Marienkrankenhaus Schwerte kauft Evangelisches Krankenhaus

Das katholische Marienkrankenhaus in Schwerte übernimmt zum 1. Juli 2014 das Evangelische Krankenhaus. Das ist seit Montag offiziell bestätigt. Mehr als 900 Mitarbeiter sind betroffen. Der Kaufpreis hingegen ist unklar.

Schwerte. Volker Holländer von der Diakonie Mark-Ruhr und Marien-Geschäftsführer Jürgen Beyer betonten am Montag, wie sehr man sich freue - es ist auch eine Vernunftehe.

"Es ist schon etwas ungewöhnlich, wenn sich eine katholische und eine evangelische Einrichtung zusammentun", so Jürgen Beyer.

Stärkung für den Standort Schwerte

Doch abseits von den konfessionellen Grenzen sprach wenig gegen den Zusammenschluss. Es bleiben nicht nur alle Arbeitsplätze erhalten. Die Mitarbeiter müssten auch auf ihre kirchliche Zusatzversorgung nicht verzichten. Und für den Krankenhausstandort Schwerte bedeutet der Zusammenschluss eine Stärkung.

Zum 1. Juli soll der Trägerwechsel vollzogen werden. Beide Fachabteilungen des Evangelischen blieben an ihrem Standort erhalten, versichert Beyer.

Marien: Ausbau-Pläne sind vom Tisch

In Bezug auf die Geriatrie ist das ohnehin unstrittig, da das Marien über keine geriatrische Station verfügt. Bei der Inneren werde man die Leistungsspektren noch zuschneiden, um allzu große Überschneidungen zu vermeiden. "Das werden wir aber erst später mit den betreffenden Mitarbeitern machen", kündigte Beyer an. Es gebe da bislang noch keinen Plan.

Für das Marienkrankenhaus sind damit auch die Gedankenspiele um einen Ausbau auf dem eigenen Gelände vorerst vom Tisch. Pläne, die ohnehin nur schwer umsetzbar gewesen wären.

Diakonie behält Krankenhaus in Iserlohn

Fast ein Jahr ist es her, dass die Diakonie Mark-Ruhr ankündigte, man wolle sich von den Krankenhäusern in Iserlohn und Schwerte trennen. Was in Schwerte nach langen Verhandlungen jetzt geklappt hat, bleibt für Iserlohn immer noch ein Wunschdenken.

Für das Bethanien, eine Klinik mit zahlreichen Fachabteilungen, fände man einfach keinen geeigneten Partner, so Holländer. Obwohl man mit zahlreichen Interessenten gesprochen habe. Das an das Evangelische anschließende Pflegeheim, das Klara-Röhrscheidt-Haus, bleibt derweil in Händen der Diakonie Mark-Ruhr.

750 und 180 Mitarbeiter betroffen

Die komplizierten Leitungs- und Wegerechte wurden vertraglich vereinbart. Mit seinen 750 Mitarbeitern war das Marienkrankenhaus ohnehin schon der größte Arbeitgeber der Stadt. Jetzt kommen noch einmal 180 Bedienstete des Evangelischen Krankenhauses hinzu. Beide Kliniken werden unter dem Dach der GmbH des Marienkrankenhauses geführt.

Über den Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart, betonten beide Seiten.

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