Lüner Schüler tragen aus Solidarität gelbe Sterne

Mahnende Aktion am 75. Jahrestag der Reichspogromnacht: Schüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule (KKG) haben sich am Samstag bei einer Gedenkveranstaltung am Mahnmal der jüdischen Opfer an der Lippebrücke Langestraße Judensterne an ihre Kleidung geheftet und Kerzen angezündet als Zeichen der Solidarität.

Lünen. "Wir denken - besonders hier an dieser Stelle - an die beiden Juden Waldemar Elsoffer und Aronstein", sagte ein Oberstufen-Schüler der KKG und fügte hinzu, dass der Kaufmann Elsoffer - er wohnte an der Cappenberger Straße 35c - in der Lippe jämmerlich ertrunken sei. Aronstein habe überlebt, sei verspottet und verhaftet worden.

Der jüdische Kaufmann Bernhard Samson aus der Cappenberger Straße 7 überlebte die Pogrom-Nacht mit schwersten Kopfverletzungen, starb aber am 10. April 1939 an den Folgen der Misshandlungen durch die Nationalsozialisten.

"Wir wünschen uns sehr, dass jeder persönlich dazu beiträgt, dass solch furchtbare Ereignisse nie wieder passieren", lautete die Botschaft von Max, Sophia, Vanessa, Sarah, Sarina, Kim-Alexander und Dugya.

Bürgermeister: "Es geht um die Grundwerte"

"Es geht um die Grundwerte einer Gesellschaft", betonte Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick in seiner Rede und appellierte daran, die Würde des Menschen zu respektieren. Unschuldige unbescholtene Bürger seien damals aus ihren Häusern gejagt und öffentlich gedemütigt worden.

Der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Lünen, Winfried Moselewski, nannte bei seiner Ansprache fünf Lüner Nazis als damalige Ortsgruppenleiter beim Namen und hob hervor, dass in Lünen "offenbar ein deutlich höheres Gewaltpotenzial" entwickelt worden sei als anderswo.

EURE FAVORITEN