Zidane über Klopp: "Ich war der etwas bessere Fußballer"

Real Madrids Trainer Zinedine Zidane auf der Pressekonferenz.
Real Madrids Trainer Zinedine Zidane auf der Pressekonferenz.
Foto: dpa
Am Samstagabend stehen sich Real Madrid und der FC Liverpool im Champions-League-Finale in Kiew gegenüber. Der Respekt der Trainer ist enorm.

Kiew. Einen Tag vor dem großen Spiel im Olympiastadion der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben sich die Stars der beiden Vereine, die sich am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) im Finale der Champions League gegenüberstehen, den Medienvertretern gezeigt. Dazu zählen freilich auch die Trainer. Denn nicht nur das Duell der beiden Superstars Cristiano Ronaldo von Real Madrid und Mohamed Salah vom FC Liverpool wird mit großer Spannung erwartet. Auch die beiden Trainer-Größen Zinedine Zidane (45) und Jürgen Klopp (50) werden am Samstag im Fokus stehen.

Es ist ein Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Persönlichkeiten. Auf der einen Seite Real-Trainer Zidane, der in einem Arbeiterviertel in Marseille aufwuchs und zu einem der besten Fußballer reifte, die dieser Planet je hervorgebracht hat. Zidane wurde Welt- und Europameister (1998, 2000) mit Frankreich und schoss Real Madrid 2002 mit dem wohl schönsten Treffer der Finalgeschichte zum Champions-League-Titel gegen Bayer Leverkusen. Und auch als Trainer überzeugt der 45-Jährige. Zweimal in Folge gewann er mit Real die Königsklasse. Etwas, das vor ihm noch niemandem gelungen ist. Am Samstag kann er den Hattrick perfekt machen.

Klopp verehrt Zidane

Ihm gegenüber steht Jürgen Klopp. Sein Erfolge als Spieler waren überschaubar. Der im Schwarzwald aufgewachsene Liverpool-Trainer war ein solider Zweitliga-Spieler, der es jedoch nie in die Bundesliga schaffte. Dafür startete Klopp als Trainer durch. Den FSV Mainz 05 führte er in die Bundesliga, Borussia Dortmund zu zwei Meistertiteln (2010, 2012), zum DFB-Pokalsieg (2012) und einer Champions-League-Finalteilnahme (2013). Nun steht er zum zweiten Mal im Finale der Champions League und möchte seinen ersten internationalen Titel gewinnen. Im Gegensatz zu Zidane verkörpert Klopp einen emotionalen Trainer, der an der Seitenlinie lieber einen Trainingsanzug als Lackschuhe und einen feinen Anzug trägt.

Klopp muss nun einen Mann besiegen, den er persönlich verehrt: "Zidane war einer der fünf besten Spieler aller Zeiten", sagte er bei der Pressekonferenz. "Er ist jetzt zweieinhalb Jahre Trainer bei Real und kann zum dritten Mal die Champions League gewinnen. Das hat es vorher noch nie gegeben. Zidane ist brillant. Er ist ein Kämpfer. Er kommt von den Straßen Marseilles und war damals schon ein Kämpfer. Sonst legt man nicht so eine Karriere hin."

Zidane sieht Real nicht in der Favoritenrolle

Als der ehemalige Weltfußballer Zidane auf Klopp angesprochen wurde, hatte er zunächst die Lacher auf seiner Seite: "Ich glaube, ich war der etwas bessere Fußballer", fügte Zidane schmunzelnd hinzu: "Das heißt aber nicht, dass er ein schlechter war. Er war ein guter Fußballer. Als Trainer bewundere ich ihn sehr. Er leistet phänomenale Arbeit. Mir gefällt sein Fußball."

Der gegenseitige Respekt ist auch in Bezug auf das Spielermaterial groß. Zidane geht von einem "50/50-Spiel" aus. Den zwölffachen Titelträger sehe er nicht in der Favoritenrolle.

Etwas kämpferischer äußerte sich Klopp, der wieder einen äußert entspannten Eindruck hinterließ. Der deutsche Fußball-Lehrer weiß, dass seine Mannschaft deutlich weniger Erfahrung besitzt als die mit Weltstars gespickten Madrilenen. Doch Klopp glaubt an seine Chance: "Niemand hat daran geglaubt, dass wir ins Finale kommen. Aber das ist Liverpool. Dieser Verein hat die DNA, um große Dinge zu erreichen. Wir haben es verdient, hier zu sein."

 
 

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