Gegen den NRW-Trend: JVA Ergste ist voll belegt

In Nordrhein-Westfalen werden 168 Haftplätze abgebaut, fünf Justizvollzugsanstalten müssen sogar ganz schließen, weil ihnen die "Kundschaft" ausgeht. In der Schwerter JVA kennt man solche Probleme nicht, die 350 Haftplätze sind alle belegt, so Guido Böse, Sicherheitschef der JVA Egste.

Schwerte.. Weniger Verurteilte, weniger Gefängnisse. So hieß es am Mittwoch von NRW-Justizminister Thomas Kutschaty. Fünf kleinere Gefängnisse sollen in den kommenden Jahren in Nordrhein-Westfalen geschlossen werden - weil zu viele Zellen leer stehen.

Zwar stünden durch die aktuellen Umbaumaßnahmen nur 350 Haftplätze zur Verfügung, aber alle davon seien belegt. Schon in den vergangenen Jahren hatte man in Ergste keine Probleme mit Unterbelegungen - im Gegenteil. Zu Spitzenzeiten lag die Belegung sogar sieben Prozent über der eigentlichen Belegungsfähigkeit.

"Nicht einmal ein halber Flügel"

Dass die Schließungen in Coesfeld, Mönchengladbach, Krefeld, Duisburg und Dinslaken mit dem Abbau von 168 Haftplätzen direkt Auswirkungen auf die JVA in Ergste habe, glaubt Böse nicht: "Das, was durch die Schließungen an Haftplätzen verloren geht, ist bei uns normalerweise gerade einmal ein halber Flügel."

Weder für Mitarbeiter noch für Inhaftierte, bei denen Ergste laut dem Internetportal knast.netübrigens zu den beliebteren Gefängnissen gehört, befürchtet Böse negative Folgen wegen der JVA-Schließungen. Vielmehr geht der Sicherheitschef von einer positiven Entwicklung aus: "Ich begrüße die Entscheidung sogar. Dann können die Angestellten in größeren Anstalten eingesetzt werden", verdeutlichte Böse.

EURE FAVORITEN