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Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann

13.02.2012 | 11:32 Uhr
Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
Heute lernen viele Grundschüler das Schreiben nicht Buchstabe für Buchstabe aus der Fibel, sondern übers Gehör. Die Methode ist umstritten. Auch Eltern sind besorgt. Foto: Thinkstock

Essen.   Immer mehr Grundschüler in NRW lernen Schreiben nach Gehör. Doch viele Eltern klagen über Rechtschreib-Schwächen ihrer Kinder. Auch unter Experten ist der Ansatz umstritten. Vor allem für Migranten-Kinder gilt er als Risiko.

Valerie darf schreiben, was sie will. Wörter, Sätze, kleine Geschichten - alles kritzelt sie so hin, wie sie es hört und spricht. Ihre Texte wimmeln von Fehlern, doch die Lehrerin korrigiert sie nicht. Valerie geht in die zweite Klasse einer Wuppertaler Grundschule, aber Rechtschreib-Regeln hat sie bisher nicht gelernt.

Auch die Eltern sollen die Achtjährige nicht verbessern. Damit würden sie nur ihre Schreiblust hemmen, hat die Lehrerin gesagt. Doch Mutter Ute Gottschalk widersetzt sich neuerdings ihrer Anweisung. „Ich mache dieses Theater nicht mehr mit“, sagt sie. Denn das alles hat sie schon einmal erlebt – mit fatalen Folgen.

Böses Erwachen im Gymnasium

Bei Tochter Viviane hat sie es noch geschehen lassen, dass sie in den ersten Klassen zwar viel, aber falsch schrieb. Das böse Erwachen kam für Gottschalks ältere Tochter beim Sprung aufs Gymnasium. „Da wurden plötzlich Anforderungen an ihre Rechtschreibung gestellt, denen sie absolut nicht gewachsen war“, erinnert sich die Mutter. Ute Gottschalk musste nachmittags mit Viviane das nachholen, was man ihr in der Grundschule nicht beigebracht hatte: eine fehlerfreie Rechtschreibung.

Die Kinder von Ute Gottschalk haben nach einer Methode gelernt, die inzwischen an Grundschulen in NRW weit verbreitet ist: „Lesen durch Schreiben“ heißt sie, entwickelt vom Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen. Dahinter steht die Idee, dass Kinder schnell vollständige Sätze und Texte schreiben können und damit ihre Lust an der Sprache geweckt wird – ohne sie gleich durch Regeln im Keim zu ersticken. Seit Mitte der 90er setzt sich das Programm Stück für Stück an deutschen Schulen durch. Manchmal sind es auch nur einzelne Lehrer, die darauf schwören.

„Viele Eltern machen sich Sorgen“

Die Schüler lernen nicht mehr Buchstabe für Buchstabe aus der Fibel, sondern schreiben zunächst völlig frei nach Gehör. Dabei helfen soll ihnen die sogenannte Anlauttabelle. Ein Wort wird in Laute unterteilt, die Schüler suchen sich die ihnen passend erscheinenden Buchstaben aus der bebilderten Tabelle zusammen: A wie Ameise etwa, oder B wie Banane. Sie schreiben Sätze wie „Die Bollitzei isst da“, aber die Lehrerin lässt sie gewähren. Denn die korrekte Rechtschreibung gibt’s erst hinterher, zumeist ab der dritten Klasse.

Doch die Begeisterung der Lehrer kommt bei den Eltern nicht unbedingt an. „Viele sind völlig verwirrt“, sagt Birgit Völxen von der Landeselternschaft der Grundschulen in NRW. „Sie machen sich große Sorgen, dass die Kinder die Umstellung auf die richtige Rechtschreibung nicht schaffen.“ Eine Sorge, die von wissenschaftlichen Studien untermauert wird. „Mehrere Untersuchungen belegen, dass die Methode ‚Lesen durch Schreiben’ einen höheren Anteil von Schülern mit Rechtschreib-Schwächen produziert“, sagt Renate Valtin, Professorin für Grundschulpädagogik und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben.

