Kaum Probleme mit kirchlichen Stellen in Lünen

Oftmals haben kirchliche Arbeitgeber damit zu kämpfen, dass das Glaubensbekenntnis formal Einstellungsvoraussetzung ist. An der Kadinal-von-Galen-Schule hat dies zu Problemen bei der Suche nach einem Schulleiter geführt. Wir haben uns umgehört, wie es in anderen kirchlichen Einrichtungen aussieht.

Lünen.. So sucht zum Beispiel die katholische Kardinal-von-Galen-Grundschule seit eineinhalb Jahren einen Schulleiter. Der bereitwillige Konrektor darf nicht - er ist evangelisch. Auch an der katholischen Elisabeth-Schule hat man gesucht, ist aber wohl inzwischen fündig geworden.

Stellen teilweise unbeliebt

Die Schulkonferenz habe bereits beraten, sagt Sabine Kneer von der Arnsberger Bezirksregerierung. Schulleiterstellen zu besetzten ist dabei ohnehin nicht einfach. Nicht viele wollen diesen Job. Wenn dann auch noch die Konfession eine Rolle spielt, dann macht das die Aufgabe nicht eben leichter.

Anders die Situation im St. Marien-Hospital: Axel Weinand, Geschäftsführer des katholischen St. Marien Krankenhauses sieht die Lage ganz entspannt: "Es spielt bei der Besetzung von Stellen keine Rolle, ob jemand katholisch, evangelisch oder muslimisch ist", sagt er.

Kirchenfeindliches Verhalten ist verboten

Natürlich gibt es Regeln: Alle neuen Arbeitnehmer müssen unterschreiben, dass sie "kirchenfeindliches Verhalten unterlassen und in ihrer persönlichen Lebensführung und in ihrem dienstlichen Verhalten die Glaubwürdigkeit der Kirche und der Einrichtung, in der sie beschäftigt sind, nicht gefährden". Natürlich dürfe man auch diskutieren über die Kirche wie es jeder andere auch tue, so Weinand, aber eben nicht diffamieren. Etwas mehr als 50 Prozent der Klinik-Mitarbeiter seien katholisch, etwas über 30 Prozent evangelisch; 15 Prozent seien weder katholisch noch evangelisch. Die Zahlen sind allerdings etwa fünf Jahre alt.

Dass mehr als die Hälfte katholisch sei, habe nicht unbedingt damit zu tun, dass man bewusst die katholischen Kandidaten bevorzuge, sagt Weinand. Warum das dann so ist, ist Spekulation, "vielleicht bewerben sich einfach mehr Katholiken", so Weinand.

Keine Probleme bei der Diakonie

Auch bei der Diakonie heißt es: "Wir haben hier noch nicht so große Probleme damit", sagt Reiner Rautenberg vom Diakonischen Werk Dortmund und Lünen. Natürlich habe sich die Lage verändert und sie werde sich weiter verändern, da ist sich Rautenberg sicher. Aber: Die Zugehörigkeit zur evangelischen oder zur christlichen Kirche sei ja nicht das einzige Kriterium bei der Einstellung. Wenn die natürlich da sei, dann gebe es dieses Problem schon mal nicht, so Rautenberg. Aber er betont: "Loyalität und innere Unterstützung gegenüber dem Arbeitgeber kann man auch auf andere Weise zeigen." Manchmal mache es zum Beispiel sogar Sinn, Menschen anderen Glaubens einzustellen, etwa Muslime, wenn es darum gehe, Menschen muslimischen Glaubens zu betreuen. Es komme natürlich auch immer ein bisschen auf die Position an, die es zu besetzen gelte. Einer Umfrage zufolge lag der Anteil der Mitarbeiter ohne Kirchenmitgliedschaft bei der Diakonie in NRW zuletzt bei elf Prozent. Die Diakonie betreibt in Lünen unter anderem das Altenzentrum an der Bebelstraße und ein Wohnheim. Von der Caritas war zu diesem Thema keine Auskunft zu erhalten.

EURE FAVORITEN