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Zwei Menschen sterben bei Brand in Duisburger Seniorenheim

15.07.2012 | 09:30 Uhr
Bei einem Feuer in einem Seniorenheim in Duisburg sind am frühen Sonntagmorgen zwei Menschen gestorben. Bei acht weiteren besteht Verdacht auf eine Rauchvergiftung, eine Pflegerin erlitt Verbrennungen.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Bei einem Feuer im Duisburger Seniorenheim „Haus Marxloh“ sind am frühen Sonntagmorgen zwei Männer ums Leben gekommen. Eine Zigarette hatte den Brand in ihrem Zimmer ausgelöst. Acht weitere Menschen kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, eine Pflegerin erlitt Verbrennungen.

Um 4.32 Uhr schlug am Sonntagmorgen ein Brandmelder im „Haus Marxloh“ Alarm, in einem Zimmer des Seniorenzentrums war durch eine Zigarette ein Feuer ausgebrochen. Auf den Stationen arbeiteten noch die Mitarbeiterinnen aus dem Nachtdienst, als der Ton die Bewohner aus dem Schlaf riss. Kurz darauf begann ein Großeinsatz für die Feuerwehr und Polizei.

„Hier ist alles da, was wir greifbar hatten“, erklärte ein Polizeisprecher vor Ort. Zahlreiche Rettungs- und Feuerwehrwagen tauchten die letzten Häuser vor dem Thyssen-Gelände an der Kaiser-Wilhelm-Straße in blaues Licht. Die Einsatzkräfte bekämpften das Feuer aus dem Inneren des Gebäudes, es war in der ersten Etage auf der Rückseite ausgebrochen. Die Station wurde komplett evakuiert, auch das Erdgeschoss wurde geräumt.

Zwei Tote im Seniorenheim

Das Zimmer, in dem der Brand wütete, wurde von zwei Männern bewohnt, 59 und 69 Jahre alt. Beide starben in den Flammen. Acht Bewohner wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert, drei von ihnen mussten weiter behandelt werden. Eine Schwester zog sich nach Angaben der Polizei im Zimmer leichte Verbennungen zu, auch sie kam ins Krankenhaus.

Brand wurde offenbar durch brennende Zigarette ausgelöst

Insgesamt sind in dem Haus 66 Bewohner gemeldet. Nach der Evakuierung der beiden unteren Etagen – der zweite Stock wurde nicht geräumt – fanden sie Unterschlupf in einer Straßenbahn der Linie 901, die wegen des Feuerwehreinsatzes vor dem Seniorenzentrum anhalten musste. Nach zwei Stunden konnten sie wieder in ihre Zimmer, in Rollstühlen, an Rollatoren, auf Socken verließen sie die Bahn. Die im Haus verbliebenen Bewohner beobachteten den Einsatz durch die Fenster. Notfallseelsorger des Roten Kreuzes kümmerten sich vor Ort um die Menschen. An der hinteren Fassade des Hauses waren nur wenige Spuren zu sehen, aus dem Fenster des verrußten Zimmers hingen die zerfetzten Rolläden.

Die Ursache des Brandes wurde schon nach kurzer Zeit festgestellt, er ging von einer Zigarette aus, die in der Nacht geraucht wurde. „Es ist das eigene Zimmer der Bewohner, wir können den Zigarettenkonsum dort nicht verbieten“, erklärte Eberhard Jach, Geschäftsführer des Seniorenzentrum-Betreibers Procuritas. Die erste Etage des linken Gebäudetraktes, in dem das ausgebrannte Zimmer liegt, könne vorerst nicht bewohnt werden, so Jach. In Absprache mit der Heimaufsicht müsse die Unterbringung der betroffenen Menschen in einem anderen Haus organisiert werden. Dafür käme eine Einrichtung in Bad Münstereifel in Frage. Das Rote Kreuz hat für den Transport seine Unterstützung zugesichert.

Zlatan Alihodzic

Kommentare
16.07.2012
05:55
Ein tragisches Ereignis... aber auch das gehört zum Leben
von denkstewohl | #8

Wir sollten mal darüber nachdenken, was für ein Geschrei es gäbe, würde man Heimbewohnern das Rauchen in den wenigen eigenen Quadratmetern verbieten....
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1 Antwort
Zwei Menschen sterben bei Brand in Duisburger Seniorenheim
von Bella74 | #8-1

Neue Bewohner unseres Heims werden vor Einzug darauf aufmerksam gemacht, das in den Zimmern und Gängen etc. Rauchverbot gilt und es entsprechende Raucherzimmer gibt. Danach ist es die freie Entscheidung desjenigen , ob er dies toleriert und einzieht oder nicht. Im übrigen wird im Heim gar nicht so viel geraucht wie viele scheinbar annehmen. Vielen vergeht im Alter der Appetit auf die Zigarette

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Zwei Menschen sterben bei Brand in Duisburger Seniorenheim
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2012-07-15 09:30
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