Marc-André Podgornik

Eins vorweg, die Angestellten im öffentlichen Dienst haben sich ihren Anteil an der positiven Wirtschaftsentwicklung verdient. Ein Lohnplus muss her. Da das ohne Streiks nicht zu erreichen ist, sind die Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr und bei der Abholung des Hausmülls hinzunehmen. Das ist manchmal ärgerlich, aber sicherlich zu verkraften, wenn es nicht Überhand nimmt. Mit Fahrgemeinschaften kann das eine, durch beherztes Drücken auf den Müll das andere Problem meist behoben werden.

Etwas anders ist es bei der Kinderbetreuung. Hier sind die Eltern ganz auf sich allein gestellt. Oft ist es nicht möglich, kurzfristig für eine Betreuungsalternative zu sorgen. Die Eltern sind gezwungen, bei ihrem Arbeitgeber um Nachsicht zu bitten und sich frei zu nehmen. Nicht alle Arbeitgeber reagieren darauf flexibel – manche können es auch nicht, weil ihnen das Personal fehlt.

In den Kindertagesstätten und Grundschulen zumindest eine Notbetreuung anzubieten, sollte in jeder Kommune möglich sein. Andernfalls sind die Folgen eines Mitarbeiterstreiks unverhältnismäßig. Nicht zuletzt leidet dann die Akzeptanz eines Arbeitskampfes empfindlich. Auch in Streikzeiten hilft Fingerspitzengefühl weiter.