Erziehungsexpertin rät, Kinder nicht gewinnen zu lassen
02.10.2009 | 09:25 Uhr 2009-10-02T09:25:00+0200Reichersbeuern. Kind, ärgere dich - damit du für's Leben gewappnet bist: Eltern sollten ihren Nachwuchs bei Spielen nicht gewinnen lasen, fordert eine Erziehungsexpertin. Ihre Argumentation: Mit Frust umzugehen könnten Kinder schließlich nur lernen, wenn sie diesen Frust auch erleben.
Für Kinder ist es oft ein großes Drama, bei Gesellschaftsspielen zu verlieren. Trotzdem sollten Erwachsene nicht absichtlich schlecht spielen, um die Kleinen großzügig gewinnen zu lassen. «Man kann und muss Kindern so eine frustrierende Erfahrung zumuten. Nur so können sie lernen, mit Frust umzugehen», sagt Cornelia Nitsch, Autorin mehrerer Erziehungsratgeber aus dem bayerischen Reichersbeuern. Wichtig sei, dass man auf diese Enttäuschung eingehe und mit dem Kind bespreche, dass das Verlieren zum Spielen wie zum Leben dazugehöre - und dass es keine Katastrophe sei.
Damit die Kleinen durch längere Pechsträhnen nicht zu sehr demotiviert werden, kann man zwischendurch auch mal Spiele spielen, bei denen Gewinnen reine Glückssache ist, oder solche, bei denen Kinder die Nase meist vorn haben. «Bei Memory sind Kinder beispielsweise meistens besser als Erwachsene», sagt Nitsch.
Sie hält Gesellschaftsspiele für Kinder für unverzichtbar. «Sie lernen dabei viel fürs Leben und haben nebenher einen Riesenspaß», sagt die Autorin. Ein wichtiger Lerneffekt sei beispielsweise, sich an Regeln zu halten. «Wenn das Kind schummelt, sollte man das Spiel unterbrechen und ihm erklären, dass es so keinen Spaß macht - falls es gar nicht klappt, muss eben abgebrochen werden», sagt Nitsch. Auch die Geduld der Kleinen werde trainiert: «Bei Gesellschaftsspielen ist es schließlich wichtig, bei der Sache zu bleiben und nicht mitten im Spiel einfach vom Tisch aufzustehen.»
Ein regelmäßiger Spielenachmittag sei ein besonders schönes Familienritual. «In diesem Rahmen entstehen oft auch gute Gespräche zwischen Eltern und Kindern», betont Nitsch. (ddp)
08:11
Ich glaube die Familien bei denen überhaupt noch gespielt wird, sind eher in der Minderzahl.
Viele Kids ab 10 Jahre aufwärts vereinsamen bei irgendwelchen Computerspielen.
20:46
Um mit Frust umgehen zu lernen, brauche ich wen, der ihn mir beim Spielen macht???
Mein Gott, jetzt muss man schon als Baby damit rechnen, dass sie einen absichtlich gewinnen lassen oder nicht! Dabei wollte man doch nur SPIELEN. Aber dafür sind Erwachsene wohl schlicht zu dämlich.
Als Ich-kann-Schule-Lehrer sehe ich nicht nur Mensch-ärgere-dich-nicht als Spiel. Mir geht es um die POTENZ, die soll durchs Spiel bewusst werden und mit der sollen wir uns SPIELEN lernen. Selbstverständlich mogle ich auch mal so, dass das Kind das Gefühl kennenlernt, ein Gewinner zu sein; dann können wir uns als nächstes miteinander anschauen, was man zum gewinnen braucht, wie man es stärkt und zum Wachsen bringt. Darum geht es doch: einen Umgang mit seinen Talenten zu lernen, der einen mit diesen wachsen lässt. Es kann nicht das Ziel sein, Menschen von kleinauf darauf zu konditionieren, sich ans Verlieren zu gewöhnen.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
20:05
Ich freue mich auf die Zeit, in der mein Kind mit lauter guten Noten von der Schule nach Hause kommt, weil es gelernt hat selbstständig zu denken, während eure Kinder beim Lehrer betteln, ihnen bitte keine 5 zu geben!
13:39
Hier zeigt sich wieder welches Glück wir haben...mit solchen Experten und Verlagen!
08:56
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20:57
Mein Kind gewinnt bei mir NIE. Das wäre ja noch schöner, eine Vierjährige, die schon einiges weiß, gewinnen zu lassen, wenn sie dermaßen schlecht spielt.
19:30
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15:52
Also ich als Kind habe immer gegen meinen Opa im Schach verloren. Bis ich es irgendwann geschafft habe, die Logik zu verstehen und ihn irgendwann besiegt habe.
Wenn er mich hätte gewinnen lassen, hätte ich das entwederr gemerkt und wäre sauer gewesen, weil er mich unterschätzt, oder ich hätte es nicht bemerkt, und hätte mir nie bessere Taktiken oder ähnliches ausgedacht.
Von daher ist es absolut richtig, Kinder nicht gewinnen zu lassen, indem man schlechter spielt als man es kann. Das Kind befindet sich beim Spielen in einem Lern- und Denkprozess. Dieser ist ungemein wichtig! Lasst eure Kinder denken und nehmt ihnen nicht diese Arbeit ab!
11:37
Lasse im Billardsaloon auch immer die Blondinen gewinnen.
NICHT zu meinem Schaden, hehe.
11:37
Rechtzeitig auf frustige Zeiten in der Unterschicht vorbereiten. Dann fällt das Kind auch nicht so hart.