Risiko für Migranten-Kinder

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Ein Risiko sei die Unterrichtsmethode vor allem für all jene Kinder, die über keine lautklare Aussprache verfügten, sagt Valtin. Kinder aus Migranten-Familien oder mit Dialekt-Einfärbung hätten daher große Schwierigkeiten mit dem „Schreiben nach Gehör“. Christa Röber, Professorin für Grundschulpädagogik an der Universität Freiburg, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Dieses Lern-Programm ist nur etwas für Kinder, die zu Hause zusätzlich gefördert werden. Alle anderen werden dadurch benachteiligt.“

„Kinder müssen ein soziales Umfeld haben, in dem richtig Deutsch gesprochen wird“, bestätigt auch Völxen. Das sei die Grundvoraussetzung dafür, dass „Lernen durch Schreiben“ funktioniert. Es sei daher wichtig, dass die Lehrer mit den Eltern über ihre Sorgen offen sprechen und bei Schwierigkeiten frühzeitig eingreifen würden. Einige Lehrer würden den Ansatz auch nicht in Reinform anwenden, sondern ihn mit anderen Methoden kombinieren.

Experten beklagen fehlende wissenschaftliche Grundlage

Auch der Philologenverband NRW ist skeptisch. So mancher Lehrer an weiterführenden Schulen würde die Grundschul-Kollegen verfluchen, sagt Peter Silbernagel. Es sei schwer, Rechtschreib-Fehler auszumerzen, wenn sie sich erst festgesetzt hätten. „Kindgerechte und kreative Lernmethoden sind gut und schön. Doch bei all dem dürfen wir die Qualitätsstandards nicht aus den Augen verlieren“, mahnt Silbernagel. Die Grundschulen würden immer wieder von Moden heimgesucht. „Die Lehrer müssen genau wissen, was sie tun. Hinterher fragt niemand nach der Lernmethode. Die Rechtschreibung muss im Job und an den Universitäten einfach sitzen.“

Pädagogik-Experten beklagen zudem, dass dem Konzept von Jürgen Reichen jegliche wissenschaftliche Grundlage fehle. „Diese Methode ignoriert alle Erkenntnisse über den Schriftspracherwerb“, sagt Valtin. „Für die Kinder sind Wörter noch identisch mit Gegenständen. Sie haben in dem Alter große Schwierigkeiten, sich auf einzelne Laute zu konzentrieren.“ Auch Pädagogik-Professorin Röber beklagt, dass der Ansatz von falschen Annahmen ausgehe. So könnten Kinder etwa keine Kurzvokale wahrnehmen, dies lernten sie erst über das korrekt geschriebene Wort. „Untersuchungen haben gezeigt, dass nur 0,3 Prozent der Kinder beim Eintritt in die Grundschule den Kurzvokal ‚i’ im Wort Fisch oder das ‚u’ im Wort Hund hören konnten.“

Wissenslücken der Lehramtsstudenten

Warum viele Pädagogen dennoch auf den Ansatz zurückgreifen, erklärt Röber auch mit der weit verbreitenden Auffassung, Grundschülern zunächst einmal freien Lauf zu lassen, um ihnen den Spaß am Lernen nicht zu verderben. Doch das sei völliger Quatsch: „Kinder lernen gerne über Regeln und das brauchen sie auch.“ Ein Teil des Problems sieht Röber zudem bei den Lehrern selbst: „Viele Lehramtsstudenten wissen wenig über Grammatik und Orthografie. Diese Lücken können wir an der Hochschule in sechs Semestern Grundschulpädagogik nicht mehr schließen.“

Melanie Bergs



Kommentare
17.02.2012
16:40
Unangemessene Methode
von klingsor11 | #45

Als Englischlehrer kam ich zum ersten Mal mit einem Ableger dieser Methode auf einer Studienreise in Großbritannien in den 70er Jahren in Kontakt. Schon damals hielt ich sie für total verfehlt. Die Schulanfänger lernten erst die Lautschrift ihrer Sprache, um erst später auch die gängige Orthographie zu lernen. Man hat die Kinder mit Symbolen der Lautschrift belastet, die sie als Muttersprachler gar nicht brauchten und ihnen das Erlernen der üblichen Schreibweise schwer gemacht.
Das anfängliche "Schreiben nach Gehör" ist ein unnötiger Zwischenschritt, der bei den meisten Schülern nur ein Störfaktor beim Erlernen der Rechtschreibung ist.
Schreiben lernen soll man nicht nach dem Gehör sondern mit dem Verstand - also kognitiv und nicht intuitiv!
Aber über Methoden läßt es sich bekanntlich gut streiten. In den meisten Fällen aber gibt es keine schlechten Methoden sondern nur schlechte Lehrer. In diesem Fall trifft trotzdem Ersteres nicht zu.

