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Jürgen Freiburg endlich auf dem Siegerpodest

10.08.2012 | 09:00 Uhr
Jürgen Freiburg endlich auf dem Siegerpodest

Hohenlimburg.   Seit fünf Jahren fährt der Hohenlimburger Jürgen Freiburg in seinem VW Corrado Langstreckenrennen auf dem Nürburgring. Die Zahl der Konkurrenten in der Klasse bis zwei Liter Hubraum hat dabei aus Kostengründen stetig nachgelassen, doch zu einem Sieg sollte es einfach nicht reichen. Drei zweite Plätze im Vorjahr lieferten das Bestergebnis.

Seit fünf Jahren fährt der Hohenlimburger Jürgen Freiburg in seinem VW Corrado Langstreckenrennen auf dem Nürburgring. Die Zahl der Konkurrenten in der Klasse bis zwei Liter Hubraum hat dabei aus Kostengründen stetig nachgelassen, doch zu einem Sieg sollte es einfach nicht reichen. Drei zweite Plätze im Vorjahr lieferten das Bestergebnis. Und die neue Saison fing denkbar unglücklich mit zwei Ausfällen an. „Der Druck, endlich Erfolg zu haben, war schon enorm groß“, wollte Freiburg seine Sponsoren und Motorsport-Freunde endlich mit positiven Schlagzeilen beglücken.

Und tatsächlich: Ausgerechnet beim „Königsrennen“ dieser sonst auf vier Stunden begrenzten Serie, dem sechsstündigen Event um den ADAC-Ruhr-Pokal, platzte der Knoten, kamen Freiburg und sein Hagener Partner und Mechaniker Norbert Kraft sogar mit deutlichem Vorsprung als Erste ins Ziel. „Auf dieses Gefühl habe ich lange gewartet. Als mir die Streckenposten zum Zeichen der Schlussrunde zuwinkten, war das schon ein sehr emotionaler Moment“, erzählt der Hobby-Rennfahrer.

Die restlichen Kilometer ins Ziel fuhr er extrem vorsichtig, wich den Fahrzeug- oder Reifenteilen, die durch etliche Pannen der insgesamt 165 gestarteten Rennwagen entstanden, konzentriert aus. Seine Maxime war: „Bloß nicht stehenbleiben“, denn der Vorsprung auf den zweitplatzierten Opel Manta, zu dessen vier Fahrern auch der Opel-Motor-Chef Volker Strycek gehört, betrug mehrere Runden. Zwei ebenfalls in dieser Klasse gestartete VW Golf mit russischen Piloten waren schlichtweg zu langsam.

Beim Training, wo ein genau auf Augenhöhe des Fahrers auf die Windschutzscheibe prallender Vogel für einen heftigen Schreckmoment sorgte, hatte es Freiburg bei einer einzigen Runde über 23 km bewenden lassen. Dass er deshalb in der Startaufstellung nur Rang 144 belegte, störte ihn nicht: „Um mich herum waren dadurch nur Fahrzeuge, die ich ohne gewagte Manöver überholen und so ganz mein eigenes Tempo fahren konnte“, erklärt Freiburg seine Taktik.

Fast wäre er während seines ersten zweieinhalbstündigen Turns bis zum Auftanken und Fahrerwechsel in eine Kollision verwickelt worden, musste stark in die Bremsen steigen, als ein auf die Wiese abgedrängter BMW in seine Richtung zurückschleuderte. Ansonsten aber lief alles wunschgemäß, zahlte sich die weicher gewählte Abstimmung zur Schonung der zuletzt gebrochenen Antriebswelle positiv aus. „Die Nordschleife ist eben sehr wellig, da hebt man regelrecht ab, ist die Belastung besonders groß“, erklärt Freiburg. Schon als Kraft ans Steuer ging, zeichnete sich ab, dass die Konkurrenten chancenlos sein würden - vorausgesetzt, es käme nicht erneut zu einem schwerwiegenden Defekt.

Konsequenz: Freiburg drückte das Gaspedal auf den letzten eineinhalb Stunden, vor denen ihm bemerkenswerterweise der sieggewohnte Manta-Pilot Olaf Beckmann viel Glück wünschte, nur noch selten durch. „Beim letzten Turn bin ich ganz auf Nummer sicher gefahren.“ Trotzdem machte er in in der Gesamtwertung einen Sprung auf Platz 84.

Finanziell hat sich der Erfolg übrigens nicht bezahlt gemacht. „Außer einem Pokal gibt es nichts zu gewinnen, denn auf Preisgelder können nur Teams hoffen, die in der Gesamtwertung einen Spitzenplatz belegen und mindestens acht Rennen in einer Saison fahren.“

Das kommt für Freiburg und Kraft aber nicht infrage. „Mit unseren Sponsoren ist ganz klar abgesprochen, dass wir nur die halbe Serie fahren, also jetzt noch zwei Rennen bestreiten und dann aussteigen. Das ist nicht nur eine Geldfrage, sondern liegt auch am hohen zeitlichen Aufwand“, möchte der 45-jährige im September den Corrado in die Garage schieben und quasi in den Winterschlaf verabschieden. Allerdings könnten weitere Erfolge (das nächste Rennen steigt am 25. August) seine Meinung ändern. „Vielleicht machen wir ja das halbe Dutzend voll“, lässt er sich bei der Saisonplanung ein kleines Schlupfloch offen.

Bernd Großmann

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