Betrugsvorwürfe gegen LaSiSe - Auch Lüner beteiligt

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, unter den Gesellschaftern gibt es offenbar Streit: Das Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung Selm (LaSiSe) ist in die Schlagzeilen geraten. An dem Unternehmen sind auch mehrere Lüner Firmen beteiligt.

Lünen/selm.. Die Stadthafen Lünen GmbH, die Kanne Brottrunk GmbH und Co. Betriebsgesellschaft KG und die Brimag Broer Immobilien und Anlagen GmbH besitzen Anteile am LaSiSe.Stadthafen und Kanne Brotrunk sind jeweils mit 250 Euro, das entspricht einem Prozent des Stammkapitals, an der gemeinnützigen Betreibergesellschaft (F&T LaSiSe gGmbH) beteiligt, Brimag Broer mit 2500 Euro (10 Prozent).

"Welt am Sonntag" hat Vorwürfe erhoben

Das LaSiSe ist unter Beschuss geraten, weil die Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet hatte, dass die Gesellschaft tief in den roten Zahlen stecke und es zudem Hinweise auf unrechtmäßig verwendete Finanzmittel bei der Ansiedlung des LaSiSe gebe. Die Staatsanwaltschaft Dortmund bestätigte die seit 2013 laufenden Ermittlungen. Das Projekt wurde mit rund 4,6 Millionen Euro vom Land NRW und der EU gefördert.

Eine herausragende Rolle in dem Projekt spielt die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (IHK). IHK-Präsident Udo Dolezych ist mit seinem Unternehmen für Ladungssicherungstechnik beteiligt, genauso wie die Firma seines Sohnes, die TDS GmbH. IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber ist zudem Vorsitzender des LaSiSe-Aufsichtsrates. Anfang der Woche räumte LaSiSe-Geschäftsführer Ralf Damberg ein, dass es Gesellschafter gebe, die das "Leuchtturmprojekt" in Misskredit bringen wollten. Den Vorwurf des Subventionsbetrugs wies er weit von sich. Kanne-Juniorchef Wilhelm Kanne wollte am Donnerstag nichts zu dem Gesellschafterstreit und den Betrugsvorwürfen sagen: "Ich weiß nur, was in der Presse steht", sagte Kanne. Sein Unternehmen pflege gute Kontakte zu der IHK Dortmund. Deshalb habe sich Kanne an dem Projekt beteiligt. "Die IHK hat uns das Projekt vorgestellt. Das ist sicherlich etwas anderes, wenn die IHK da mit im Boot ist, als jemand anderes", sagte Kanne weiter.

"Weiß nur, was in der Presse steht"

Dietmar Broer, Chef von Brimag Broer Immobilien, sagte, dass "da nur viel Wind gemacht wird". Die LaSiSe-Beteiligung verstehe er als "Darlehen Richtung Ladungszentrum". Wie Broer weiter sagte, habe sein Unternehmen ebenfalls Interesse an der Vermarktung des Geländes gehabt. Wie ihm erklärt worden sei, könnten Immobilien dort später eine Rolle spielen.

Dr. Achim Grunenberg, Chef der Stadtwerke, erklärte die Beteiligung der Stadtwerke-Tochter Stadthafen GmbH an dem Forschungszentrum damit, "weil wir uns Erkenntnisse aus den Forschungen rund um die Ladungssicherung erhoffen". Im Stadthafen herrsche viel LKW-Verkehr, immer wieder käme es zu Unfällen beim Be- und Entladen. Zum Gesellschafterstreit etc. könne er nichts sagen, erklärte Achim Grunenberg. "Da weiß ich auch nur, was in der Presse steht."

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