16.02.2012
11:20
Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von sockenfee | #44

Unser Sohn lernt seit einem halben Jahr mit einer durch Silbenlernen ergänzten Form dieser Methode und wir sind sehr zufrieden.
Nach einem Monat konnte er lesen, mittlerweile liest er flüssig und betont fremde Texte.
Auch seine Rechtschreibung ist akzeptabel. Selbstverständlich sind Bücher seit frühester Kindheit ein großes Thema bei uns und wir sprechen ausführlich und ordentlich mit unseren Kindern. Wenn ich bei Facebook & Co. die Rechtschreibung einiger aus der Elterngeneration sehe, verwundert es wenig, wie die Kinder schreiben...
So großartig scheint die alte Methode also auch nicht gewesen zu sein.
Zu den Lehrern:
Bis zu 31 Kinder in der Klasse, davon oft mehr als die Hälfte mit Migrationshintergrund. Eltern die glauben, der staatliche Bildungsauftrag bedeutet das Entlassen der Eltern aus jeglicher Verantwortung für das Lernen ihrer Kinder. Fehlende Rückstellungsmöglichkeiten für Kinder, die ganz offensichtlich nicht schulreif sind. Klassenwiederholung nur mit Zustimmung der Eltern. Zwei Stunden Englischunterricht, der letzten Endes zu Lasten des Erlernens der notwendigen Schreib- und Lesekompetenz geht, da die Klassenlehrerstunden dafür reduziert werden.

Es gibt viel zu verbessern an den grundschulen, aber weder sind die Lehrer schuld daran, noch ist dieses Konzept für alle schlecht.

15.02.2012
19:36
Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von a_ha | #43

Diese Methode ist eine einzige Katastrophe!!!!!!
Bei der Untersuchung von Rechtschreibschwäche hat man herausgefunden, dass 85% der Kinder besser über die Augen lernen, nur 15% über das Gehör.
85% der Kinder werden zu einer für sie schlechten Methode gezwungen, weil irgendwelche prestigesüchtigen sogenannten Pädagogen mal wieder glauben, das Rad neu erfunden zu haben.

15.02.2012
11:31
von SpongeBob59 #33
von Juettelchen | #42

Ich habe noch in der Schule gelernt, gar nicht wird gar nicht zusammengeschrieben. Hier noch ein hilfreicher Satz aus meiner Schulzeit: wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich.

15.02.2012
11:22
Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von krimskrams | #41

Das Lernen der Rechtschreibung nach dieser "pädagogisch wertvollen Methode" führt definitiv in eine Katastrophe, wie man jetzt schon erkennen kann, wenn man Chatforen, Freundebücher o.a. liest. Kaum ein Jugendlicher kann noch "das" von "dass" unterscheiden, geschweige denn Kommata richtig setzen, von Groß- und Kleinschreibung mal ganz abgesehen.

Ich ließ mich seinerzeit von der Grundschullehrerin meiner Tochter gegen meine vorgebrachten Bedenken überzeugen, dass das Schreiben nach Gehör sehr sinnvoll sei. Die Lehrerin argumentierte, dass man beispielsweise ein Kind, das anfängt, die ersten Worte zu brabbeln auch nicht ständig korrigieren würde, sondern dass das freie Schreiben einen deutlichen Motivationsschub mit sich bringen würde.
Das hat auch die ersten beiden Schuljahre gut funktioniert. Im Rückblick stelle ich jedoch fest, dass spätestens ab dem 3. Grundschuljahr Rechtschreibregeln verstärkt hätten eingeübt werden müssen. Denn die "falsche" Schreibweise nach Gehör hatte sich in dieser Zeit bereits so eingeprägt, dass Fehler kaum noch durch Lernregeln zu ändern waren.
In der Klasse meiner Tochter wurden Rechtschreibfehler in den Arbeiten nicht einmal angestrichen ! (was ja auch für die Lehrerin viel mehr Aufwand bedeutet hätte ;-) )

Obwohl meine Tochter immer eine Einser-Kandidatin war und sich bereits vor der Einschulung selbständig Lesen und erstes Schreiben beigebracht hatte, beobachte ich heute noch Mängel in ihrer Rechtschreibung, die aus der Grundschulzeit herrühren.

