Klinikchef beklagt Finanzierungssystem

2013 werde ein schwieriges Jahr. Darauf hat Axel Weinand, Geschäftsführer des Klinikums Lünen St.-Marien-Hospital, die 120 Gäste des Neujahrsempfangs eingestimmt. Die Ursache dafür sieht er vor allem im System der Krankenhausfinanzierung.

Lünen. Weil die Schere zwischen Kosten und Erlösen immer weiter auseinander gehe, werde das St.-Marien-Hospital politisch gezwungen, den Gürtel noch enger zu schnallen. Weinand kündigte an, den schon jetzt knappen Stellenplan des Klinikums weiter nach unten korrigieren zu müssen.

Hintergrund
Der Hintergrund: 2013 dürfen die Klinikbudgets maximal um zwei Prozent steigen, die tatsächlichen Kosten wachsen um fünf Prozent. Die Finanzierungslücke von drei Prozent mache für das Hospital 2 bis 2,5 Millionen aus. Dem konne man nur durch Einsparungen beim Personal und den Sachkosten beggnenen.

Die Folge: Verlängerte Wartezeiten oder frühzeitigere Entlassung von Patienten. Weinand sieht momentan nur die Chance, an den Gesetzgeber zu appellieren und wenn das nicht hilft, laut zu werden - auch bei einer Demonstration in Berlin.

Seine Forderung: Eine Anhebung der Preise für Krankenhausleistungen, die mit der Kostenentwicklung einhergeht.Augenblicklich ist aber genau das Gegenteil der Fall.

1,4 Millionen

Im vergangenen Jahr wurden im Klinikum Lünen mit 20.800 stationären Patienten 800 mehr behandelt als 2011. Dafür hat das Hospital 2 Millionen Euro mehr abgerechnet. Doch weil nur 35 Prozent vergütet wurden, muss das Haus 1,4 Millionen Euro zurückzahlen.

In den kommenden beiden Jahren werden Mehrleistungen auch nicht kostendeckend, sondern nur zu 70 Prozent bezahlt. "Damit will die Politik die zusätzliche Behandlung von kranken Menschen verhindern, beziehungsweise das Kostenrisiko der demographischen Entwicklung allein auf die Krankenhäuser abwälzen", kritisiert Weinand.

"Kein leichtes Jahr"
2013 werde kein leichtes Jahr. Doch Weinand bleibt zuversichtlich: Vor zehn Jahren habe es eine wirtschaftlich ähnlich schwierige Situation gegeben, die alle gemeinsam gemeistert hätten.

Er dankte vor allem den Mitarbeitern, die trotz Leistungsdrucks ihr Bestes zur Versorgung der Patienten gegeben hätten. Die Mannschaft sei der Garant dafür, dass das Klinikum trotz unzureichender Rahmenbedingungen positiv in die Zukunft schauen könne.

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