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Kampf um die Macht im Stadtverband der Kleingärtner in Essen

20.05.2012 | 13:12 Uhr
Kampf um die Macht im Stadtverband der Kleingärtner in Essen
Am Kleingartenlehrpfad am Baldeneysee hatten Unbekannte im November 2011 ihre Meinung über den Verbandsvorsitzenden hinterlassen. Foto: Alexandra Umbach

Essen.   „Schuster ist der Stadtverband, der Stadtverband ist Schuster“, sagt ein Kleingärtner, der mit ihm einen Strauß auszufechten hatte, über den Essener Verbandsvorsitzenden Heinz Schuster. Nein, mit dem 78-Jährigen ist nicht gut Kirschenessen. Warum Schuster als Vorsitzender umstritten, aber unangreifbar ist.

Heinz Schuster ist bei seinem Leisten geblieben. Nein, mit dem 78-Jährigen ist nicht gut Kirschenessen. Das weiß, jeder der schon einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte, mit dem Vorsitzenden des Stadtverbandes der Kleingartenvereine aneinander zu geraten. Diese Erfahrung mussten sie jetzt auch im Kleingartenverein „Bunte Gärten Alte Kirchstraße“ machen. Schuster hat die Laubenpieper vor die Tür gesetzt, der Pachtvertrag wurde gekündigt. Warum? „Das ist Privatsache“, poltert Schuster. Privat oder öffentlich - das ist für den selbst ernannten Hüter des Kleingartenwesens gerne Auslegungssache. Dass die „Bunten Gärten“ für ihren interkulturellen Ansatz vom Bundesbauminister mit einem Preis bedacht wurden, und viel öffentliches Geld in das Projekt geflossen ist, schert Schuster nicht . Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass hier die wahre Ursache für seinen Groll liegen könnte: „An uns lief alles vorbei. Wir wussten von nichts.“ Er, Schuster, wusste von nichts.

„Schuster ist der Stadtverband, der Stadtverband ist Schuster“, formulierte ein Kleingärtner, der mit ihm einen Strauß auszufechten hatte. Frei nach dem Selbstverständnis der absolutistischen Herrscher: Der Staat bin ich. Wer sich umhört hinter Hecken und Gartenzäunen, hört wenig Schmeichelhaftes. Kritik gegenüber sei er resistent, auf Widerspruch reagiere er „wie ein trotziges Kind“. Das klingt noch freundlich. Frühere Weggefährten, die es gut mit ihm meinen, beschreiben ihn als fleißig, engagiert und bescheinigen ihm Organisationstalent. Allen ist gemein, dass sie ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollen. Wer seinen Kopf zu weit über die Grasnarbe hebt, wird rasiert. Ist das die Antwort auf die Frage, warum Schuster so fest im Sattel sitzt? Seit 1989 ist er im Amt und legt dabei ein Beharrungsvermögen an den Tag, wie man es aus dem Fernsehen kennt, wenn die Nachrichten aus Nordkorea oder anderen Despotenstaaten berichten.

Das Fundament seiner Macht ist aber nicht allein auf Rhetorik gebaut

2010, bei Schusters letzter Wiederwahl, versuchte sich ein Gegenkandidat. Allein der Versuch war ein Affront: Die Stadt habe beim Versuch ihn abzuschießen, ihre Finger im Spiel gehabt, mutmaßt Schuster, der sich mit Vorliebe an der Verwaltung abarbeitet, wenn die sich mal wieder Anliegerbeiträge oder andere Grausamkeiten einfallen lässt, unter der „der kleine Mann“ auf seiner Scholle leiden müsse. Schuster führt sein Wort, laut und zuweilen aggressiv. Das kommt an in der Gartenlaube. Die Verwaltung führt er gerne am Nasenring durch die Arena, wie jüngst beim Streit um einen illegal errichteten Unterstand am Kleingartenlehrpfad am Baldeneysee. Sollte die Stadt darauf bestehen, dass die Hütte abgerissen wird, will Schuster die Bänke am Ufer gleich mitabräumen. Um lauthalse Drohungen ist er nicht verlegen.

Das Fundament seiner Macht ist aber nicht allein auf Rhetorik gebaut. 1991 hat er die „Essener Kleingartengrund und Boden gGmbH“ aus der Taufe gehoben. Großunternehmen suchten Käufer für ihr Grabeland. Die Stadt winkte ab, Schuster und ein paar Mitstreiter griffen zu. Längst ist die gemeinnützige GmbH Großgrundbesitzer. Was das heißt, bekommen die „Bunten Gärten“ zu spüren. Der Stadtverband ist nur Zwischenpächter auf und verwaltet die Kleingärten auf städtischem Boden. Die Stadt ist dankbar dafür, dass sie nicht auch dieses öffentliche Grün am Bein hat, zahlt dem Verband zweckgebundene Zuschüsse - 140 000 Euro pro Jahr, so Schuster. Wer als Kleingartenverein davon etwas abhaben wolle für Pflege oder Reparaturen, so heißt es, der stellt sich besser gut mit dem Verband und seinem allmächtigen Vorsitzenden. Oder schweigt.