Das große Erwachen kommt tatsächlich dann mit dem Übergang zur weiterführenden Schule. Ganz klar wird am Gymnasium erwartet, dass die Kinder eine einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik beherrschen !!
Jedoch sind Klassenarbeiten mit 50 (!) Rechtschreibfehlern pro Seite bei einigen Kindern keine Seltenheit.
Und Dank verkürzter G8 Zeiten bleibt den Deutschlehrern gar nicht so viel Zeit, um den Kindern das wieder beizubiegen, was die Grundschule versäumt hat. Selbst verpflichtender Förderunterricht für alle Schüler führt hier nicht zu einer Verbesserung.

Angesprochen auf diese Diskrepanz weisen die Grundschullehrer jedoch jegliche Verantwortung von sich, halten hartnäckig an der neuen, "von oben lt. Lehrplan vorgegebenen Lernmethode" fest und erwarten, dass diekünftigen Lehrer "die Kinder dort im Stoff abholen, mit dem sie in der weiterführenden Schule ankommen", ganz nach dem Motto nach uns die Sintflut!

Dank regelmäßiger Hausaufgabenkontrolle während der Grundschulzeit habe ich bei meiner Tochter die gröbsten Schnitzer in der Rechtschreibung langfristig ausbügeln können, so dass sie davon heute in der 6.Klasse davon deutlich profitiert (das kann in den Arbeiten schon mal eine ganze Schulnote ausmachen!).
Anders sieht es bei Mitschülern aus, die diese Förderung von Hause aus nicht erfahren haben und das dürften in Deutschland nicht wenige Kinder sein!!!

15.02.2012
10:54
Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von FernerBeobachter | #40

Ich habe weder Kinder, noch bin ich Pädagoge, aber ich kann mir schwerlich vorstellen, dass ein junger Lerner nicht demotiviert ist, wenn er zunächst schreiben soll, wie ihm der "Schnabel gewachsen ist", um anschließend belehrt zu werden, dass er bis dahin eigentlich fast alles falsch gemacht hat.

Lernen die Schüler auch, Buchstaben "frei Schnauze" zu kritzeln und bekommen erst nach einem Jahr gezeigt, wie ein "A" sich von einem "O" unterscheidet? Und sind die Lerner dann auch sofort einsichtig und willens, die bis dahin mit Eifer und Überzeugung gemachten "Fehler" einfach so über Bord zu werfen?

1 Antwort
Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von IIDottore | #40-1

Sie lernen, wie die Buchstaben aussehen, so daß sie sie schreiben können. Natürlich nur in Druckschrift und nicht einmal mehr in einer Schreibschrift ,die man so nennen kann.
Aber sie lernen keine Rechtschreibung. unt so sit ds dan erzma aos. Den Eltern wird beim Elternabend erzählt,daß sich das bis zum Ende der Grundschulzeit einpendelt.

15.02.2012
10:07
Hervorragende Erfahrungen!
von Sparbier | #39

Unsere Tochter lernt auf diese Art seit einem halben Jahr das Schreiben und Lesen.

Neben der Freude am Erwerb dieser Fähigkeiten bietet sie zu unserem Erstaunen eine Möglichkeit die Lernkurve steil zu gestalten, ohne den Kindern durch reines Einbimsen den Spaß an der Aneignung eines eigenen Schreib- und Sprachschatzes zu verleiden.

Wir wurden im Vorfeld durch die Klassenlehrerin intensiv über diese Methode informiert und können die Vorteile nur bestätigen.
Gerade Kinder mit Migrationshintergrund, die zuhause eben keinen oder wenig Kontakt mit deutscher Sprache haben, werden ermuntert sich ohne Rücksicht auf oftmals unlogische Orthographieregeln mit dem Phänomen Sprache zu beschäftigen.

Wie erschreckend mangelbehaftet die Rechtschreibkenntnisse derer sind, die auf herkömmliche Art Lesen und Schreiben erlernt haben, zeigt ja die Lektüre der Tageszeitung an jedem Morgen.
Hier besteht überhaupt kein Anlass große Reden zu schwingen.

Dass der Philologenverband als Hemmschuh moderner Lernmethodik frei nach seinem Motto handelt "das haben wir noch nie so gemacht..." , ist ja noch verständlich.
Von den Gralshütern der Einfalt, den Statthaltern des zergliederten Schulsystems, hat man nichts anderes erwartet.

Dass sich jedoch Rundschau und WAZ vor diesen Karren spannen lassen, ist einigermaßen befremdlich.

@dummberger #32:
Sie haben "sowas" von Recht!

