Fraktion von "Die Linke" im Lüner Rat zerbrochen

Die Fraktion der Partei "Die Linke" im Lüner Rat ist gut zwei Monate vor der Kommunalwahl zerbrochen. Zwei der drei Mitglieder kehrten der Partei den Rücken. Auch ein Sachkundiger Bürger trat aus. Hintergrund sind offenbar heftige Auseinandersetzungen hinter den Kulissen.

Lünen. "Fehlende Unterstützung der Fraktionsarbeit durch die Linkspartei NRW, aber auch negative Tendenzen in der aktuellen Entwicklung der Lüner Mitgliederstruktur", gab die bisherige Fraktionsvorsitzende Eve Bergerals Gründe an. Berger hatmit ihrem Fraktionskollegen Eckhard Mating sowie Jürgen Plenge, Sachkundiger Bürger aus Brambauer, den Austritt aus der Partei erklärt.

Sie sieht üble Machenschaften in der Partei im Gange, spricht von "unkontrollierten und gesteuerten Parteieintritten", mit denen Gruppeninteressen hätten bedient werden sollen, "die herzlich wenig mit Kommunalpolitik zu tun haben."

Schwere Vorwürfe des Kreisvorsitzenden

Kreisvorsitzender Werner Sell aus Selm hingegen sagt, Berger, Mating und der ebenfalls ausgetretene Jürgen Plenge hätten die ersten drei Plätze auf der Liste der Linkspartei für die Kommunalwahl beansprucht und um eine Mehrheit fürchten müssen. Sieben Neueintritte hätten Berger und Co. mobilisiert, ihre parteiinternen Kritiker hingegen elf.

Schwer wiegen die Vorwürfe, die Sell gegen Berger und Mating erhebt. Beide schuldeten der Partei seit Mai 2010 18.000 Euro. Es gebe die Verpflichtungserklärung, wonach Mandatsträger 30 Prozent ihrer Aufwandsentschädigung an die Partei zu zahlen haben. Rechtlich durchsetzbar sei der Anspruch allerdings nicht.

NeueWählergemeinschaft gründen

Eve Berger kontert, es habe keinerlei Unterstützung der Partei für die Arbeit vor Ort gegeben, die es gerechtfertigt hätte, die 30 Prozent zu verlangen. "Wir mussten alles alleine stemmen". Kreisvorsitzender Sell dazu: "Die haben nur gejammert, wieviel sie arbeiten mussten." Einem Vermittlungsgespräch, bei dem Sell die Zahlung von 8000 Euro habe vorschlagen wollen, hätten sie sich verweigert.

Nun gehen Linke und Ex-Linke getrennte Wege. Eve Berger teilte die Gründung der Wählergemeinschaft "Unabhängige sozialdemokratische Bürgergemeinschaft" (USB) mit. Die USB wolle bei der Kommunalwahl am 25. Mai antreten.

Die Partei "Die Linke" will am 2. April in Lünen ihre Kandidaten für die Kommunalwahl nominieren. Nach den Austritten von Berger und Mating sitzt nur noch Sandra Dee-Schüken für die Linkspartei im Lüner Rat. Sie werde der Linkspartei treu bleiben, erklärte sie und wohl auch wieder bei der Kommunalwahl kandidieren.

EURE FAVORITEN