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Jaguar XF 2.2 D - Ein Sportwagen auf Sparkurs

09.02.2012 | 08:45 Uhr
Jaguar XF 2.2 D - Ein Sportwagen auf Sparkurs

Schwalbach.  Jaguar begibt sich mit seiner Sport-Limousine XF 2.2 D auf Sparkurs. Der Motor läuft auf vier statt sechs Zylindern und verbraucht so wenig Sprit wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Wir haben den Wagen für Sie getestet.

Jaguar bricht mit einer weiteren Tradition des Hauses: Statt eines Sechszylinders treibt nun ein Vierzylinder-Diesel den XF an. Für konservative Charaktere mag das ein ähnliches Sakrileg sein wie seinerzeit der Abschied von der alten Designline, denn bislang standen ausschließlich V6- oder V8-Motoren zur Wahl. Aber der XF 2.2 D folgt erfolgreich dem aktuellen Trend des Downsizing in der Motorentechnik und verbrennt als sparsamstes Modell in der Firmengeschichte nicht nur fast 1,5 Liter pro Kilometer weniger als die bisherigen Baureihen, sondern sorgt zugleich dafür, dass der Einstiegspreis auf 48.000 Euro sinkt. Ein weniger ausgeprägtes Sparbewusstsein würde man sich allerdings beim Qualitätsmanagement wünschen.

So trübten beispielsweise Lacknasen auf der Innenseite der Kofferraumhaube sowie unterschiedliche Spaltmaße beim Testwagen den Gesamteindruck. Auch die Entscheidung zugunsten üppiger 20-Zoll-Felgen ist fragwürdig. Sie sehen zwar chic aus, schmälern aber spürbar den Fahrkomfort.

Mehr Motor braucht man nicht

Der kleine Diesel, der ursprünglich vom französischen PSA-Konzern stammt, kam in modifizierter Form bereits in Land-Rover-Modellen zum Einsatz. Jaguars Ingenieure haben ihn nochmals feinpoliert. Der Selbstzünder läuft kultiviert, hängt gut am Gas, ist im Innenraum kaum zu hören, vor allem aber - das angebotene Leistungspotenzial reicht völlig aus. 190 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment (Nm) verhelfen der rund 1,9 Tonnen schweren Limousine immerhin zu einem 8,4-Sekunden-Sprint (Werksangabe) auf 100 Kilometer pro Stunde (km/h) und 225 km/h in der Spitze. Mehr Motor muss nicht sein.

Visitenkarte
Jaguar XF 2.2 Diesel

Hersteller: Jaguar

Modell: XF 2.2 Diesel

Motor: Vierzylinder Turbodiesel

Hubraum: 2.179 ccm

Leistung: 190 PS/140 kW

Drehmoment: 450 Nm bei 2.000 U/min

Von 0 auf 100 km/h: 8,5 sek.

Höchstgeschw.: 225 km/h

Verbrauch: 5,4 l Diesel/100 km

CO2-Ausstoß: 149 g/km

Kofferraum: 540 Liter

Versicherung: HP:20 / TK:24/ VK:28

Grundpreis: 48.000 Euro

Preis der Testversion: 69.910 Euro (dapd)

Bei einem Durchschnittsverbrauch von 7,8 Liter darf das Sparziel als erreicht abgehakt werden. Im Stadtverkehr trägt eine Start-Stopp-Automatik dazu bei, den Verbrauch zu minieren. Sie ist eine weitere Neuerung bei Jaguar und verrichtet ihren Dienst tadellos und sanft. Das im XF eingesetzte ZF-Automatikgetriebe besitzt acht Stufen, die schnell und sanft durchgeschaltet werden. Bei Tempo 100 macht der Motor weniger als 1.500 Touren pro Minute: Das spart Sprit. Wer partout möchte, der kann mit Schaltpaddeln am Multifunktionslenkrad manuell seinen Fahrstil bestimmen. Ein spürbarer Vorteil offenbart sich durch den menschlichen Eingriff nicht.

Cooler Materialmix beim Interieur

Die Fahrwerksabstimmung dürfte einen ordentlichen Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort darstellen, wenn man die Felgenwahl auf ein vernünftiges Maß beschränkt. Flotte Passagen absolviert der Jaguar sicher und problemlos. Die hydraulische Servolenkung arbeitet zwar direkt, vermittelt jedoch zu wenig Gefühl.

Dennoch erweist sich der kleine Diesel als ordentlicher Tourer, mit dem man entspannt unterwegs ist. Das Gesicht des XF wurde mit den leichten Designretuschen des Jahrgangs 2012 dem Flaggschiff XJ ähnlicher. Geprägt wird es durch den typischen, aber etwas flacheren ovalen Lufteinlass sowie breitere Scheinwerfer mit einer LED-Tagfahrlicht-Leiste in Form eines liegenden J. Insgesamt wirkt der XF damit etwas sportlich-aggressiver. Innen zeigt sich ein cooler Materialmix aus Leder und Aluminium, allerdings auch schnödes Hartplastik vorzugsweise an Stellen, die nicht gleich ins Auge fallen. Was einzustellen oder zu betätigen ist, findet sich nach kurzem Rundumblick problemlos.

Kein Sonderangebotspreis

Lediglich das Navi bedarf einer etwas längeren Eingewöhnungsphase und mitunter nachhaltiger Bedienung. Alles in allem zeigt der kleine Diesel, dass Sparsamkeit keinen Verzicht bedeuten muss, wobei der Preis des Testwagens (69.910 Euro) nicht als Sonderangebot zu erkennen ist, sondern sich auf Augenhöhe mit etwaigen Konkurrenten aus Süddeutschland bewegt. Kann man sich mit den paar kleinen Schwächen anfreunden, ist der Brite aber eine stilvolle Alternative in der Oberklasse. (dapd)

Kommentare
09.02.2012
11:29
Jaguar XF 2.2 D - Ein Sportwagen auf Sparkurs
von holmark | #2

Downsizing - leider nicht nur beim Motor, sondern auch bei der Karosserie. Flachgeplopft, so dass das Fahrzeug für Passagiere auf den Rücksitzen...
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Jaguar XF 2.2 D - Ein Sportwagen auf Sparkurs
Jaguar XF 2.2 D - Ein Sportwagen auf Sparkurs
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2012-02-09 08:45
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