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Großes Stühlerücken in Duisburg nach der Sauerland-Abwahl

22.03.2013 | 06:00 Uhr

Duisburg. Seit OB Adolf Sauerland (CDU) im Februar 2012 abgewählt und Sören Link (SPD) am 1. Juli zum Oberbürgermeister gewählt wurde , hat sich das Personalkarussell der Spitzenjobs rasant gedreht – im Rathaus und bei städtischen Töchtern.

Notwendiges „Großreinemachen“ oder Postenverteilung? Die Entscheidungen waren teils auch politisch umstritten. Die WAZ fasst die Wechsel der letzten Monate zusammen.

Stadtwerke

Es war ein Paukenschlag als bekannt wurde, dass Stadtwerke-Chef Hermann Janning praktisch über Nacht seinen Hut nehmen sollte . Er war die treibende Kraft im Stadtwerke-Konsortium, das die Steag-Anteile zur Hälfte erwarb. Doch unter seiner Führung musste auch eine Gewinnwarnung herausgegeben werden : 30 Millionen Euro. Probleme mit dem Arbeitnehmer-Vertretern im Aufsichtsrat gaben schließlich den Ausschlag. Der „Goldene Handschlag“ soll über zwei Mio Euro gekostet haben. Nachfolger wurde Finanzvorstand Marcus Wittig . Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass auch Vertriebs-Chef Johannes Gösling das Unternehmen verlässt. Einen Nachfolger soll es nicht geben.

Wirtschaftsbetriebe

Heftig umstritten war der Wechsel von Umweltdezernent Peter Greulich (Bündnisgrüne) zu den Wirtschaftsbetrieben , weil dort für ihn ein lukrativer Vorstandsposten neu geschaffen wurde. Doch nicht nur für ihn besorgte Rot-Rot-Grün einen neuen Job, sondern auch für Uwe Linsen, der bis dahin Fraktionsgeschäftsführer der SPD war. Er ist nun zuständig für die ins Schlittern geratene Gesellschaft für Beschäftigungsförderung (GfB), die mit den Wirtschaftsbetrieben verschmolzen worden war. Damit hatte die SPD „ihre“ GfB wieder: Denn auch der ehemalige GfB-Chef Horst Scherschel war zuvor Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Sein Nachfolger als GfB-Geschäftsführer Ingo Schachta hat ein neues Aufgabenfeld bei den Wirtschaftsbetrieben.

Innenstadt-Gesellschaft

Die Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft befindet sich in der Abwicklung. Die peinlichen Plan-Pannen bei der Bahnhofsplatte brachten das Fass zum Überlaufen. Personal und Aufgaben wurden wieder dem Dezernat für Stadtentwicklung zugeschlagen. Der glücklose Geschäftsführer Ralf Oehmke , dessen Vertrag nicht allzu lange Zeit davor noch für fünf Jahre verlängert worden war, ist mit der Abwicklung beauftragt. Böse Zungen behaupten, er werde für teures Geld künftig Bleistifte anspitzen.

Bildungsholding

Sie ist seit dem 31. Dezember 2012 Geschichte. Geschäftsführer Ralf Hörsken, früher der Leiter einer Gesamtschule, übernahm jetzt als Betriebsleiter die Stadttochter „Einkauf & Service“. Die Aufgaben der Bildungsholding, die vor allem von der SPD als unnötiger Wasserkopf angesehen wurde, werden wieder von der Verwaltung wahrgenommen. Leiter des neuen Amtes für schulische Bildung ist Ralph Kalveram.

Das verdienen die Manager der Stadt...

Rathaus-Spitze

Die Geschäftsführung einer Ratsfraktion scheint in diesem Jahr ein gutes Karriere-Sprungbrett zu sein. Mit Ralf Krumpholz setzten die Grünen ihren Fraktionsgeschäftsführer auf den Dezernentenstuhl, den zuvor Peter Greulich besetzt hatte.

Mit Thomas Krützberg wechselt ein mit der Kinder- und Jugendarbeit in Duisburg sehr vertrauter Fachmann in den Verwaltungsvorstand. Er übernimmt den Stuhl von Karl Janssen (CDU), der von der Ratsmehrheit nicht zum Beigeordneten wieder gewählt worden war.

Alfons Winterseel

Kommentare
01.04.2013
08:18
Großes Stühlerücken in Duisburg nach der Sauerland-Abwahl
von ulrics | #38

Duisburg hätte einen Neuanfang schaffen können, wenn einer der unabhängigen Kandidaten gewählt worden wäre. Mit SPD oder CDU bleibt nur der alte Filz.

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Großes Stühlerücken in Duisburg nach der Sauerland-Abwahl
Großes Stühlerücken in Duisburg nach der Sauerland-Abwahl
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http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duisburg/grosses-stuehleruecken-seit-dem-ob-wechsel-id7752867.html
2013-03-22 06:00
Politik, Adolf Sauerland, Duisburg, OB-Wechsel, Abwahl, Lokalpolitik, Sören Link, Rathaus
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