Nach Tod Pater Bedas: Lebenswerk wird fortgeführt

Nach dem Tod Pater Bedas hat sich sein Bruder Eberhard Vickermann der Altpapier- und Altkleidersammlungen angenommen. Er will die Hilfsprojekte in Brasilien weiter unterstützen. Der Verein sammelt nicht nur in Schwerte, sondern auch in 65 anderen Städten in NRW. Die 95. Sammlung steht nun kurz bevor.

Schwerte.. Das Lebenswerk von Pater Beda wird fortgeführt. Die Altpapier- und Altkleidersammlungen für Hilfsprojekte in Brasilien sollen auch nach dem Tod des Franziskanermönchs mit nimmermüdem Engagement weiterleben, um die Ärmsten der Armen zu unterstützen.

Verein bleibt bestehen

"Da gibt es kein Wenn und Aber", erklärt Eberhard Vickermann (73), der in der Ruhrstadt seit 47 Jahren die Sammelaktionen organisiert. Er ist der jüngste Bruder des Paters, der einst im benachbarten Opherdicke als Linus Vickermann zur Welt gekommen war. Vor einigen Wochen war er im Alter von 80 Jahren gestorben und auf dem Friedhof des Klosters Bardel (bei Bad Bentheim) beigesetzt worden.

"Die Strukturen sind gefestigt", freut sich Vickermann. Der Aktionskreis Pater Beda bleibe als eingetragener Verein bestehen. Dort stand dem Ordensmann schon seit Jahren Geschäftsführer Udo Lohoff aus Hörstel bei Rheine als rechte Hand zur Seite: "Der wird die Fäden weiter ziehen."

Denn die Helfer von Pater Beda sammeln nicht nur in Schwerte, sondern mittlerweile in 65 Städten und Großgemeinden in NRW und Niedersachsen für die Entwicklungsarbeit. Ihre Erlöse tragen dazu bei, die derzeit 24 Kinder- und Jugendprojekte in Brasilien weiter zu fördern und auszubauen. Darunter befinden sich Schulen, Kindergärten und Lehrwerkstätten. "Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe", betont Vickermann.

Ein Stück Acker zur Selbstversorgung

Gleichzeitig kämpfen die Projekte für Menschenrechte, die Würde der Frau und die Religionslehre auf dem Land. Es wurden Dörfer gegründet, in denen Bauern ein Stück Acker zur Selbstversorgung erhielten, damit sie nicht als Landlose in die Elendsviertel der Großstädte ziehen müssen. Eines dieser Dörfer trägt übrigens den Namen "Pater Beda".

Der Franziskaner war es übrigens, der die Altmaterialsammlungen als Finanzquelle für die Entwicklungshilfe entdeckte. Auf die Idee brachten ihn in den 1950er-Jahren Jugendliche, mit denen er an einer Papierfabrik im Hönnetal bei Menden vorbeifuhr. Als sie die dort gelagerten Zeitungsstapel erblickten, entfuhr es ihnen: "Das könnten wir doch auch." Mit dem Trecker karrte Bruder Eberhard die ersten Spenden zur Verwertung.

Mittlerweile bereitet der Ergster die 95. Sammlung für den 12. Dezember 2015 vor. "Auf die Helfer und Fahrzeughalter, die ihre Transporter zur Verfügung stellen, ist Verlass", sagt er nicht ohne Dank und Stolz. Bei jedem Wetter sind sie in den Straßen für den sozialen Zweck unterwegs: "Ich bin mehr als zufrieden, dass ich auf so einen Stamm bauen kann."

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