Lüner Pflegedienste fordern "Mehr Zeit für Pflege" per Autokorso

"Mehr Zeit für Pflege" lautete das Motto des Autokorsos, der auf dem Marktplatz in Lünen endete.
"Mehr Zeit für Pflege" lautete das Motto des Autokorsos, der auf dem Marktplatz in Lünen endete.
Unter dem Motto "Mehr Zeit für Pflege" veranstalteten ambulante Pflegedienste am Donnerstag (18. April) einen Autokorso, der in einer Demonstration auf dem Lüner Marktplatz endete. Die schlechten Arbeitsbedingungen in der Pflege haben zu einem akuten Fachkräftemangel geführt.

Lünen.. Mit einer solchen Resonanz hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Die große Zahl von Vertretern ambulanter Pflegedienste haben am Donnerstag (18. April) auf dem Lüner Marktplatz demonstriert. Ihre Forderung: Mehr Zeit für Pflege.

Die Vertreter der Wohlfahrtsverbände Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt, Caritas und Diakonie nahmen ebenso an dem Autokorso teil wie mehrere private Pflegedienste. Sie alle sind sich einig und fordern "Mehr Zeit für Pflege". Mit diesem Slogan waren alle Autos des Autokorsos geschmückt.

Immer weniger Pflegekräfte

"Wir haben uns sehr gefreut, dass wir gefragt wurden, ob wir mitmachen", so Birgit Rückert, Chefin des gleichnamigen Lüner Pflegedienstes. Und ihre Mitbewerberin Lydia Müller legte den Finger in die Wunde: "Wir haben akuten Fachkräftemangel. Immer weniger Menschen wollen in den Pflegeberuf."

Organisiert hatte den Autokorso die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände im Kreis Unna. Dass den Pflegekräften immer weniger Zeit für die eigentliche Betreuung bleibt, ist mit ein Grund für die hohe Fluktuation in den Pflegediensten - egal ob privat oder der Wohlfahrtsverbände.

Der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt

"Der Kunde wird reduziert auf die Verrichtung, der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt", kritisierte Christoph Treiß, Geschäftsführers des Landesverbands freie ambulante Krankenpflege.

Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick erklärte, dass die Aktion wichtige Signale setze. "Wir alle wollen nicht nur eine Karteikarte im Büro des Pflegepersonals sein. Wir wollen, dass man sich für uns angemessene Zeit nimmt", wies er darauf hin, dass die Bevölkerung älter werde und sich entsprechende Pflege wünsche.
Auch der vielfach unnötige bürokratische Aufwand gehe zu Lasten der Zeit für die eigentliche Pflege.

 
 

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