Nach der Wut folgt Dialog

Dennis Betzholz

Die Katze ist aus dem Sack – und sie war aus Sicht der Lüner eine vermurkste Kreatur. Eine von fünf Forensiken, die keiner haben wollte und schon gar nicht in der Nachbarschaft, kommt nach Lünen. In der Haut von NRW-Gesundheitsministerin Steffens (Grüne)mochte sicher niemand stecken: Fünf Städte werden schimpfen, sich wehren, vielleicht sogar klagen. So oder so. Bürgerinitiativen werden nun Druck machen – auch das ist menschlich, ja, sogar sehr nachvollziehbar. Der Wutbürger lebt.

Doch in ein paar Tagen, wenn der erste Schock, die blanke Wut, vergangen sind, sollte ein produktiver Prozess beginnen. Dortmund hat es vorgemacht: Die Vorbehalte der Nachbarschaft gegenüber der Forensik sind längst gewichen, weil ein gemeinsamer Dialog geführt wurde. Weil Ängste durch Transparenz abgebaut und Anwohner in Planungen eingebunden wurden. Mittlerweile ist das Problem keines mehr. Bis dahin ist es aber zugegeben noch ein langer Weg.