"Zukunftsperspektive", aber keine Jobgarantie

Caterpillar-Geschäftsführung, Betriebsrat und die IG Metall haben eine Positive Zukunftsperspektive für den Standort Lünen und seine 950 Beschäftigten erarbeitet. Das erklärte der stellvertretende Betriebsrats-Vorsitzende Josef Grabowski gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Job-Garantien für die Belegschaft gebe es indes keine.

LÜNEN.. Zuvor hatten sich alle Beteiligten am Vormittag zu einer zweistündigen Betriebsversammlung in einer Werkshalle der Caterpillar Global Mining Europe GmbH Lünen an der Industriestraße 1 getroffen.


Ziel der Vereinbarung sei es, dass es in naher Zukunft zu keinem Arbeitsplatzabbau komme, sagte Grabowski weiter. Garantien dafür habe die Geschäftsführung allerdings keine abgegeben. Dem Vernehmen nach soll es sich bei "naher Zukunft" um die Jahre 2015/16 handeln.

Dr. Ulrich Paschedag, Leiter der Untertage-Produktion, hatte - wie berichtet - Mitte November erklärt, dass dem Lüner Werk ein schweres Jahr 2015 bevorstehe und er nicht sagen könne, ob danach noch 100 Prozent der 950 Beschäftigten an Bord seien. Dafür sei die Situation auf den Kohlemärkten zu unsicher. Caterpillar fertigt Maschinen zum Kohleabbau und leidet wegen niedriger Kohlepreise auf dem Weltmarkt unter Auftragsrückgängen.

Keine tarifbindende Vereinbarung

Caterpillar-Geschäftsführer Jan Rohwer bekräftigte am Freitag gegenüber dieser Redaktion die früheren Aussagen Paschedags. Wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds setze das Unternehmen auf ein neues Geschäftsfeld (Hochtechnologie), sagte Rohwer. Dabei handele es sich die Produktion von Maschinen für den Abbau von Erzen (Hartgestein).


Zu diesem Zweck sollen Mitarbeiter umgeschult, weiter qualifiziert werden. Ob dies reichen werde, um die 950 Arbeitsplätze zu erhalten, ließ Rohwer offen. "Darum bemühen wir uns jedenfalls in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft." Dies sei auch Sinn und Zweck der "Positiven Zukunftsperspektive". Der Caterpillar-Geschäftsführer stellte klar, dass es sich bei der Zukunftsperspektive nicht etwa um eine tarifbindenden Vereinbarung handele.

15 junge Menschen in Ausbildung


Zu der Forderung der Belegschaft und der IG Metall, auch künftig allen fertigen Auszubildenden einen Arbeitsplatz anzubieten, sagte Jan Rohwer, dass das Unternehmen auch künftig im Schnitt 20 junge Leute ausbilden werde - notfalls über den eigenen Bedarf hinaus: "Wir können aber nicht zusagen, dass alle Auszubildenden übernommen werden." Laut Betriebsrat beenden 15 junge Männer und Frauen im Januar ihre Ausbildung.

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