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NRW-Sportschule rudert auch

29.02.2012 | 19:37 Uhr
NRW-Sportschule rudert auch
Trainer des RV Gelsenkirchen und Lehrer an der Gesamtschule Berger Feld: Jochen Wittor. Foto: Detlev Seyb

Erle. Der Ruderverein Gelsenkirchen möchte den Rudersport in der Stadt wieder attraktiver gestalten. Klubchef Peter Peters hat dafür nun die ersten Grundlagen schaffen können. Mit der Verpflichtung von Jochen Wittor hat er einen Trainer ins Boot geholt, der dem RV Emscher Wanne-Eickel zehn Jahre lang als Chefcoach nationale und internationale Erfolge bescherte.

Sein Erfahrungsschatz gerade mit jungen Athleten passt optimal ins Konzept, das sich Peters und sein Vorstandsteam gemeinsam mit Georg Altenkamp, dem Direktor der Gesamtschule Berger Feld, ausgedacht haben. Rudern gehört nämlich seit neuestem zum festen Programm der künftigen NRW-Sportschule. Jochen Wittor, der in Wanne einige Talente in die Nationalmannschaft führte, ist dort als Sportlehrer fest installiert und soll erfolgreiche Schulruder-Mannschaften aufbauen, die dreimal in der Woche in der dritten und vierten Stunde an der Uferstraße ausgebildet werden und auf Wunsch auch am Nachmittag im Verein gefördert werden. Eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Wie ernst es Schulleiter Georg Altenkamp jedenfalls mit seinem neuesten Sport-Projekt meint, hat er im Vorfeld des Kettwiger Indoor-Cups bereits bewiesen, wo der RVG schon mit einigen hoffnungsvollen Talenten vertreten war: Der 64-Jährige orderte gleich zehn Ergometer fürs Schul- und Vereinstraining. Die will Jochen Wittor nun intensiv nutzen. Mit den Klassen fünf, sechs und sieben wird er sich an der Aktion „Die schnellste Klasse Deutschlands“ beteiligen. Das dann künftig in jedem Jahr. „Dann habe ich in drei Jahren alle Schüler von der Klasse fünf bis zehn gesichtet. Ich fange hier bei Null an, und wir sind alle gespannt, was wir irgendwann einmal erreichen können.“

In einem Verein, der mit dem Olympiasieg des Zweiers Bernhard Knubel/Heinz Renneberg/Klaus Zerta 1960 seinen sportlichen Höhepunkt erlebte und 1988 stolz auf Achter-Olympiasieger Thomas Domian sein durfte, weil der in Gelsenkirchen das Rudern erlernte. Als Peter Peters schließlich 2008 den Vorsitz übernahm, hatte sich der Verein auf dem eher unattraktiven Hafengelände neben dem Schrottplatz längst aus der Regattalandschaft verabschiedet. Von den 85 Vereinsmitgliedern war gerade noch eines unter 21 Jahren.

Online-Hausaufgaben

Heute sieht es schon deutlich besser aus, weil sich der neu gewählte Vorstand den Wiederaufbau auf die Fahnen geschrieben hat, weil eigens ausgebildete Trainer wie Thorsten Arnold und Manuel Becker immer mehr Jugendliche für den Rudersport begeistern können und die neuen Strukturen Tag für Tag immer konkreter werden. Während Peters um Sponsoren wirbt, um den maroden Bootspark wieder wettbewerbsfähig zu machen, um auch den anvisierten Umzug in ein neues Bootshaus irgendwann realisieren zu können, soll Wittor mit weiteren Übungsleitern nun die sportliche Schlagzahl deutlich erhöhen.

„Wir brauchen Zeit und nehmen uns auch die Zeit dafür“, sagt Jochen Wittor, der seinen neuen Job an Schule und Verein als Lebensaufgabe betrachtet. Mit der professionellen Sportförderung an der Gesamtschule Berger Feld im Rücken könne der Rudersport in Gelsenkirchen wieder enormen Vortrieb erfahren. Woanders sei es nicht selbstverständlich, dass Talente für Wettkämpfe und Trainingslager freigestellt würden, dass Rudern genauso zum Unterricht gehöre wie Mathe, Deutsch oder Erdkunde. Für Schulleiter Georg Altenkamp, der vor 15 Jahren Fußball an seiner Schule installierte, ist es eine Selbstverständlichkeit.

Er legt aber auch großen Wert darauf, dass die Schüler neben dem Sport in den ganz normalen Alltag integriert sind („Bei uns gibt es keinen Starkult“), dass sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert, auf den beruflichen Alltag vorbereit werden und die schulischen Leistungen stimmen. Schließlich könnten Hausaufgaben im Trainingslager auch online erledigt werden. Nach dem Rudertraining.

Detlev Seyb


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