2 Antworten
Welche Erfahrung???
von sniffy1309 | #39-1

Wie kann man von einer hervorragenden Erfahrung sprechen, wenn man erst ein halbes Jahr dabei ist? Ich möchte mit Ihnen meine Erfahrung noch einmal teilen, wenn Ihre Tochter in die vierte Klasse geht und sie die weiterführende Schule auswählen. Hier wird nämlich mit Vorliebe das Können in der Rechtschreibung als Indikator dafür angesehen, welche Schule die geignete für Ihr Kind ist. Und in der dritten Klasse wird nach meiner Erfahrung ganz plötzlich ganz viel wert auf Rechtschreibung gelegt und mit Macht auf die richtige Schreibweise gepocht. Ich habe diesen Fehler ein mal begangen, alle meine anderen Kinder haben ab dem ersten Wort die richtige Rechtschreibung gelernt, und alle schreiben gerne und lesen gut und mit Spaß. Was ich allerdings auch denke, ist, dass sich viele Eltern vor ihrer Verantwortung drücken . Lernen hört nicht in der Schule auf, es fängt zu Hause an. Und kein Kind hat mit Ende der Grundschulzeit eine perfekte Rechtschreibung. Ein Hoch auf die Nachhilfe!!!

Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von hw-gebert | #39-2

Wissen Sie wovon Sie reden? Unser Sohn wäre nach einem Lehrerwechsel in der Grundschule schon fast an diesem Unfug gescheitert. Das System ist für bequeme Lehrer super geeignet, wenig bis keine Korrekturen. Mit dem gehauchten "H" beim Umsetzen der gesprochenen Sprache in die Schriftsprache ging die deutsche Sprache fast in die "HoHse". Der Umlernprozess, was gestern noch richtig war, ist heute falsch, war sehr schwer, und das mit Unterstützung aus dem Elternhaus mit zwei Leuten mit Abitur, allerdings aus 68 und 76.
Und, ganz wichtig, die Kinder müssen es später ausbaden, bei Lebensläufen und Schreiben aller Art. Dann lehnt sich Mama gemütlich zurück, schimpft auf die Schule und die für Einstellungen verantwortlichen Personen raufen sich immer öfter die manchmal nicht mehr vorhandenen Haare.
"Back to the roots", wie der Lateiner sagt. Sprache ist Kultur und nichts für abgehobene, teilweise akademische Spinner. Essen Sie schon mit Messer und Gabel, benutzen Sie vielleicht einen "Göffel"

15.02.2012
09:28
Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von abcokay | #38

Dieser Artikel spricht uns aus der Seele. Unser Sohn besucht gerade die 2. Klasse und tut sich sehr schwer mit dem Lesen und Schreiben. Wir sind kein Bildungsferner Haushalt, lesen viel und investieren auch viel Zeit und Geld in die Ausbildung unserer Kinder. Trotzdem hat er mit der Lesen-durch-Schreiben-Methode bisher wenig Fortschritte machen können. Unser Sohn ist mittlerweile total frustriert, weil er nicht so gut ist wie seine Freunde. Aber Unterstützung aus der Schule bekommen wir keine, er muss halt seine Arbeitsblätter bearbeiten und gut ist. Wir können ihm auch nicht wirklich helfen, weil man diese Arbeitsblätter ja nie zu Gesicht bekommt und gar nicht nachvollziehen kann, wo die Probleme sind.... Wir lassen ihn jetzt auf unsere Veranlassung auf LRS testen und sehen uns nach ner geeigneten Lerntherapie um, was wieder viel Zeit und Geld kosten wird (was ist eigentlich mit den Kindern, deren Eltern nicht dazu in der Lage sind?), aber wir wollen aktiv werden, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist und total deprimiert und demotiviert ist. Und das schon in der Grundschule. Eigentlich ein Unding... Von der Schule fühlen wir uns allein gelassen, Förderunterricht gibt es für uns bisher nicht. Komme aus dem kaufmännichen Bereich und kann nur sagen: die Dienstleistung für die wir gerne unsere Steuern bezahlen, wurde nicht erbracht (unser Sohn hat bisher nicht vernünftig Lesen und Schreiben gelernt).... Traurig, traurig...

