Seniorin aus Schwerte heizte zwei Tage mit dem Backofen

In diesem Haus der GWG in Schwerte mussten Mieter fünf Tage ohne Heizung auskommen. Foto: Bodo Brauer
In diesem Haus der GWG in Schwerte mussten Mieter fünf Tage ohne Heizung auskommen. Foto: Bodo Brauer
Foto: Bodo Brauer
Weil die Heizung im kompletten Mietshaus nicht funktioniert, benutzte eine 84 Jahre alte Rentnerin aus Schwerte ihren Backofen als Wärmequelle.

Schwerte.. In der Wohnung von Ehepaar Minow am Hermann-Löns-Weg in Schwerte ist es kühl, die Zimmertemperatur liegt am Donnerstagmorgen gerade bei 17 Grad. Nachbarin Josefa Otto heizte sogar zwei Tage lang mit dem Backofen. Der Grund: die Heizungsanlage funktionierte nicht - im gesamten Haus.

Lediglich ein Heizlüfter, den das Ehepaar Minow am Donnerstagmorgen von der Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft (GWG) zur Verfügung gestellt bekommen hat, sorgte für etwas Wärme in der Wohnung der Rentner.

"Das ist alles, nur nicht altersgerecht", so Wilfried Minow über die Situation. Laut seinen Angaben, bereite die Heizungsanlage im Haus seit Januar Probleme, doch seit fünf Tagen funktioniere sie so gut wie gar nicht mehr.

Mehrere Tage vertröstet

Für den 77-Jährigen und seine Ehefrau bedeutet eine solche Situation mehr als nur eine Unannehmlichkeit. Denn Rosemarie Minow ist schwer krank. Die an Demenz leidende Rentnerin ist rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen, der Lebensraum des Ehepaares beschränkt sich auf die Wohnung.

"Die Pflegerin musste meine Frau in einem Badezimmer mit kaltem Wasser duschen und waschen. Das ist doch kein Zustand." Schon für mehrere Tage seien er und die anderen betroffenen Mieter vertröstet worden.

Auch Josefa Otto, die ein kleines Appartement im Souterrain des Wohnhauses bewohnt, litt wegen der Kälte. Aus Verzweiflung heizte die 84-jährige Rentnerin sogar zwei Tage lang mit dem Backofen.

Schwer, den Fehler zu finden

Eigentümer des Hauses am Hermann-Löns-Weg ist die GWG. Auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte die GWG ein Problem mit der Heizzentrale in den vergangenen Tagen und erklärt die Situation folgendermaßen: "Es handelt sich um eine große zentrale Einheit, die insgesamt 218 Parteien versorgt", erklärt Ralf Grobe von der GWG.

"Bei dieser Größe war es leider nicht einfach, den Fehler zu lokalisieren." Doch nach intensiver Suche hätten die Monteure am Donnerstagnachmittag ein defektes Ventil entdeckt, das für den Totalausfall verantwortlich sein soll. "Es wurde ausgetauscht, das Problem ist inzwischen gelöst. Auch die Wärme kommt wieder bei den Mietern an."

Das bestätigte auch Wilfried Minow. "Die Heizung wird langsam wieder warm."

EURE FAVORITEN