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Warum Sport oft die beste Medizin ist

06.01.2013 | 15:56 Uhr
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Warum Sport oft die beste Medizin ist
Eine junge Frau beim Joggen. Ärzten empfehlen, sich eine sportliche Betätigung zu suchen, die einem Spaß macht.Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Regelmäßige Bewegung ist gut für Körper und Seele und hilft, Krankheiten vorzubeugen. Ein Arzt gibt Tipps, wie Sie in Schwung kommen.

Sport, Ernährung und Entspannung bewirken oft mehr als so manche Pille. Und dies nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch bei der Behandlung von Krankheiten, betont der Düsseldorfer Vorsorgemediziner, Kardiologe und Internist Professor Dietrich Baumgart. Die Tipps des Arztes zum Gesundbleiben und wieder Gesundwerden.

Bewegung und Ernährung

Regelmäßige körperliche Aktivität und eine gesunde, ausgewogene Ernährung haben nachweislich einen positiven Einfluss auf zahlreiche medizinische Werte wie etwa Blutfette, Blutdruck, Knochendichte oder Muskelmasse, so Baumgart. „Sport stärkt außerdem das Immunsystem und sorgt für einen gut funktionierenden Stoffwechsel.“ Gezieltes Kraft- und Koordinationstraining helfe auch bei Osteoporose oft wirkungsvoller gegen Knochenbrüche als Medikamente.

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„Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, kann durch körperliche Aktivität um 70 Prozent reduziert werden.“ Insgesamt bleiben sportlich Aktive länger geistig und körperlich fit. Studien der vergangenen Jahre zeigen laut Baumgart, dass Bewegung offenbar hilft, die Lebenszeit bereits Erkrankter zu erhöhen. „So sollen etwa Brustkrebs-Patientinen, die regelmäßig Sport treiben, eine längere Lebenserwartung haben.“ Selbst bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie einem Infarkt, Gefäßverkalkung oder Herzinsuffizienz, kann Sport unter fachkundiger Anleitung zu einem leistungsfähigeren und längeren Leben verhelfen, betont der Vorsorgemediziner.

Dehnbare Gefäße

Regelmäßige Bewegung wirkt sich in verschiedener Hinsicht positiv aus. Baumgart: „Es fängt damit an, dass das Blut bei Anstrengung schneller durch die Adern fließt als im Ruhezustand. Hierdurch wird ein Enzym ausgeschüttet, das die Dehnbarkeit der Gefäße sicherstellt.“ Dies sei wichtig. „Denn eine mangelnde Dehnbarkeit der Blutgefäße ist bereits die erste Stufe einer Arteriosklerose.“

Forscher aus Leipzig fanden in einer Studie heraus, dass sich durch Sport eine beginnende Verkalkung der Gefäße sogar teilweise rückgängig machen lässt. „Einer Gruppe von Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen verordneten sie als Therapie lediglich Sport. Einer anderen Gruppe weiteten sie die verengten Stellen mit röhrenförmigen Gefäßstützen, sogenannten Stents“, erläutert Dietrich Baumgart. Im Langzeitverlauf habe sich gezeigt, dass mit der Sporttherapie bessere Erfolge erzielt werden konnten.

Blutwerte verbessern sich

Wer regelmäßig Sport treibt, kann auch seine Blutwerte gezielt positiv beeinflussen. „Zum einen führt eine verstärkte körperliche Aktivität zu einer Steigerung der Insulin-Ausschüttung und einer verbesserten Glukose-Toleranz, was für Diabetiker von hoher Bedeutung ist“, so der Mediziner. „Zum anderen ergeben sich günstige Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel.“ Das Gesamtcholesterin sowie Triglyceride (sogeannnte Neutralfette) und das schädliche LDL-Cholesterin, das für die Verkalkung der Gefäße verantwortlich ist, werden gesenkt. „Das eher schützende und damit vorteilhafte HDL-Cholesterin steigt hingegen bei sportlicher Betätigung.“

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Erhöhter Kalorienverbrauch

Wer sich regelmäßig bewegt, kurbelt auch seinen Kalorienverbrauch an. Schon eine halbe Stunde zügiges Spazierengehen oder Walking führt zu einem durchschnittlichen Verbrauch von 200 Kalorien. Baumgart: „Wer gleichzeitig auf eine moderate Ernährung achtet, kann so einen weiteren wesentlichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken: das Übergewicht.“

Mit Sport aus dem Tief

Auch bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen spielt der Sport eine Rolle. „US-Studien belegen, dass bei leichten bis mittelschweren Depressionen eine professionell angeleitete Bewegungstherapie ähnliche Effekte erzielen kann wie Medikamente oder psychotherapeutische Hilfe“, betont Baumgart. Die Untersuchungen zeigten, dass das Gehirn bei Bewegung vermehrt ein natürliches Antidepressivum produziere.

Der Arzt rät: „Vor Aufnahme eines Trainings sollten Sie Ihren Trainingsplan mit dem behandelnden Arzt abstimmen. Allgemein empfehlen Experten ein Pensum von 30 Minuten täglich. Das schaffen aber gerade 13 Prozent der Deutschen.“

Jutta Bublies

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