Hochwasser: Das Risiko der kleinen Bäche

Von den kleineren Bächen in Lünen geht ein größeres Hochwasserrisiko aus als von den Flüssen Lippe und Seseke. Wie hoch es genau ist, will die Stadt im Detail analysieren.

Lünen.. Claus Externbrink, Vorstand des Stadtbetriebes Abwasserbeseitigung Lünen (SAL), kündigte das im Verwaltungsrat an. Bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser blieben Wohngebiete nahe der Lippe und Seseke wohl verschont, hätten Untersuchungen im Auftrag des Landesumweltministeriums ergeben.

Gefahr für Gahmener Senke

Anders beim Lüserbach und beim Süggelbach. Dort drohe bei einem Jahrhunderthochwasser die Gefahr, dass Teile Niederadens bzw. die Gahmener Senke überflutet würden. Für weitere kleinere Gewässer, wie zum Beispiel den Mahlbach, soll das Hochwasserrisiko im Auftrag der Stadt von Experten geprüft werden.

In etwa einem Jahr, erklärte Externbrink, wolle SAL ein "Fließwegekonzept" für Lünen vorlegen. Einerseits mit Risikoprognosen, aber auch mit Vorschlägen für Maßnahmen, die das Risiko begrenzen könnten.

Warnung vor übertriebener Sorge

Handlungsbedarf entstehe auch durch die EU-Hochwasserrisiko-Managementrichtlinie, so technischer Beigeordneter und Verwaltungsratsvorsitzender Matthias Buckesfeld. Er warnte aber vor übertriebener Sorge: "Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass überall sofort Land unter ist."

Alle Jahre wieder

Ein Jahrhunderthochwasser, das durch heftige Regenfälle ausgelöst werden kann, kommt auf Basis der statistischen Daten rechnerisch alle 100 Jahre vor. In einigen Regionen Deutschlands, zum Beispiel an der Elbe, haben die Menschen aber bereits das zweite "Jahrhunderthochwasser" innerhalb weniger Jahre erlebt: 2002 und 2013.

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