Schwerter Gastronomen: Essen nicht wegwerfen

Im Restaurant satt gegessen, aber auf dem Teller ist noch etwas übrig? Die Reste müssen nicht in den Müll, sie können auch mit nach Hause genommen werden. Dafür will die Bundeskampagne "Restlos genießen" werben. Wir haben Schwerter Gastronomen zum Thema befragt - die Reaktionen reichen von überrascht bis amüsiert.

Schwerte.. Die Portion war zu groß oder der Hunger zu klein - im Restaurant ist noch Essen auf dem Teller, aber man ist bereits satt. Viele Speisen wandern anschließend in den Müll. Mit der bundesweiten Kampagne "Restlos genießen" wirbt das Bundesministerium für Ernährung nun dafür, dass die Reste eingepackt und von den Gästen mitgenommen werden. "Zu Hause wird so ein Snack oder eine Vorspeise für den nächsten Tag daraus", sagte Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin, zum Start der Aktion.

Mehrere Ansatzpunkte, sparsam zu arbeiten

Bei einer kleinen Umfrage zeigten sich Schwerter Gastronomen überrascht bis amüsiert von einer Idee, die für sie alles andere als neu ist. "Wir schmeißen nichts weg", sagt zum Beispiel Jörg Prüser, Geschäftsführer des Freischütz. "Das können wir uns schon allein aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten."

Die Schwerter Gastronomen betreiben bereits ohne Ministerinitiative einen gehörigen Aufwand, um das Wegschmeißen von Essen zu vermeiden. Das fängt in der Küche an. "Mit dem richtigen Küchenchef kann man restefrei planen", so Tobias Bäcker von der Rohrmeisterei. In Fonds, Geschnetzeltem oder Terrinen könnten Küchen-Reste verwertet werden.

Das geht bei der Speisekarte weiter. "In der Speisekarte bieten wir den Gästen an, ihre Reste einzupacken", berichtet Tobias Bäcker. "Schließlich haben die Gäste das bezahlt, was auf dem Teller ist", sagt Ralf Linneweber vom Landgasthof Linneweber, dessen Gäste vor allem übrig gebliebenes Fleisch mit nach Hause nehmen. "Das ist auch eine Frage der Wertschätzung des Produktes, dass man Reste nicht verkommen lässt."

Frische kann für Mitgenommenes nicht garantiert werden

Bei der Planung von Büffets für große Gesellschaften werden in den befragten Restaurants die Kunden bereits vor der Veranstaltung gefragt, ob Reste mit genommen werden. "Wenn nicht, rufen wir den Verein Lebensmittelretter an, der die Reste verwertet", berichtet Tobias Bäcker.

Die Gastronomen sehen sich auch in der Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kunden. Die Gäste werden darauf hingewiesen, dass die mitgenommenen Reste schnell verbraucht werden müssen. "Wir können nur die Frische der Speisen im Restaurant gewährleisten", so Prüser, "in dem Moment wo eine Speise das Haus verlässt, können wir keine Garantien mehr übernehmen."

Einig sind sich die Befragten, dass die Aktion "Restlos genießen" keine Neuerungen für Schwerter Restaurants brächte. Vielmehr würden die Schwerter Restaurant-Gäste bereits jetzt lebensmittelsparsamer bedient werden, als es die Initiative vorsieht.

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