Internet für alle: Schwerter liefert freies Netz

Menschen wie Markus Lindenberg glauben, dass das Internet immer verfügbar, umsonst und frei zugänglich sein sollte. Deshalb hat Lindenberg in Schwerte einen Anfang gemacht und eine sogenannte Freifunk-"Node" installiert und versorgt eine ganze Gegend in Schwerte mit freiem Internet.

Schwerte.. Nie mehr eine komplizierte Kombination eingeben, um sich ins W-Lan einzuwählen und Internet zu haben. Überhaupt, am besten flächendeckend überall mit Internet zum Nulltarif versorgt sein. Und das alles vollkommen ungefährlich. Ein Traum, aber nicht unmöglich. Markus Lindenberg hat in Schwerte den Anfang gemacht.

Er hat nämlich den ersten Freifunk-"Node" (Knoten) in Schwerte installiert. Klingt kompliziert. Ist es aber überhaupt nicht, versichert Lindenberg. "Das ist im Prinzip ein ganz normaler Router", sagt er. Jeder, der zu Hause Internet und W-Lan hat, hat davon ein Exemplar. "Manche Geräte kosten nur 15 Euro", sagt der Informatiker. Auf dieses Gerät hat Lindenberg dann nur noch eine bestimmte Freifunk-Software gespielt.

Verschlüsselt

Die sorgt dafür, dass alle Daten verschlüsselt zu der Initiative geschickt werden, der Internet-Anbieter also nicht sehen kann, welche Daten von wem übertragen werden. "Damit wäre auch das Kern-Problem gelöst: Die Störer-Haftung", sagt Lindenberg. Wer nämlich freies Internet zur Verfügung stellt, kann auch für etwaige illegale Machenschaften zur Verantwortung gezogen werden, die andere über seinen Anschluss begehen. Auch wenn der ein oder andere Prozess noch laufe, im Prinzip sei das mit der Software ausgeschlossen, sagt der 33-Jährige.

Ein weiteres Standbein des angedachten Systems: Wenn möglichst viele Menschen mitmachen und "Nodes" aufhängen, können die sich untereinander vernetzen. Der Vorteil: "Dann hätte man überall recht guten Empfang." Nicht jeder Knoten braucht nämlich einen eigenen Internetanschluss - er kann auch nur das Signal der anderen Knoten verstärken.

"Schwerte war weißer Fleck"

Eine Bewegung anstoßen wollte der Schwerter eigentlich nicht, "erst einmal gucken was kommt. Schwerte war ja bisher noch ein weißer Fleck". Nicht mehr: In der Kantstraße steht der erste Knoten zur Vernetzung bereit.
Andere Gegenden sind da schon viel weiter: In Arnsberg etwa gibt es eine komplette Fußgängerzone, die mit über 100 Freifunk-Routern mit freiem Internet ausgestattet ist. Dort ist neben dem gemeinnützigen Verein Freifunk Rheinland auch die Piratenpartei mit im Boot. Dort hatte sich aber auch der Bürgermeister für ein "digitales Arnsberg" eingesetzt.