Weitere 150 Asylbewerber kommen nach Schwerte

Am Montagabend (10.8.) gegen 18 Uhr werden 150 Flüchtlinge in Schwerte ankommen. Diese Nachricht erreichte die Stadtverwaltung am Mittwoch (5.8.) kurz vor 12 Uhr. Drei Stunden später stand fest: Die Menschen werden in der Dreifachsporthalle am Stadtpark untergebracht.

Schwerte. Was offiziell "Amtshilfeersuchen" heißt und von der Bezirksregierung Arnsberg kam, konnte nach Auffassung des Bürgermeisters de facto nicht abgelehnt werden. Böckelühr berichtete am Nachmittag in einer eilig anberaumten Pressekonferenz: "Die Bezirksregierung wünscht eine möglichst zentrale Unterbringung. Die Menschen sind nicht geimpft, ihre Personalien sind noch nicht erfasst, niemand weiß etwas über sie. Sie kommen erst Montagmorgen in Arnsberg an. Alle Formalitäten und Gesundheitsuntersuchungen müssen hier stattfinden. Dazu kommen die zuständigen Ämter hierher."

Man rechnet auf der Grundlage der aktuellen Erfahrungen damit, dass 60 Prozent der Menschen aus Westbalkanstaaten kommen, etwa ein Drittel syrische Kriegsflüchtlinge sind und der Rest aus China, Afghanistan, Schwarzafrika, etc. stammt. Vize-Regierungspräsident Volker Milk habe in einem Telefonat ein Bleiben der Flüchtlinge bis mindestens Ende Oktober avisiert.

Stab für außergewöhnliche Ereignisse einberufen

Heinrich Böckelühr hat am Mittwochmittag direkt den "Stab für außergewöhnliche Ereignisse" einberufen. Gemeinsam hat man die Entscheidung für das Gebäude am Stadtpark gefällt und eine Menge Arbeit verteilt, die jetzt irgendwie parallel erledigt werden muss. Böckelühr: "Um die Notunterkunft einzurichten, brauchen wir Betten und Paravents. Wir müssen organisieren, dass die Flüchtlinge drei Mahlzeiten am Tag bekommen. Später brauchen wir bestimmt auch weitere Duschen und Dixie-Klos. Der Turnhallen-Boden muss abgedeckt und ein Sicherheitsdienst beauftragt werden."

Die Sportvereine wurden am Mittwoch (5.8.) über die kurzfristige Schließung der Halle informiert. Schon ab Donnerstag (6.8.) ist dort kein Sport mehr möglich. Ob es für die Vereine und die Schulen Alternativen gibt? Der Bürgermeister machte am Mittwoch keinen Hehl daraus, dass die Sorge zunächst den ankommenden Menschen gelte. Erst wenn die menschenwürdig versorgt seien, könne man sich um den Schul- und Sportbetrieb kümmern. Die Malteser und das Rote Kreuz sind alarmiert, ebenso der Arbeitskreis Asyl. Auch die Polizei wird sich auf die neue Situation am Stadtpark einstellen.

Keine weiteren Zuteilungen geplant

Nach der Aufnahme der 150 Flüchtlinge müsse die Stadt nicht mit weiteren Zuteilungen rechnen, hat Volker Milk dem Bürgermeister versichert. Bisher sind pro Woche rund zehn Personen nach Schwerte überwiesen worden. Jetzt kommen 150 auf einen Schlag. Das macht die Dimension deutlich. "Das hat uns mit voller Wucht getroffen", formulierte Böckelühr. Gleichzeitig strahlte er Zuversicht aus, dass Schwerte die schwierige Situation stemmen könne. Und Besorgnis, dass der Flüchtlingsstrom im Herbst noch weiter anschwellen werde.

Während die Stadt für die bisher hier lebenden Flüchtlinge lediglich 30 Prozent der Kosten vom Land erstattet bekam, übernimmt das Land die Kosten für die 150 neuen Flüchtlinge übrigens komplett.

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