Marcus Schymiczek


Kommentare
21.05.2012
13:40
Kampf um die Macht im Stadtverband der Kleingärtner in Essen
von Bergerhauser1 | #7

Der Hinweis von "tabledancer#6" ist traurig aber wahr. Für den Kleingarten der Kita "Katernberg-Mitte" bedeutet das Handeln von "Gartenfürst" Schuster das Aus! Zahlreiche Spender haben es ermöglicht, dass die Kinder sich eine kleine Blockhütte aufstellen konnten. Sie lernen auf ihrem Gartenstück nicht nur viel über die Pflanzenwelt, sondern erfahren, dass es Gurken und Tomaten nicht nur auf Hamburgern gibt. Hier sollten die Medien mal genau recherchieren, damit dieser unsägliche Herr Schuster sich besser um die Renaturierung der geschmacklosen Toilettenausstellung am Kleingartenlehrpfad am Baldeneysee kümmern kann. Abwählen den Mann und zwar schnellstens!

21.05.2012
10:54
Schusters handeln gefährdet Garten der Kita "Katernberg"
von tabledancer | #6

Ein guter Bericht von Herrn Schymiczek, auch der Kommentar von Frau Wandt in der Samstagsausgabe der WAZ war treffend. Dem selbsternannnte Kleingartenkönig weht endlich Wind ins Gesicht und es ist zu hoffen, dass diesem Treiben des EBB-Mitgliedes der Bezirksvertretung VIII ein Ende gesetzt wird. Dass er mit seinem kleingeistigen Handeln der Kita "Katernberg-Mitte", die mit eigenen Spendenmitteln einen Kleingarten für die Kinder bei den "Bunten Gärten" betreibt, ein Aus beschert, ist diesem Menschen völlig egal. Ein Skandal, der hier auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird. Herr Schuster sollte sich schämen und der EBB-Fraktionschef Udo Bayer endlich handeln.

20.05.2012
18:15
Kampf um die Macht im Stadtverband der Kleingärtner in Essen
von dafaq | #5

Der Aufreger ist hier doch wirklich nicht Schuster. Wenn der wirklich so schlimm sein sollte wie beschrieben, darf man sich fragen, warum sich bisher nur einer als Gegenkandidat hat aufstellen lassen. Und warum eben jener die Wahl offenkundig verlor.
Nein, der wahre Skandal ist, dass die Stadt den Leuten der "Bunten Gärten" so einige Zuwendungen zukommen lässt, solange sie nur Migrationshintergrund vorweisen können. So war in der Printausgabe der Waz zu lesen, dass mal eben 40000 Euro, neben anderen Zahlungen, für die Abwasserentsorgung zugeschanzt wurden.
Die ethnisch deutschen Kleingärtner hingegen dürfen alles selbst latzen. Das ist gelebte Diskriminierung.
Man möchte Migranten für die Kleingärtnerei begeistern, hieß es. Ja was für ein Kunststück, wenn der Steuerzahler schön mitsubventioniert. So könnte man mich doch glatt auch für nen Kleingarten begeistern.
Außerdem: Wenn die Stadt so dumm war, nicht selbst zu kaufen, darf man sich nicht beschweren, dass der Käufer das Sagen hat.

20.05.2012
15:39
solche selbstherrlichen nullen kann man doch auch abwählen
von trickflyer | #4

oder?

20.05.2012
15:33
Kampf um die Macht im Stadtverband der Kleingärtner in Essen
von daphnina | #3

Wer wie Schuster alle Gesetze, Verordnungen, Auslegungen und Anweisungen zum Kleingartenwesen auf Bundes- Landes- und Stadtebene und kennt, hat nicht nur Freunde.
So ist es verständlich, wenn Schuster aus verschiedenen Stadtämtern Gegenwind erhält.
Nur ist es gemein, wenn versucht wird mit verdeckten Masken und Mittel Heinz Schuster auf kaltem Weg abzulösen.
Nur wenige Initiatoren des jetzt stattfindenden Kesseltreiben sind im Stadtverband, vermutlich sitzen sie im Rathaus und bei Grün und Gruga.

1 Antwort
Kampf um die Macht im Stadtverband der Kleingärtner in Essen
von wide379 | #3-1

Dieser Blödsinn ist doch wohl nicht ihr ernst???

20.05.2012
15:18
Kampf um die Macht im Stadtverband der Kleingärtner in Essen
von wide379 | #2

Der Vergleich mit Nordkorea trifft es vielleicht nicht richtig.
Die beiden Vollpfosten aus Russland / Deutschland in den 30er Jahren passen da besser.
Bei ca. 80% der Essener Kleingärtner ist an einem bestimmten Tag innerlich Sylvester.
Ich werde meine Freude auch äußerlich zum Ausdruck bringen.

20.05.2012
14:19
Kampf um die Macht im Stadtverband der Kleingärtner in Essen
von gudelia | #1

Warum soll es anders sein als in den Parteien, Gewerkschaften, Betriebsräten, Genossenschaften, Redaktionen und Aufsichtsräten?

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