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OB-Wahl

Richard Wittsiepe will mit Fünf-Punkte-Plan punkten

23.05.2012 | 09:00 Uhr
Dr. Richard Wittsiepe will Oberbürgermeister in Duisburg werden. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.  Der Finanzfachmann Dr. Richard Wittsiepe tritt als „Duisburger mit Leib und Seele“ als Oberbürgermeister-Kandidat der Bürgerinitiative "Neuanfang Duisburg" an. Die WAZ stellt die OB-Kandidaten vor der Wahl am 17. Juni in einer Serie vor.

Wer ist Richard Wittsiepe?

Der 54-Jährige stellt sich so vor: „Ich bin in Kaßlerfeld geboren, habe lange in Duissern gewohnt, jetzt lebe ich ich Rahm“: ein Ur-Duisburger. Nach dem Abitur am Steinbart-Gymnasium hat Wittsiepe in Bochum studiert und mit 22 Jahren sein Diplom als Ökonom abgelegt, „was einen Rekord an der Fakultät darstellte“.

Nach Tätigkeiten bei der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie in Düsseldorf und bei Prüfungsgesellschaften hat er sich 1990 mit einer Kanzlei selbstständig gemacht. Wittsiepe bezeichnet sich als „typischen mittelständischen Dienstleister“, präsentiert sich als seriöser, sachorientierter Macher, der „viel gesehen hat und ganz dicht dran ist“.

„Ich bin eingefleischter MSV-Fan“, sagt Wittsiepe , der außerdem 15 Jahre Vorsitzender eines Schachvereins war. Er ist verheiratet, hat keine Kinder.

Neuanfang nach der Loveparade
OB-Wahl in Duisburg

Am 17. Juni wählen die Duisburger ihren neuen Oberbürgermeister. Aktuelle und ausgewählte Artikel finden Sie auf unserer Spezialseite zur Wahl.

Warum kandidiert er?

„Ich bin Duisburger mit Leib und Seele, ich will etwas in meiner Stadt tun.“ Politische Erfahrungen gesammelt hat er bei der FDP auch als sachkundiger Bürger im Rat, in einer Bürgerinitiative engagierte er sich erstmals 2006 beim Bau des Parallelkanals. „Geldverschwendung und chaotische Planung“ hätten ihn als Finanzfachmann sehr verwundert.

In der nach der Loveparade-Katastrophe gegründeten Bürgerinitiative „Neuanfang Duisburg“ engagierte er sich vom ersten Tag an „bis zum Erfolg der Abstimmung“. Das münde jetzt in der Kandidatur . Er sehe eine „katastrophale Politik“ und wolle als Bürger Verantwortung übernehmen – auch für das höchste Amt.

Duisburgs OB-Kandidaten

Was will er?

„Wir haben ein Programm“, sagt Wittsiepe und präsentiert einen Fünf-Punkte-Plan. Die Ideen habe er entwickelt, nachdem er das Haushalts-Sanierungskonzept durchgearbeitet hatte.

  • 1. Die Jugendarbeitslosigkeit (bis 29-Jährige) müsse in den Stadtteilen durch Coaching-Angebote und Betreuung bei der (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt bekämpft werden. Dadurch könne einer der größten Ausgabenposten im Haushalt saniert werden.
  • 2. Das „Unternehmen Stadt Duisburg“ müsse neu strukturiert werden, dabei Aufgabenüberschneidungen städtischer Eigengesellschaften und finanzielle Doppelbelastungen reduziert werden.
  • 3. Mittelständische Strukturen statt Leuchtturmprojekte fördern.
  • 4. Förderung bürgerlichen Engagements und einer freien, eigenständigen Kulturszene. Die Verwaltung blockiere eher die Kulturszene. Dabei dürfe nicht freie Szene gegen Hochkultur ausgespielt werden.
  • 5. Erhalt gewachsener Lebens- und Sozialräume. Beispiel: Kein FOC, das „schon jetzt schädlich für den Mittelstand und ein Investitionshindernis ist“; gelungen sei dagegen die Entwicklung am Sternbuschweg, wo in der bestehenden Struktur ein Geschäftszentrum entstanden ist. Oder: Stadtsanierung statt Grüngürtel in Bruckhausen. „Alles ist sofort umsetzbar und kostet nicht viel.“
OB Adolf Sauerland und seine Vorgänger

Wenn ich OB wäre...

...würde ich die Leitlinien vorgeben.“ Er frage sich, ob die Dezernenten zur Zeit alle in eine Richtung arbeiteten. Wittsiepe will Projekte frühzeitig bekannt machen, dann dazu Informationen aus der Bürgerschaft einholen. Bislang seien Entscheidungsprozesse zu undurchsichtig.

Beispiel IMD: „Keiner weiß, warum an wen verkauft wird.“ Oder bei Ausschreibungen: Da gebe es „ausgetretene Pfade“. Wittsiepe traut sich zu, eine große Verwaltung zu führen. „Ich habe auch Weltkonzerne beraten – das ist ja kein Hexenwerk.“ Und er habe „überhaupt kein Problem, mit den Duisburgern so zu sprechen, dass sie mich verstehen“.

Anne Horstmeier


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