Lösung für abgewiesene Viertklässler in Sicht?

Der lange Schulweg nach Dortmund-Wellinghofen bleibt den 14 Viertklässlern, die von der Realschule am Bohlgarten abgewiesen werden mussten, vielleicht doch erspart. Hinter den Kulissen wird händeringend nach einer Möglichkeit gesucht, ihnen den Besuch einer weiterführenden Schule in Schwerte zu ermöglichen.

Schwerte.. "Seit vergangener Woche gibt es intensive Gespräche zwischen der Bezirksregierung, der Stadt Schwerte als Schulträgerin und den Schulen vor Ort", berichtet Dr. Christian Chmel-Menges, Sprecher der Arnsberger Behörde.

Alle infrage kommenden Schulen beteiligt

Beteiligt seien alle infrage kommenden Schulen, also die beiden Gymnasien, die Realschule am Bohlgarten sowie die Gesamtschule: "Ziel ist es, intensiv nach Lösungen zu suchen, damit die 14 Schüler nach Möglichkeit in Schwerte beschult werden können."

Derzeit - so Dr. Chmel-Menges - würden verschiedene Optionen geprüft. Denkbar sei es beispielsweise, die Aufnahme-Kapazität der Gesamtschule zu erhöhen: "Sie könnte ausnahmsweise eine fünfte Eingangsklasse bilden." Diese Überlegung habe es in der Vergangenheit schon gegeben. Zu untersuchen seien dabei aber auch die räumlichen Voraussetzungen für den Unterricht. Möglich seien beispielsweise die Aufstellung von Containern oder die Einrichtung einer Dependance. Intensiv geprüft würden aber auch andere Optionen.

Fünfter Zug

"Da muss sich auch der Schulträger ein Stück weit positionieren", betont Dr. Chmel-Menges: "Wir warten, dass die Stadt sich äußert." Für einen fünften Zug der Gesamtschule müsste beispielsweise Schwerte einen Antrag bei der Bezirksregierung stellen. Dieser könne genehmigt werden, wenn die Voraussetzung der entsprechenden Räumlichkeiten erfüllt sei.

Eine Absage erteilt die Bezirksregierung dagegen den Vorstellungen der Stadt, einfach an der Realschule eine vierte Eingangsklasse zu bilden. Deren Genehmigung sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, erklärt Dr. Chmel-Menges. Denn die Mindestgrößen für die Klassen würden nicht erreicht. Selbst bei der Berücksichtigung einiger Schüler mit erhöhtem Förderbedarf bräuchte man am Bohlgarten 108 Kinder, rechnet der Sprecher vor.

Gespräch bestätigt

Angemeldet worden seien aber nur 96. Und beliebig heruntergefahren werden könnten die Klassenfrequenzen wegen des Schulgesetzes nicht: "Die rechtlichen Grundlagen sind bindend." Bis Anfang Mai möchte Dr. Chmel-Menges zu einer Lösung gekommen sein: "Ich hoffe, dass alle an einem Strang ziehen, damit die 14 Schüler in Schwerte bleiben können." Denn ein Ausweichen in den Dortmunder Süden sei "nicht der Optimalfall", zumal es keine gute Verkehrsanbindung gebe.

Bei der Stadt bestätigte Schuldezernent Hans-Georg Winkler, dass ein Gespräch zwischen Bürgermeister Heinrich Böckelühr und der Leiterin der Schulabteilung der Bezirksregierung stattgefunden habe. Ebenfalls bestätigte er, dass die Gesamtschule eine Option sei. Nähere Informationen wollte Winkler aber erst dem Schulausschuss bei seiner morgigen Sitzung mitteilen. "Im Zusammenwirken mit der Bezirksregierung könnte sich eine Lösung abzeichnen", zeigte er sich vorsichtig optimistisch für die 14 Kinder.

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