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Badeunfall

Albtraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken

04.07.2012 | 19:33 Uhr
Tödlicher Badeunfall an der Glörtalsperre Breckerfeld: Ein 15-Jähriger ertrank in dem Badesee.Foto: Jens Stubbe

Hagen.   Tragisches Ende eines Schulausfluges des Gymnasiums Hohenlimburg: Beim Baden in der Glörtalsperre in Breckerfeld ist ein Achtklässler ertrunken. Der 15-Jährige trieb fast anderthalb Stunden im Wasser, bis ihn die Feuerwehr fand. Seine Mitschüler werden von Seelsorgern betreut.

Für die Achtklässler des Gymnasiums Hohenlimburg sollte der Ausflug zur Glörtalsperre in Breckerfeld der schönste Schultag des Jahres werden. Doch die Klassenfahrt drei Tage vor den Sommerferien wurde zu einem Alptraum. Durch einen tragischen ­Badeunfall kam am Mittwochmittag ein ­15-jähriger Schüler ums Leben.

Mitschüler tauchten nach ihrem Freund

Gegen 12.45 Uhr war der Junge mit seinen Freunden ins Wasser ­gegangen. Vom flachen Ufer aus fällt das Gelände zunächst leicht, dann etwas stärker ab. Eine Badeinsel befindet sich rund 20 Meter vom Rand der Glör entfernt. Der Badebereich ist an dieser Stelle mit ­Bojen gekennzeichnet. Plötzlich bemerkten die Mitschüler, dass der 15-Jährige verschwunden war. Sie tauchten ab und versuchten, den Jungen zu finden. Als das nicht gelang, riefen sie um Hilfe.

Der Notruf, der per Handy abgesetzt wurde, lief bei der Leitstelle der Feuerwehr Lüdenscheid auf. Von dort aus wurde um 12.54 Uhr die Freiwillige Feuerwehr Breckerfeld alarmiert. Sämtliche Lösch­züge rückten zur Glörtalsperre aus und waren zehn Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort.

„Keine Chance im trüben Wasser“

Mit einem Rettungswagen wurde der 15-Jährige noch in einer Dortmunder Spezialklinik gebracht.

„Feuerwehrleute unserer Wehr haben ihre Kleidung abgelegt und sind sofort ins Wasser“, schilderte Einsatzleiter Norbert Lohoff von der Breckerfelder Feuerwehr. Unterstützt wurden sie von Einsatzkräften in Booten. „Im trüben Wasser hatten sie aber keine Chance, den Jungen zu finden.“ Die Glörtalsperre ist an dieser Stelle nach Feuerwehr-Angaben rund fünf Meter tief.

Über der Glör kreiste ein Polizeihubschrauber, der mit einer Wärmebildkamera ausgestattet war. Bereits mit der Alarmierung waren acht ausgebildete Taucher der ­Berufsfeuerwehr Hagen zum Badesee gerufen worden. Ihnen gelang es um 14.17 Uhr, den unterkühlten Körper zu bergen, der zu diesem Zeitpunkt bereits eineinhalb Stunden unter der Wasseroberfläche getrieben war.

Taucher der Berufsfeuerwehr Hagen waren mit ihrem Equipment am Einsatzort. Sie fanden den Jungen im trüben Wasser.

Noch am Seeufer kämpften die Rettungskräfte um das Leben des 15-Jährigen. Unter „Reanimationsbedingungen“, so Feuerwehrsprecher Daniel Heesch, sei er mit einem Rettungswagen in eine Dortmunder Spezialklinik gebracht worden. Das Krankenhaus gab um 16.20 Uhr den Tod des Jungen bekannt.

Notfallseelsorger betreuen Mitschüler

Notfallseelsorger kümmerten sich im Garten einer Gaststätte um Mitschüler und Lehrer. „Wir haben die Kinder sofort vom Unglücksort weggebracht“, so Lohoff. „Eine professionelle Betreuung nach solch einem Unfall ist extrem wichtig.“ Eltern wurden benachrichtigt und mit einem Bus des Verkehrsbetriebs Ennepe-Ruhr von einem weiter entfernt liegenden Parkplatz zu ihren Kindern gefahren.

An dem Abschnitt, an dem die Kinder in Wasser gingen, befindet sich eine Rettungsstation der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Diese ist allerdings nur an Wochenenden und Feiertagen von Ehrenamtlichen besetzt. Der Regionalverband Ruhr (RVR), der sich mit der „Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH“ um die Glör und das Umfeld kümmert, weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass das Baden nur zu diesen Zeiten erlaubt sei. Gleichwohl nutzen zahlreiche Schwimmer auch an anderen Tagen den Badesee.

Landrat erschüttert

Ob der verstorbene Junge Schwimmer oder Nichtschwimmer war - diese Frage vermochte an der Einsatzstelle niemand zu beantworten.

