Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Kosmos

Forscher entdecken einen Zwilling der Erde im All

17.10.2012 | 17:52 Uhr
Wie mag es wohl in dem 4,3 Milliarden Lichtjahre entfernen Sonnensystem um den Stern Alpha Centauri B aussehen?Foto: Thinkstock

München.   Astronomen entdeckten erstmals einen Planeten, der so klein und leicht ist wie die Erde. Die Forscher bejubeln dies als großen Schritt auf dem Weg zur Entdeckung einer zweiten Erde. Zwar ist der kleine Planet zu heiß für Lebensformen, wie wir sie kennen, doch in seiner Umgebung könnte es weitere und womöglich bewohnbare Himmelskörper geben.

Dass es irgendwo im Weltraum Leben gibt, gilt unter Astronomen als ziemlich sicher. Nur: wo? Allein in der Milchstraße gibt es Milliarden Sterne und viele, so glauben die Forscher, werden von Planeten umkreist. Jetzt haben europäische Astronomen in direkter kosmischer Nachbarschaft der Erde einen Zwilling unseres Planeten entdeckt, berichtet das Fachmagazin „Nature“.

Der Himmelskörper ist nur 4,3 Milliarden Lichtjahre entfernt und kreist um den Stern Alpha Centauri B. „Dies ist der erste Planet mit einer erdähnlichen Masse, der um einen sonnenähnlichen Stern gefunden wurde“, jubelt Stephan Udry von der Sternwarte Genf und Mitglied des Forscherteams.

Zu heiß für Leben

Der neu entdeckte Planet kreist allerdings in so geringer Entfernung um seinen Stern, dass er ihn in nur 3,2 Tagen umrundet. „Auf dem Planeten sei es daher „viel zu heiß für Leben, wie wir es kennen“, so Udry. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass es um Alpha Centauri B weitere, möglicherweise in der lebensfreundlichen Zone kreisende Planeten gebe. „Diese Entdeckung ist ein wichtiger Schritt hin zu dem Nachweis einer zweiten Erde“, sagt Teamleiter Xavier Dumusque von der Universität Genf.

Seit Mitte der 90er-Jahre haben Astronomen etwa 800 Planeten um andere Sterne entdeckt. Die meisten sind deutlich größer als die Erde, viele davon sind unbewohnbare Gasriesen wie Jupiter. Möglich wurde die neue Entdeckung durch ein besonders sensibles Instrument, dem Harps-Spektografen am 3,6-Meter Teleskop in Chile. Es registriert geringste Schwankungen einer Sonne, die dann entstehen, wenn ein Planet beim Umlauf mit seiner Schwerkraft an ihr zerrt. Dieses geringfügige Wackeln ist umso stärker, je massereicher der Planet ist. Daher wurden zunächst große Planeten gefunden.

Venus zieht an Sonne vorbei

Die Sonne wackelt

In diesem Fall waren die Schwingungen extrem klein, sie sorgen dafür, dass sich Alpha Centauri B mit einem Tempo von 1,8 Kilometern pro Stunde hin und her bewegt – etwa der Geschwindigkeit eines krabbelnden Babys. Zum Vergleich: Unsere Sonne gerät durch die Erde nur mit 0,32 Kilometern pro Stunde ins Wackeln. Wir hätten uns also bislang selbst nicht entdeckt.

Christopher Onkelbach


Kommentare
18.10.2012
12:36
Forscher entdecken einen Zwilling der Erde im All
von mettnik | #6

Jetzt die daraus für mich folgenden Fragen:

- Wie wehrt man Psychoviren ab?
- Den Fungus entfernen und Wald pflanzen, oder besser auf die Centauri-Meditation und die Xenoempathie-Kuppel setzen?
- Welche Panzerung für Terraformer?

18.10.2012
11:00
Forscher entdecken einen Zwilling der Erde im All
von jessiesrevenge | #5

na zum glück ohne leben, sonst würde mir ET jetzt schon leid tun. denn, wenn jemand ne Invasion startet dann sind wir das wohl......


18.10.2012
10:21
Forscher entdecken einen Zwilling der Erde im All
von buntspecht2 | #4

Falsche Überschrift auf einen Zwilling könnte man leben

18.10.2012
10:05
wie praktisch!
von Berufshartzer | #3

dann können wir die Erde ja endgültig zerstören. Am Ende wandern wir einfach aus.

18.10.2012
09:52
Forscher entdecken einen Zwilling der Erde im All
von Throki | #2

Korrektur: Alpha Centauri ist natürlich 4,3 Lichtjahre entfernt, nicht 4,3 Milliarden Lichtjahre. Wäre auch sonst etwas weit als "nächster Nachbar" der Sonne.

18.10.2012
09:47
Forscher entdecken einen Zwilling der Erde im All
von Calva | #1

Unserem direkten Nachbarn Alpha Centauri eine Distanz von 4,3 Millarden Lichtjahren anzudichten... musste schmunzeln. Streichen Sie einfach "Millarden", dann passt es.

Aus dem Ressort
Verurteilter Wikileaks-Informant heißt nun offiziell Chelsea
Wikileaks
Der zu 35 Jahren Haft verurteilte Wikileaks- Informant Bradley Manning darf nun auch offiziell den Frauennamen Chelsea Elizabeth Manning tragen. Ein Gericht im US-Staat Kansas stimmte am Mittwoch der Namensänderung zu.
Sherpas sind nach Lawinen-Tod wütend auf die Regierung
Nepal
Der Lawinen-Tod von 16 Bergführern drückt die Stimmung. Doch der Ärger bei den Sherpas sitzt tiefer. Sie sind wütend auf die Regierung. Andere, glauben die Hochgebirgshelfer, machen das dicke Geschäft, nur sie nicht. Jetzt wandern sie talwärts.
Jan Delay bezeichnet Heino als Nazi
Heino
Der Deutschrapper Jan Delay hat den Musiker Heino in einem Interview als "Nazi" beschimpft. Ihm habe der Hype um den Volksmusiker, als dieser Rammstein-Songs neu interpretiert hat, überhaupt nicht gefallen. Damals habe er geschwiegen, um Heino nicht noch ein größeres Forum zu geben.
Bergsteiger packen nach Everest-Unglück ihre Sachen
Unfälle
Die Sherpas am Mount Everest trauern um ihre Freunde und Verwandten. Sie wollen nach dem Lawinenunglück nicht auf den Berg. Nach und nach brechen die Expeditionen ihre Vorhaben ab. Wird diese Saison noch jemand auf den Gipfel steigen?
Kinderporno-Verdacht in Odenwaldschule
Schulen
Vor vier Jahren wurde das Ausmaß eines lange zurückliegenden sexuellen Missbrauchs an der Odenwaldschule bekannt. Nun gibt es einen neuen Verdacht: Hat ein Lehrer Kinderpornos besessen? Das Internat wird von der Vergangenheit eingeholt.
Umfrage
Der Wahlkampf geht in die heiße Phase, immer mehr Plakate zieren die Straßen. Was halten Sie von den Motiven, mit denen die Parteien auf Stimmenfang gehen?

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase, immer mehr Plakate zieren die Straßen. Was halten Sie von den Motiven, mit denen die Parteien auf Stimmenfang gehen?

 
Fotos und Videos
Silozug kippt auf A44 um
Bildgalerie
Lkw-Unfall
Unruhen in Rio de Janeiro
Bildgalerie
Brasilien
Scoopshot-Bild des Tages
Bildgalerie
Fotoaktion