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Iserlohn Roosters stürmen Richtung Play-offs

02.03.2012 | 23:09 Uhr
Iserlohn Roosters stürmen Richtung Play-offs
Michael Wolf (13) sorgte mit dem Anschlusstreffer für die Wende.

Iserlohn. Die Roosters stürmen weiter Richtung Play-offs. Auf ihrem Weg ließen sie sich im Sechs-Punkte-Spiel auch nicht von einem 0:2 aufhalten. Nun können sie am Sonntag mit einem Sieg bei den allerdings ebenfalls derzeit nicht zu stoppenden Kölnern möglicherweise schon alles klarmachen.

Iserlohn Roosters – Krefeld Pinguine 5:2 (0:2, 2:0, 3:0). Es war ein packender Kampf mit offenem Visier. Schon die Anfangsphase machte deutlich, was auf die Roosters zukommen würde. Die Gäste waren hellwach, attackierten konsequent und früh, ließen die Iserlohner so überhaupt nicht zur Entfaltung kommen und schlugen eiskalt zu. Die Hausherren hatten große Not, die Scheibe aus der Gefahrenzone zu bringen und ein strukturiertes Angriffsspiel aufzubauen. Fast alles blieb daher Stückwerk. Gepaart mit individuellen Fehlern brachte das die Blau-Weißen in die Bredouille.

Ein kapitaler Schnitzer von Lasse Kopitz leitete das frühe 0:1 ein. Er vertändelte unnötig die Scheibe im eigenen Drittel, die Pinguine setzten vehement nach und gingen durch Duncan Milroy in Front (5.). Diese kalte Dusche zeigte Wirkung. Krefeld wurde noch selbstbewusster, Iserlohn wirkte nervös. Nur einmal kam der IEC wirklich gefährlich vor das gegnerische Gehäuse, Tobias Wörle und Michael Wolf scheiterten an Scott Langkow (10.). Effektiver agierten die Rheinländer. Einen ihrer zahlreichen gefährlichen Vorstöße schloss Richard Pavlikovsky mit einer Direktabnahme zum 0:2-Pausenstand ab (18.). Es sah wirklich nicht gut aus für die Hausherren, die unmittelbar vor Drittelende eine 26 Sekunden dauernde 5:3-Überzahl nicht nutzen konnten. Und der Überzahlvorteil nach dem Wechsel war schnell dahin, weil sich Robert Hock nach seinem ebenfalls unnötigen Scheibenverlust im eigenen Drittel nur durch ein Foulspiel gegen Daniel Pietta retten konnte. Doch von der Strafbank kommend hatte der Kapitän den Anschlusstreffer auf dem Schläger, aber er kam an Langkow nicht vorbei (23.). Krefeld war besser und besaß Vorteile bei den Zweikämpfen. Es drohte also weiterhin eine bittere Niederlage.

Wolf vollstreckte aus fast unmöglichem Winkel - 1:2

Bis zu jener genialen Aktion des Iserlohner Eishockey-Traumpaares, die auch dem anwesenden Bundestrainer Jakob Koelliker gefallen haben dürfte. Denn aus dem eigenen Drittel heraus legte Hock mit einem Diagonalpass zu Wolf auf, der verlud Langkow und vollstreckte aus fast unmöglichem Winkel (29.). 1:2! Der Bann war gebrochen!

Nun wurden die Aktionen der Hausherren selbstbewusster. Zwingender und besser. Es entwickelte sich Hexenkesselatmosphäre in der ausverkaufte Halle. Das Derby wurde hitziger, härter, nickeliger. Play-off-Eishockey! Als die Roosters eine fast vierminütige Unterzahl (mit einem gefährlichen Wolf-Konter) überstanden hatten, waren sie endgültig im Spiel und konnten sieben Sekunden vor Ablauf des Mitteldrittels den Ausgleich bejubeln. Nach Abwehr von Langkow war Michael Hackert zur Stelle, die schwachen Unparteiischen Hascher und Schimm sicherten die Entscheidung allerdings per Videobeweis ab. Doch jetzt war wieder alles offen, allerdings mit dem psychologischen Vorteil für den IEC.

Diesen nutzte das Team kurz nach Wiederbeginn. Drei Sekunden vor Ablauf eines Überzahlspiels setzte Hock nach Langkows Parade nach (43.). Das Match war endgültig gedreht. Wenig später wurde sogar das 4:2 durch Jeff Cowan gefeiert, doch der hatte, so der Videobeweis, im Torraum gestanden (44.). Diese Szene verlieh den Gästen nun wieder frischen Wind, sie brachten den IEC mächtig ins Schwitzen. Es wurde weiter gezittert. Und wie! Bis zu jenem tollen Angriffszug über Hackert, den Colton Fretter abschloss (55.) Und mit einem Treffer ins leere Tor krönte Jeff Giuliano das Spektakel.

Michael Topp


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