Hatice wartet immer noch auf geeigneten Spender

Die im Dezember vergangenen Jahres an Leukämie erkrankte Lünerin Hatice Özyurt wartet immer noch auf einen geeigneten Knochenmarkspender. Die Typisierungsaktion, bei der vor einem Monat rund 2.300 Menschen teilgenommen haben, ergab keinen Treffer für sie. Dennoch wertet sie die Aktion als Gewinn.

Brambauer.. Am 14. Februar 2015 machten sich 2300 Menschen auf den Weg ins Bürgerhaus Brambauer an der Yorckstraße, um sich als potenzielle Stammzellenspender registrieren und typisieren zu lassen. Von den hilfsbereiten Menschen waren nach Angaben der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) 1868 gesundheitlich geeignet, eine Blutprobe (1790) beziehungsweise eine Speichelprobe (78) abzugeben. Diese Proben seien nahezu ausgewertet, wie eine enge Freundin* der Familie auf Anfrage unserer Redaktion sagte.

Natürlich sei Hatice enttäuscht, dass aus der Aktion kein Spender hervorgegangen sei. "Die Enttäuschung hält sich aber in Grenzen", sagte Hatices Freundin weiter. Das Wichtigste für die Mutter zweier Jungen (18 Monate, elf Jahre) und eines dreijährigen Mädchen sei es, die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren, auf die Bedeutung und Notwendigkeit solcher Registrierungsaktionen hinzuweisen.

Dass so viele Menschen an der Aktion in Brambauer teilgenommen haben, damit hätten Hatice und ihr Umfeld nicht gerechnet, sagte die Freundin von Hatice - "stellvertretend für viele weitere liebe Menschen, die der Familie tagtäglich helfen". Besonderen Dank zolle Hatices Familie Josef Kron, "einem älteren Herren und Mitarbeiter des Bürgerhauses", der sich im Vorfeld und am Tag der Typisierungsaktion "mit Herz und Seele engagierte".

Für Unverständnis hätte bei der Familie und ihrem Umfeld gesorgt, sagte Hatices Freundin weiter, dass Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick, "der medienwirksam die Schirmherrschaft übernommen hat", nicht bei der Aktion vorbeigeschaut habe. Als Erfolg wertet auch die DKMS die Typisierungsaktion. Allen Beteiligten sei von Anfang an klar gewesen, hieß es bei der DKMS auf Anfrage unserer Redaktion, dass "die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass aus der Lüner Gruppe ein geeigneter Spender für Hatice kommt". Sicher sei aber auch, so die DKMS, dass über die Brambauer Aktion weltweit gesehen ein Menschenleben gerettet wird.

Vier Wochen Erholungszeit bis zur nächsten Chemotherapie

Nach einem zehnwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Chemo- und Strahlentherapie befindet sich die 33-jährige Hatice Özyurt zu Hause bei ihrer Familie. "Es geht ihr den Umständen entsprechend gut", sagte Hatices Freundin unserer Redaktion. In vier Wochen würde die nächste Chemotherapie anstehen. Bis dahin gehe es darum, sich von den Strapazen der Behandlung zu erholen und neue Kraft zu schöpfen.

*Der Name der Freundin von Hatice Özyurt ist der Redaktion bekannt. Sie bat jedoch darum, nicht genannt zu werden.

So können sie helfen:

  • An einer Typisierungsaktion kann grundsätzlich jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren teilnehmen.
  • Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut oder eine Speichelprobe abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt (typisiert) werden können.
  • Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut an Aktionen teilnehmen. Ihre Daten stehen weiterhin für alle Patienten zur Verfügung.
  • Wichtig ist auch die finanzielle Unterstützung der Registrierungsaktionen. Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die DKMS nach eigenen Angaben 50 Euro.
  • Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen.
  • Bei der Brambauer Aktion kamen 15.000 Euro zusammen.

Die Bankverbindung der Gesellschaft:
DKMS-Spendenkonto
IBAN DE92 4405 0199 0111 1157 53,
BIC DORTDE33XXX.

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