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Thyssen-Krupp-Steel-Belegschaft in Duisburg ist kampfbereit

21.03.2013 | 18:44 Uhr
2009 war bei Thyssen-Krupp von Kündigungen die Rede. 10.000 Stahlarbeiter zogen zum Beecker Markt in Duisburg – und setzten sich durch.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Der Gesamtbetriebsrat von Thyssen-Krupp Steel rüstet sich für die Verhandlungen um das Sparpaket im Konzern. Auf einer Versammlung stellte Betriebsratsvorsitzender Günter Back die Forderungen der Arbeitnehmer vor. Dabei gab sich die Belegschaft kampfbereit.

Klare Frage, klare Antwort: Als Gesamtbetriebsratsvorsitzender Günter Back bei der Betriebsversammlung am Donnestag von Thyssen-Krupp Steel nach der Bereitschaft fragte, den Belegschaftsforderungen zum Sparprogramm „BiC reloaded“ durch Aktionen Nachdruck zu verleihen, gab’s lauten Beifall.

Die Forderungen der Arbeitnehmer sind ebenso klar:

  • Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen;
  • eine klare Strategie und ein industrielles Konzept für den Stahl;
  • Erhalt aller Kernaggregate (Hochöfen, Stahlwerke, Warmbreitbandanlagen);
  • Investitionen zur Stärkung und Wettbewerbsfähigkeit aller Standorte;
  • Verlängerung des „Tarifvertrags Zukunft“ (34-Stunden-Woche, jede Stunde mehr bedeutet laut Betriebsrat 360 bis 370 Stellen weniger);
  • Erhalt des Ausbildungskapazitäten.

„Ohne plausible und nachvollziehbare Maßnahmen werden wir einer Stellenstreichung nicht zustimmen. Ohne Zusagen, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, werden wir uns keinen Millimeter bewegen“, kündigte Back gestern an.

Und er verwies auch auf den fünfköpfigen Stahlvorstand, den größten im Konzern, und die nochmals erhöhte Zahl von Direktoren: „Auch diesen Kreisen sind Opfer und Leistungsverdichtung zuzumuten. Es geht schließlich um das Überleben des Konzerns.“

Einzelheiten werden noch verschwiegen

Unverzichtbar beim Stellenabbau sei ohnehin Sozialverträglichkeit. So müsse Altersteilzeit so geregelt sein, dass keine anschließenden Renteneinbußen drohen. Back: „Auch Altersteilzeit muss man sich leisten können.“

Stahl-Streik in Duisburg

„Wir sind bereit zu konstruktiven Verhandlungen“, sagte Konzernbetriebsratsvorsitzender Willi Segerath am Rande der Versammlung. Dafür brauche die Arbeitnehmervertretung aber Informationen, mit denen der Vorstand hinterm Berg halte: „Die Maßnahmen sind noch nicht plausibel. Wir kennen nur die Überschriften.“

Dass es nichts geschenkt gebe, ist für Back sicher: „Wann und ob wir den Weg der Eskalation gehen müssen, wissen wir noch nicht. Doch diesem Vorstand muss klar sein, dass wir ihn nicht scheuen.“

Back fordert Unterstützung der Politik

Segerath äußerte sich auch zu den Kartellvorwürfen gegen Thyssen-Krupp im Zusammenhang mit Liederungen an die Auto-Industrie: „Auch für uns gilt die Unschuldsvermutung.“

Jugend forscht bei ThyssenKrupp

Erweise sich der Vorwurf aber als begründet, drohe dem Konzern massive Gefahr. Es reiche nicht, dass die Verantwortlichen dann den Konzern verließen – womöglich noch mit einem „goldenen Handschlag“.

„Es kann nicht sein, dass Konzerne rechtsfreie Räume sind“, sagte Back. Man müsse darüber nachdenken, wie man mit Managerhaftung anders umgehe. In dieser Frage sei auch der Gesetzgeber, also die Politik, dringend gefordert.

 

Willi Mohrs


Kommentare
25.03.2013
07:29
Thyssen-Krupp-Steel-Belegschaft in Duisburg ist kampfbereit
von Baurat | #5

Die globale Neuordnung des Stahlbedarfs und der Stahlproduktion wird keinen Platz mehr für Duisburg zulassen. Auch der qualitative Vorsprung deutscher Stähle ist aufgezehrt. Die Überalterung des europäischen Marktes, die Übersättigung desselben und die noch erst anstehende Wirtschaftskrise in Europa geben dem Industriestandort Europa am Ende viel geringere industrielle Anteile.
Aber man meint als Gewerkschaft ja auch, mit höheren Lohnforderungen den Binnenmarkt zu stärken. Dafür kauft dann der Deutsche asiatische Produkte, wegen ihres Preises.
Das Deutschland heute noch durch die Krise "schippert", liegt am hohen Anteil (ca. 30%) Industrie. Doch in fünf Jahren wird es keinen Stahl und auch keine Stahlverwertungen mehr in Deutschland, erst recht nicht im Ruhrgebiet geben.

23.03.2013
22:55
Thyssen-Krupp-Steel-Belegschaft in Duisburg ist kampfbereit
von feierabend | #4

Klar, wir brauchen die Schwermetallindustrie, wir brauchen Stahl und Eisen, aber brauchen wie Krupp? Die haben noch mehr verbrochen wie Kartellabsprachen und Korruption. Benötigen wir Manager, die sich an keine Tarifverträge und Gesetze halten, benötigen wir wirklich Arbeitgeber, die Arbeitnehmer unter Druck setzen und das Leben von Menschen und Familien gefährden? Arbeitnehmer sind keine Sklaven - Revolutionen waren unter anderem die Folgen von instabilen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Zur Stabilität einer Volkswirtschaft gehören stabile Arbeitsverträge und Einhaltung der ausgehandelten Verträge und Wahrung der politischen Gesetze.

22.03.2013
18:09
Ja nee Gewerkschaften weg, das mache ich ganz alleine
von meigustu | #3

Träumt weiter Jungs.

22.03.2013
17:25
Thyssen-Krupp-Steel-Belegschaft in Duisburg ist kampfbereit
von Schimmi11 | #2

Wer glaubt denn noch an die Industrieschauspieler der IG Metall?
Sind das nicht die, welche mit dem richtigen Parteibuch in der Tasche, ganz schnell
politische Karriere machen .........
z.B.der stellvertetende OB

22.03.2013
16:15
Thyssen-Krupp-Steel-Belegschaft in Duisburg ist kampfbereit
von altwissen | #1

Nach den erfolgten Schließungen der Stahlwerke in Dortmund und in Duisburg-Rheinhausen, der Stillegung von Europas modernster Kokerei in Dortmund, nach den Stillegungen den Anlagen zur Spundwandproduktion in Dorstfeld, der Schienenproduktion in Duisburg-Beeckerwerth und etlichen Unternehmensverkäufen im Stahlsektor und drohenden Stilllegungen von Produktionslinien bei der Stahlweiterverarbeitung kann man sicher eins feststellen: die Belegschaftsvertreter haben das alles bestens begleitet. Die sind jetzt so groß, dass die sich im Stehen die Schuhe zubinden können.

1 Antwort
@altwissen.................
von Dieselpumpe | #1-1

............in Beeckerwerth wurden noch nie Schienen produziert!

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