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Warum uns Schokolade so gut tut

13.12.2012 | 17:38 Uhr
Sieht lecker aus und ist auch lecker: Schokolade.Foto: Getty

Essen.   Schokolade streichelt Gaumen und Gemüt. Was Sie wissen sollten - von der Schokoladenmassage über Geschichtliches bis zu den Zutaten. Süße Fakten.

Zartschmelzend streichelt sie Stück für Stück Gaumen und Gemüt. Als Genuss und Seelentröster zugleich weckt sie Emotionen wie kaum eine andere Nascherei: die Schokolade.

Mit exotischen Zutaten öffnen Chocolatiers Tore zu außergewöhnlichen Genusswelten. Chili, Kardamom, Meersalz, Lavendel, Oliven, Rosmarin und vieles mehr veredeln Schokolade zu kulinarischen Meisterwerken. „Der einzige Weg, eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben“, sagte Oscar Wilde.

Bergbau aus Schokolade

  Aufregende Kreationen zum Dahinschmelzen verführen gerade in der Adventszeit dazu, den zahlreichen süßen Versuchungen nachzugeben. Tatsächlich ist Deutschland eine schokophile Nation. Wir genießen pro Kopf und Jahr rund 11,6 Kilogramm und belegen mit dieser stattlichen Zahl Platz zwei hinter der Schweiz (11,9 kg). Zum Vergleich: Japaner konsumieren bescheidene 2,2 kg.

Bei Kakao wurde einst ein Botaniker zum Romantiker. Carl von Linné (1707-1778), ein schwedischer Wissenschaftler, nahm eine umfassende Einteilung der Pflanzen vor und gab dem Kakaobaum seinen schwärmerisch anmutenden Namen: Theobroma cacao L.

„Theobroma“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet Götterspeise. „Cacao“, ein indianisches Wort, bezeichnet die Art und das „L“ steht für Linné. Beheimatet ist der Kakaobaum in den tropischen Wäldern Lateinamerikas.

Geschichte

Einen besonderen Stellenwert nahm der Kakao bei den Mayas und Azteken ein. Er diente als Zahlungsmittel und wurde zudem als Aphrodisiakum geachtet. Xocóatl (Kakaowasser), der Göttertrunk aus Wasser, Kakao und Chili war nur den Mächtigen vorbehalten. Den Überlieferungen nach trank der aztekische Herrscher Montezuma 50 Tassen täglich. Spanische Eroberer brachten das braune Gold um 1525 nach Europa. Vom spanischen Hof aus verbreitete sich das exklusive Getränk in ganz Europa. Der Zusatz von Zucker oder Honig verwandelte das eher bittere Gebräu in eine aromatische Köstlichkeit.

Die erste Schokoladentafel wurde 1847 in Bristol hergestellt. Sie entwickelte sich zum Verkaufshit und wurde zunächst als Medizin in Apotheken verkauft. Rund 30 Jahre später experimentierte der Schweizer Chocolatier und Fabrikant Daniel Peter erfolgreich mit Kakao, Kondensmilch und Zucker. 1875 gilt als das Geburtsjahr der Milchschokolade.

Adventskalender
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Ein Düsseldorfer Werbefilmer gibt einen Adventskalender mit 24 Spenden anstelle von Schokolade heraus - mit großem Erfolg. Und auch quer durch Westfalen gibt es zahlreiche Hilfsaktionen. Macht Helfen also glücklich?

  Ist Schokolade gesund?

In erster Linie zählt Schokolade zu den Genussmitteln. Sie schlägt pro 100 Gramm mit durchschnittlich 550 Kilokalorien zu Buche und sollte daher in Maßen, nicht in Massen verzehrt werden. Laut Forschungsergebnissen können die im Kakao enthaltenen Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), ähnlich wie beim Rotwein, den Blutdruck senken. Somit kann ein moderater Schokoladenkonsum (ab 70 Prozent Kakaoanteil) die Herzgesundheit unterstützen.

Macht Schokolade glücklich?

Ja, aber nicht aufgrund ihrer Inhaltsstoffe. Schokolade enthält u.a. Tryptophan (wird beim Abbau im Körper zum Glückshormon Serotonin) und Theobromin. Allerdings sind beide stimmungsaufhellenden Substanzen zu niedrig dosiert, um eine Wirkung auf das Gehirn zu haben. Der Glückskick ist eher psychologischer Natur.

Oftmals wird Schokolade mit besonderen Erinnerungen oder Stimmungen (Trost, Belohnung, Genuss) assoziiert. Sie gewinnt so an emotionaler Bedeutung, Das Gehirn merkt sich das Wohlgefühl. Sobald Schokolade in der entsprechenden Situation gegessen wird, reagiert das Belohnungssystem im Hirn und schüttet Dopamin (sorgt für Glücksgefühle) aus. Leidenschaftliche Pasta-Liebhaber erleben das gleiche Phänomen beim Verzehr einer Portion Spaghetti. Fazit: Schokolade macht denjenigen glücklich, der sie gerne mag.

Video
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Schokoladenmassagen

Süße Sünde ohne Reue. Der Traum eines jeden figurbewussten Schokoholics wird wahr: Massagen mit flüssiger Schokolade. Viele Spas und die Kosmetikinstitute bieten „Hot Chocolate“-Behandlungen an. Dafür eignet sich jedoch nicht jede Sorte. Es muss schon eine sehr hochwertige Schokolade mit mindestens 80 Prozent Kakaoanteil sein, die zur Anwendung kommt. Der Grund: So können die in ihr enthaltenen Antioxidantien der Hautgesundheit zugute kommen.

Circa 40 Grad warme Schokolade, angereichert mit Kakao-, Sheabutter oder auch Mandelöl, bildet die Basis und pflegt die Haut streichelzart. Auf Wunsch entführen ätherische Öle wie zum Beispiel Zimt, Lavendel, Mandarine und Vanille, die Sinne in einen erholsamen Kurzurlaub vom Alltag.

Christiane Schott



Kommentare
16.12.2012
09:50
Um die Sache ab zu runden
von Catman55 | #1

hätte man zumindest kurz auf die Kindersklaven eingehen können, die für die Produktion der Kakaobohne eingesetzt werden. Aber Vorsicht: das könnte die Weihnachtstimmung negativ beeinflussen!

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