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Extremer Berglauf diesmal ohne Nervenkitzel

17.07.2012 | 17:53 Uhr
Extremer Berglauf diesmal ohne Nervenkitzel
Am Zugspitzlauf nahm auch der Iserlohner Christian Mausbach teil.

Iserlohn. Der Trend zu außergewöhnlichen Ausdauerleistungen und damit zu Extremläufen ist seit Jahren unverkennbar. Auch der Zugspitzlauf gehört in diese Kategorie. Der Magie des höchsten deutschen Berges erfasst immer mehr Läufer, und daran hat auch die Tragik des Jahres 2008 nichts geändert.

In Folge eines Wetterumschwungs mit Schneefällen und eisigem Wind starben damals zwei Teilnehmer an Erschöpfung und Unterkühlung. Doch wer sich dieser Herausforderung stellt, tut es auf eigene Gefahr. Das wusste auch der Iserlohner Christian Mausbach, als er sich für die zwölfte Auflage des Zugspitzlaufes anmeldete. Er liebt die besonderen Wettkämpfe, bei denen es ihm mehr um die Atmosphäre und das Lauferlebnis an sich und weniger um Zeiten und Platzierungen geht. Zur Zugspitze hat er eine besondere Beziehung. „Meine Großmutter wohnte in Garmisch, und als junger Mann bin ich einmal bis zum Gipfel gewandert“, berichtet der 50-Jährige. „Und seit es diesen Lauf gibt, spukt er in meinem Kopf herum“. Diesmal stellte er sich der 18-km-Distanz - mit angemessenem Risikobewusstsein aber auch der Gewissheit, dass der Veranstalter aus den Vorfällen von 2008 gelernt hat. So wurde im letzten Jahr der Lauf bei der Zwischenstation Sonnalpin abgebrochen, als nach Graupelschauern die Strecke auf dem letzten Teilstück vereist war.

Diesmal waren die Bedingungen ideal, als sich die Läufer in Ehrwald an der Startlinie versammelten. 17 Grad zeigte das Thermometer, später auf dem Gipfel waren es noch acht Grad. Kein Schnee, kein Graupel, keinerlei Wetterkapriolen.

Mausbach hatte sich bei seinen Trainingsläufen in heimischen Gefilden durch etliche Querfeldeinpassagen auf die besondere Belastung vorbereitet. „Ich wollte ein Gefühl für steile Anstiege bekommen, aber im Wettkampf ist dann doch noch alles ganz anders.“ Es geht moderat los, die ersten 500 Höhenmeter müssen auf einer Distanz von 7 km bewältigt werden. Die letzten 1000 hingegen fallen in einer Distanz von 5 km an. „Im Gletscherbereich muss man über Schneefelder laufen, und das zehrt schon an den Kräften“, so Mausbach. Ein bis dahin deutlich führender kenianischer Läufer verzweifelte gar auf dieser Passage. „Er war nie zuvor auf Schnee gelaufen und ist völlig aus dem Rhythmus gekommen“, berichtete Mausbach.

Er selbst erlitt in einer Höhe von 1700 Metern einen Einbruch. Ausruhen und die Energiedepots auffüllen - das war nun elementar wichtig, um überhaupt ins Ziel zu kommen. Zum Zugspitzlauf gehört auch flottes Gehen an steilen Stellen („das ist schneller, als wenn man laufen würde“), aber auch der „Gänsemarsch“ auf einem von Drahtseilen gesicherten schmalen Weg.

Bestandteil der Sicherheitsvorkehrungen ist es, dass die Zwischenstation Sonnalpin in gut 2500 Metern Höhe nach 3:15 Stunden erreicht sein muss. Wer das nicht schafft, muss dort den Lauf beenden. Diesmal blieben alle Teilnehmer im Rennen, und auf dem Gipfel empfing sie strahlend blauer Himmel. Christian Mausbach erreichte das Ziel nach 3:16 Stunden, was ihm Platz 16 in seiner Altersklasse M 50 und Platz 206 in der Gesamtwertung bescherte. Aber das war für den Iserlohner ja sekundär. „Die Witterungsverhältnisse waren ideal, und man fühlte sich eigentlich sehr sicher während des Laufes“. An kritischen Stellen war die Bergwacht postiert, aber die Vorfälle von 2008 haben wohl auch dazu beigetragen, dass die Teilnehmer ausreichend vorbereitet und mit mehr Respekt an diese Herausforderung herangehen.

Einen zweiten Einsatz plant Mausbach trotz der guten Erfahrung nicht. „Dann wäre eine bessere Zeit vermutlich das Ziel, und darum geht es ja nicht“. Schon eher könnte ihn eine Zugspitzumrundung reizen - ein 100-km-Lauf in sehr profiliertem Gelände. Außergewöhnliche Lauferlebnisse bleiben garantiert auf seinem Terminplan.

Von Willy Schweer

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2012-07-17 17:53
Iserlohn Hemer Letmathe