Schlechtes Zeugnis für die Deutsche Bahn

Technisch und funktional nicht mehr auf dem neuesten Stand - aber immerhin vergleichsweise pünktlich: ein Regionalexpress der Linie RE17 in Hagener Hauptbahnhof.
Technisch und funktional nicht mehr auf dem neuesten Stand - aber immerhin vergleichsweise pünktlich: ein Regionalexpress der Linie RE17 in Hagener Hauptbahnhof.
Foto: Michael Kleinrensing
Letzter Platz beim Qualitäts-Ranking des NWL in Westfalen. Staatsunternehmen hat vor allem Probleme mit der Pünktlichkeit. Abellio liegt vorn. Verkehrsverbund: Wo Wettbewerb ist, steigt die Qualität

Hagen..  Kein gutes Zeugnis für die Deutsche Bahn: Bei einem erstmals durchgeführten Qualitäts-Ranking des NWL (Nahverkehr Westfalen Lippe – der Dachverband der fünf westfälischen Verkehrsverbünde) belegte die Bahn-Tochter DB Regio NRW den letzten Platz unter den fünf gewerteten Eisenbahnunternehmen in Westfalen. Abellio war klarer Sieger in dem Ranking. Die Tochter der niederländischen Staatseisenbahn befährt in NRW das Ruhr-Sieg-Netz.

Abellio gewann alle drei gewerteten Kriterien: Pünktlichkeit, Leistungserfüllung (also: nicht ausgefallene Züge) und Fahrzeugzustand. Zweiter wurde die Westfalenbahn, dann folgen Nordwestbahn und Eurobahn (u.a. Hellweg-Netz). DB Regio lag überall hinten, insbesondere aber bei der Pünktlichkeit der Züge. 85 Prozent waren pünktlich, also weniger als vier Minuten verspätet. Abellio kam hier auf 95,7 Prozent. Dabei flossen in die Wertung nur Strecken ein, die im Wettbewerb vergeben worden sind, und damit nicht einige besonders verspätungsanfälligen Regionalexpress-Linien.

Thomas Ressel, stellvertretender Geschäftsführer des Verkehrsverbundes ZRL, nannte das Ergebnis von DB Regio „noch zufriedenstellend“. Die Deutsche Bahn müsse auf ihren Strecken teils mit schwierigeren Rahmenbedingungen kämpfen. „Aber es liegt immer auch am Unternehmen“, stellte Ressel klar. Erfreulich immerhin aus südwestfälischer Sicht: Die pünktlichsten Züge der DB fahren im Sauerland.

Der Qualitätsbericht sei auch ein Votum für mehr Wettbewerb auf der Schiene, sagte Verkehrsmanager Ressel: „Überall da, wo es Wettbewerb gibt, steigt die Qualität.“

DB Regio verwies darauf, dass sich „vor allem unwetter- und streikbedingte Einflüsse negativ auf die Qualitätswerte für 2014 ausgewirkt“ hätten. Man wolle nun „weiter daran arbeiten, die Attraktivität des Angebots zu steigern“.

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