2 Antworten
Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von CosimaZ | #38-1

Unser jüngster Sohn besucht inzwischen die 5. Klasse eines Gymnasiums. Aus eigener Leidvoller Erfahrung heraus kann ich ihnen nur nahe legen, darauf zu achten, dass ihr Kind JETZT richtig schreibt. Die Schule wird dies nicht leisten. Unser Sohn hat so große Probleme (nein, er ist kein Legastheniker), dass er und auch wir als Eltern jetzt wesentlich mehr Zeit investieren müssen, diese Probleme auszumerzen, wie wenn wir gleich schon zu Beginn gehandelt hätten. Leider stehen wir mit der Situation nicht alleine dar. Und leider hilft vielen Kindern auch nicht die Tatsache, viel zu lesen. (Unser Sohn ist eine Leseratte). Dies wurde uns vom Schulspychologen, bei dem sich diese Fälle leider immer mehr häufen, seit die Kinder über diesen Weg schreiben lernen, gesagt.
Es hat auch nichts mehr damit zu tun, ob ein Kind aus einem Migrantenhaushalt kommt oder aus einem Elternhaus mit hohem oder niedrigem Bildungsniveau, inzwischen zieht es sich durch alle Schichten und Facetten der Menschen hindurch.

Der Weg, den jetzt mein Sohn gehen muss, weil wir auf die Schule vertrauten ist leider dadruch weit aus steiniger und mühevoller und sorgt jezt, zeitverzögert, für Frust beim Lernen, Frust auf Schule, Frust weniger Freiezeit zu haben, Ärger mit den Eltern die jetzt ihr Kind zum zusätzlichen lernen motivieren müssen, .... Ich bin daher absolut nicht überzeugt davon, dass Kindern die auf andere Art und Weise das Schreiben lernen wirklich die Lust auf Lernen/Schreiben/.. wirklich genommen worden wäre.

Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von dummmberger | #38-2

Komisch, dass die Freunde Ihres Sohnes alle viel besser schreiben können. Lernen die nicht nach derselben Methode?
Könnte es vielleicht sein, dass Ihr Sohn auch dann mehr Probleme mit dem Schreiben hätte als seine Freunde, wenn er nach konservativer Methode unterrichtet würde?

Es kann auch sein, dass er einfach ein bisschen länger braucht. Nach gerade 1 1/2 Jahren Schule ist es sicher zu früh, da schon abschließende Bewertungen vorzunehmen. So wichtig auch das rechtzeotige Erkennen einer Lese-Rechtschreibschwäche ist, wenn ich manchmal sehe, wie 6- bis 7jährige Kinder durch Tests und Fördermaßnahmen gejagt werden, kriege ich die Krise.
Ich habe das bei Bekannten gesehen, wo das Kind auch schon in der 2. Klasse wegen erheblicher Lernprobleme von Test zu Test durchgereicht wurde. Das volle Programm wurde durchgezogen, Schulpsychologe, LRS-Test, jede Menge Kurse zur Konzentrationsfähigkeit etc. Bis dann irgendwann gar nichts mehr ging.

Schließlich haben die Eltern alles abgebrochen, haben das Kind auf eine andere Schule geschickt, wo man ihm einfach Zeit ließ zur Entwicklung. Mittlerweile hat es Abitur und studiert.

15.02.2012
07:40
Wie eine Lernmethode die Rechtschreibung der Kinder verhunzen kann
von kowahlski | #37

Auswüchse der Gleichschaltung durch linksgrüne Demagogie. Man muss diese Brut zum Teufel jagen, dann geht es auch aufwärts.

14.02.2012
23:24
@lehramtsstudent
von Sempre | #36

Wenn Sie sich das Kabinett der NRW-Landesregierung anschauen, dann fällt auf, dass die Dilkettanten aus den Reihen der Grünen kommen:

B. Steffens: Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter
Sie hat lediglich eine zweijährige Ausbildung als Biologisch-Technische Assistentin absolviert. Die ehemalige Kettenraucherin ist nicht Gesundheitsministerin,weil sie es kann, sondern weil sie es will.
Eine der bekanntesten Dilettanten aus dem Kabinett.


Johannes Remmel Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
Lehramtsstudent in den Fächern Geschichte, katholische Theologie und Sport
Dilettant Nr. 2


Und

Sylvia Löhrmann Lehrerin für Englisch und Deutsch
Die muss es ja wissen!


1 Antwort
Genau.
von lospolloshermanos | #36-1

Ein nicht kleiner Teil sind Lehrer (Grün und Rot) oder Rechtsanwälte (Schwarz und Gelb). Warum die nicht in ihren "gelernten" Berufen arbeiten bzw. wohl offensichtlich zuviel Zeit haben, erkärt der Privatisierungswahn; also: wie kann ich Staatsknete unter "mein" Volk bringen!. Der "New Way".

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