschullehrerin. Mathe war für mich in den ersten Gym-Klassen Wiederholung. Die Einstellung: "ohne Kenntnisse kann man auch Grundschullehrer werden", die hier bei manchem durchschimmert ist eine massive Entwertung der Grundschüler. Nach dem Motto: "Du brauchst nur das zu lernen, was ich Dir vorsetze. Was Dich interessiert und ob Du intelligent bist, ist mir egal."

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