Erschüttert zeigte sich gestern Arnim Brux: „So etwas ist die schlimmste Nachricht, die einen als Landrat erreichen kann“, so der Verwaltungschef des EN-Kreises. Als Vater und Großvater fühle er mit den Eltern.

Badeunfall in der Glörtalsperre

 

Jens Stubbe


Kommentare
05.07.2012
21:36
Albtraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken
von Lennewirbel | #7

Ich persönlich finde auch, das Kommentare zu diesen Artikeln geblockt werden sollten! Kein User kann sich ein urteil über die Polizeiarbeit erlauben, wie harkorten es meint indirekt tun zu müssen.

05.07.2012
20:06
Albtraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken
von harkorten | #6

Gibt es nicht eine Aufsichtspflicht der begleitenden Lehrer? Was haben die Lehrer als Begleitpersonen getan, als der Junge verschwunden war? Was immer eine Aufsicht gewährleistet? Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt und nicht, wie die Aussage andeutet, alles schwammig und unsicher ist.

"„Aus den Unterlagen, die mir vorliegen, geht nicht einmal hervor, ob es ein geplanter Badeausflug war oder ob die Kinder spontan ins Wasser gegangen sind“, so Witthüser. 30 Kinder waren unterwegs, begleitet wurden sie von einer Lehrerin und einem Lehrer. Ob diese die Voraussetzungen des Erlasses des Schulministeriums (siehe Kasten) erfüllen, vermochte niemand zu sagen."

1 Antwort
Albtraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken
von Lennewirbel | #6-1

@harkorten, nur weil dein Kommentar beim letzten Artikel schon gelöscht wurde, musst du nicht hier weiter machen! Hast du denn überhaupt keinen Respekt????

05.07.2012
11:20
Albtraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken
von Roadrunner99 | #5

Ich wünsche allen Beteiligten viel Kraft, damit Sie das Geschehen gut verkraften. Den Angehörigen des Jungen sende ich mein aufrichtiges Beileid.

Jetzt aber meine Kritik an derwesten.de:
Bitte schreiben Sie erst dann Zahlen in den Bericht, wenn Sie alles wissen.

Erst hiess es der Junge wäre 14, dann kommt kurze Zeit später die Meldung der Junge ist 12. Nun stellt ich heraus, dass der Junge gerade einmal 15 Jahre alt wurde.

Im ersten Bericht hiess es, dass der Junge nach 45 Minuten geborgen wurde, jetzt sind es 1,5 Stunden.

Gerade bei so tragischen Ereignissen sollte man mit den Fakten so lange warten, bis man von offizieller Seite die richtigen Daten hat. Für Sensationsjournalismus gibt es in D andere Printmedien. Da muss die WAZ nicht mitkämpfen.

05.07.2012
10:10
Albtraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken
von Juettelchen | #4

von Dampfnudel | #3

Sie haben völlig recht, das sehe ich genauso.

05.07.2012
08:50
Albtraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken
von Dampfnudel | #3

Bei solch tragischen Unfällen sollte jeglicher Kommentar geblockt bzw. keine Kommentare erlaubt sein!

1 Antwort
Albtraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken
von DrNoetigenfalls | #3-1

Warum schreiben Sie dann einen Kommentar?

05.07.2012
07:46
Das häuft sich jetzt aber ...
von Partik | #2

Scheinbar ist die ganze deutsche Schulheit auf Achse und macht Badeausflüge. Es ist zu hoffen, dass nicht noch mehr passiert ...

Davon ab: Reanimation nach 1,5 Stunden unter Wasser? Was genau erwarten sich die Helfer von so etwas?

2 Antworten
Albtraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken
von denkstewohl | #2-1

"Was genau erwarten sich die Helfer von so etwas? "

Nichts.

Außer, dass man den Beteiligten (und auch sich selbst) die Sicherheit vermittelt, alles menschenmögliche getan zu haben.
Es ist eher für die Seele, als für den Körper - aber man gibt einen Jugendlichen nicht so schnell auf.

Hoffen auf ein Wunder ....
von drengler | #2-2

... das ist es, was die Helfer antreibt - obwohl alle wissen, dass bei so langen Zeiten unter Wasser keine Chance mehr besteht. Als Notarzt habe ich mehrere Ertrinkungsunfälle erlebt und wir konnten kein Opfer retten. Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die nur kurz unter Wasser waren und ob der Unterkühlung und einer optimalen Versorgung am Notfallort sowie einer perfekten und schnellen Rettungskette und bestmöglicher klinischer Versorgung nicht gerettet werden können, bleibt ein unsägliches Gefühl der Hilflosigkeit bei allen Beteiligten.

05.07.2012
06:34
Alptraum an der Glörtalsperre - 15-Jähriger ertrunken
von Sonderbar | #1

Welch ein trauriges Schicksal. Mein Beileid.



Sorry: Trotzdem der WAZ :
Von Duden empfohlene Schreibung : Albtraum

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