Provinzial-Chef Ulrich Rüther hat Angriff nur erfunden
11.12.2012 | 14:47 Uhr 2012-12-11T14:47:05+0100
Münster. Der Angriff auf den Vorstandsvorsitzenden der Provinzial, Ulrich Rüther, hat niemals stattgefunden. Rüther räumte gegenüber der Staatsanwaltschaft Münster ein, den Angriff frei erfunden und sich die Verletzungen selbst zugefügt zu haben. Als Grund gab er psychische Belastungen an.
Provinzial-Chef Ulrich Rüther hat den Angriff auf ihn bei der Betriebsversammlung in Münster offenbar erfunden. Gegenüber der Staatsanwaltschaft Münster räumte Rüther am Dienstag ein, dass es den angezeigten Angriff nie gegeben habe. Die Turbulenzen im Unternehmen hätten "enorme Auswirkungen" auf seine Familie gehabt, begründete Rüther die falschen Angaben.
In einer Pressemitteilung der Provinzial versucht das Unternehmen den Hintergrund der Tat weiter zu konkretisieren: "Herr Rüther möchte mit diesem Schritt die extrem belastende Phase speziell für seine Frau und seine drei Kinder zum Abschluss bringen. Schon das bisherige, enorme Presseecho hat zu einer erheblichen, negativen Beeinträchtigung seiner Privatsphäre geführt."
Rüther hat sich Verletzungen selbst zugefügt
Anfang Dezember war Rüther beim Verlassen des Provinzial-Gebäudes in Münster nach eigenen Angaben von einem Mann mit einem Schraubenzieher angegriffen worden. Eigentlich hätte er zum Zeitpunkt des Angriffs auf einer Betriebsversammlung über die Verkaufspläne der Provinzial sprechen sollen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft nach der angeblichen Tat berichteten, sei der Täter in einem Zugang zur Tiefgarage mit einem sogenannten Phasenprüfer, einem Schraubendreher zur Messung von Spannungen in Stromleitungen, auf Rüther losgegangen und habe mehrfach auf ihn eingestochen. Rüther sei daraufhin schnell von seinem Fahrer ins Krankenhaus gebracht worden, während der Schraubendreher noch in seiner Brust gesteckt habe.
Mitten im Wirbel um einen möglichen Verkauf des Versicherungskonzerns Provinzial Nordwest an die Allianz ist Provinzial-Chef Ulrich Rüther in Münster angegriffen worden. Ein Vermummter stach Rüther einen Schraubenzieher in die Brust.
Im Krankenhaus wurden dann sechs leichte Stichverletzungen festgestellt. Fraglich ist nun, wie diese Verletzungen wirklich zustande kamen, da die rechtsmedizinischen Untersuchungen auf Fremdeinwirkung schließen lassen, Rüther aber gesteht, dass er sich die Verletzungen selbst zugefügt hat.
Auf Anfrage der WAZ Mediengruppe, ob Rüther weiterhin im Dienste der Provinzial stehen wird, teilte die Pressestelle der Provinzial mit, dass sie selbst "von den Neuigkeiten überrascht" sei und "es nicht einordnen und kommentieren" könne. Nach Aussage von Staatsanwalt Heribert Beck wird nun ein Verfahren wegen Vortäuschung einer Straftat gegen Rüther eingeleitet. Der Staatsanwalt geht aber davon aus, dass es gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt wird.

20:38
Ich denke, solange der Duden das Wort noch aufführt, darf man es auch verwenden.
Immerhin hat das Ding lange Zeit so geheißen.
18:42
Wann wird endlich die Überschrift für diesen Artikel geändert? Es gibt keinen Schraubenzieher! Das Werkzeug heißt nun mal Schraubendreher - weil Schrauben eben rein oder raus GEDREHT werden!
18:31
Das war es dann wohl mit der Karriere .... Ein guter Psychotherapeut hilft in solchen Fällen aber zumindest wieder in die Spur zu kommen.
17:43
Wieso denkt keiner daran, dass er vielleicht unter Druck gesetzt wird, um die ursprüngliche Aussage zu widerrufen?
17:33
Vielleicht hatte er ne Schraube locker!
17:29
Er kann ganz ruhig bleiben, er ist ja gut versichert...
17:22
Zwischenzeitlich hat der ermittelnde Oberstaatsanwalt Heribert Beck, Herrn Rüther das Angebot gemacht, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, gegen eine "angemessene Bußgeldzahlung" einzustellen. Ende gut - Alles gut. Quelle: Bild.de
16:46
@#8 und9: absolut richtig...auch die Familien von"normalen" Berufstaetigen muessen in der heutigen Zeit mit einigen Beeintraechtigungen leben und sehen Papa oder Mama oft tagelang nicht...
16:45
Warum bringt die WAZ eigentlich gegen 15:00Uhr eine halbgare Meldung raus um dann 1 1/2 Stunden später den gesamten Artikel umzuschustern? Hätte man die Stunde nicht noch warten können bis man eine vernünftige Grundlage für eine Meldung hat?
Die leicht verwirrten Kommentar hier zeigen doch deutlich wozu sowas führt.
16:42
Auch ich habe schon viele Probleme mit einen beherzten Griff zum Schraubenzieher
lösen können. Das dies bei Herrn Rüther nicht funktioniert hat, lässt darauf schließen,
das Herr Rüther sich offensichtlich für das falsche Werkzeug entschieden hat.
Der Weg zum Baumarkt und ein diskretes Gespräch mit einen Mitarbeiter dort, hätte
sicherlich die richtige Werkzeugwahl souverän entscheiden können. Nun wird wohl Herr Rüther noch eine ganze Weile länger an seinen Problem rumschrauben müssen. Dilletantischer Hobbyschrauber!