Prügelnder Ehemann in Lünen verurteilt

Wegen räuberischer Erpressung musste sich ein 44-Jähriger am Freitag im Amtsgericht Lünen verantworten. Doch soweit hätte es gar nicht kommen müssen. Schon im Januar war die Sache verhandelt worden. Damals lautete der Vorwurf noch Nötigung. Der Mann hatte seine Frau verprügelt.

Lünen.. Damals bestritt der Angeklagte die Vorwürfe. Der Richter hörte dann die Geschädigte an und sah den Straftatbestand der räuberischen Erpressung als erfüllt an. So wurde aus einem Vergehen ein Verbrechen und die Zuständigkeit an das Schöffengericht weitergegeben, das am Freitag tagte.Der angeklagte Ehemann wurde zu einer Bewährungsstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten verurteilt und muss seiner Frau 3400 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Mann wegen Kosten ausgetickt

In der Ehe des Angeklagten kriselte es im April des vergangenen Jahres. Er hatte sich einer anderen Frau zugewandt. Er befürchtete wegen der Scheidung vor allem die Übernahme der Unterhaltskosten. Diese finanziellen Probleme setzten ihm zu.Schließlich rastete er völlig aus, wie er vor Gericht zugab. Er hatte seine Frau mit Fausthieben und auf ihr kniend dazu gezwungen, einen Verzicht auf Unterhalt zu unterschreiben.

Foto-Beweise der Prügelattacke

Im Gerichtssaal wurden die Fotos der grün und blau geschlagenen Ehefrau gezeigt. Noch heute verarbeitet sie die traumatischen Ereignisse mit Hilfe eines Therapeuten. Durch sein Geständnis bei diesem Gerichtstermin ersparte er ihr eine erneute Aussage über diese Demütigung.

Die Frau war als Nebenklägerin zugelassen und durch eine Anwältin vertreten. So wurde auch gleich über ein Schmerzensgeld verhandelt werden. Als Zeichen des guten Willens überreichte der Verteidiger der Anwältin des Opfers noch im Gerichtssaal 400 Euro als Anzahlung auf das Schmerzensgeld.Die Scheidung läuft noch. Das erzwungene Schriftstück spielt dabei keine Rolle mehr. Es ist ungültig.

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