Flüchtlinge sollen auf Eisenbahner-Gelände wohnen

Die Flüchtlingsunterkünfte in Schwerte platzen aus allen Nähten: 175 Menschen sind derzeit an drei Standorten untergebracht, fast täglich werden neue Asylsuchende der Ruhrstadt zugeteilt. Deshalb soll ab Freitag eine vierte Unterkunft eingerichtet werden - im ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk in Schwerte-Ost.

Schwerte.. Das ehemalige Eisenbahnausbesserungswerk an der Ernst-Gremler-Straße steht schon ab Freitag für die Aufnahme von Flüchtlingen bereit. Auf Sicht können in der einstigen Wachbaracke des KZ-Außenlagers, das bis vor kurzem Künstlerateliers beherbergt hat, bis zu 21 Menschen wohnen. Die Stadt will dort Einzelpersonen unterbringen, die sich jeweils zu zweit einen Raum teilen.

Projekt Privatwohnungen schleppt sich hin

Die Verwaltung hat sich zur Nutzung der Baracke entschieden, weil die vorhandenen Flüchtlingsunterkünfte aus allen Nähten platzen. 175 Menschen sind derzeit an drei Standorten - Zum großen Feld, Kindergarten Villigst und Regenbogenstraße - untergebracht. Fast täglich werden weitere Asylsuchende aus den Erstaufnahmelagern zugewiesen, manchmal von einem Tag auf den anderen.

Weil der Umzug von anerkannten Asylbewerbern in Privatwohnungen nicht so schnell geht wie gewünscht und die Anmietung einer Gewerbe-Immobilie in Geisecke noch immer nicht in trockenen Tüchern ist, zieht man inzwischen bei der Stadt auch Container in Betracht. Man schaue schon nach geeigneten Standorten, verriet Sozialdezenernt Hans-Georg Winkler am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Es sei allerdings nicht ganz einfach, mobile Wohneinheiten anzumieten. Allerorten steigende Flüchtlingszahlen haben die Nachfrage nach Wohncontainern stark erhöht.

Handlungsdruck sei enorm

Eine erneute Nutzung der Ergster Turnhalle ist nicht vorgesehen, gilt als "größter anzunehmender Unfall" und werde nur in Erwägung gezogen, "wenn alle Stricke reißen". Winkler gab aber auch zu, dass der Handlungsdruck enorm sei und das Flüchtlingsthema der Stadt 2015 sicher noch eine Menge Sorgen machen werde.

Großes Lob zollte der Dezernent dem Arbeitskreis Asyl, mit dem es eine ausgesprochene fruchtbare Zusammenarbeit gebe. Vor allem die Patenfamilien seien eine große Hilfe bei Betreuung und Integration der Flüchtlingsfamilien.

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