Grandiose Hauptdarsteller in ARD-Psycho-Thriller „Nie mehr wie immer“

Das Schauspielerpaar Edgar Selge und Franziska Walser, aufgenommen am 03.07.2014 in München (Bayern) beim Empfang des FilmFernsehFonds Bayern (FFF). Die beiden spielen die Hauptrollen in dem Psycho-Thriller „Nie mehr wie immer“.
Das Schauspielerpaar Edgar Selge und Franziska Walser, aufgenommen am 03.07.2014 in München (Bayern) beim Empfang des FilmFernsehFonds Bayern (FFF). Die beiden spielen die Hauptrollen in dem Psycho-Thriller „Nie mehr wie immer“.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
„Nie mehr wie immer“: Der Titel des Psycho-Thrillers ist Programm. Was als Alltagshorror beginnt, endet in finsteren Szenen einer Ehe. Die Hauptdarsteller sind grandios.

Frankfurt..  Am Ende steht sie hinter dem Einschussloch in der Fensterscheibe. Sternförmig gerissenes Glas verdecken die Hälfte des Gesichts von Melanie Huber (Franziska Walser). Ein starkes Symbol für den Zustand ihrer Ehe: Egal was sie und ihr Mann Walter (Edgar Selge) zur Rettung versuchen werden – es wird „nie mehr wie immer“. Selten passte ein Filmtitel so gut wie dieser.

Was mit bedrückenden Szenen einer Ehe endet, beginnt als Psycho-Thriller. Melanie Huber spürt, dass jemand in ihr Zuhause eingedrungen ist. Was ihr Unwohlsein noch steigert: Gestohlen wurde nichts. Doch Walter Huber stellt schnell fest, dass der Eindringling stattdessen etwas mitbrachte – einen Zeitungsausschnitt über den Tod einer 21-Jährigen, Kind der Kinderfrau.

Film ist ein Grimme-Kandidat

Petra K. Wagner (Buch und Regie) dreht bei dem leisen Psycho-Thriller an zwei Schrauben. Zum einen eskaliert der Alltagshorror in der großbürgerlichen Frankfurter Villa der Hubers, zum anderen enthüllen Gesten, was Walter mit Worten verbergen will. Der äußere Druck eint allerdings die Hubers nicht etwa, sondern legt im Gegenteil lange verkleisterte Brüche frei. Lebenslügen werden in einem Doppel-Psychogramm enttarnt. Dabei hält der Film die Spannung bis zuletzt.

Fazit. Kluge Vorlage, spannend inszeniert, Hauptdarsteller grandios. Grimme-Kandidat.

Mittwoch, ARD, 20.15 Uhr