Entlastung für überbelegte Eickelborner Forensik

Jürgen Kortmann
Lippstadt - Eickelborn - Forensische Klinik für psychisch kranke Straftäter.
Lippstadt - Eickelborn - Forensische Klinik für psychisch kranke Straftäter.
Foto: WP

Lippstadt. In zwei Transporten sind gestern 50 Patienten aus der Klinik für psychisch kranke Straftäter in Lippstadt-Eickelborn in das neue Spezialkrankenhaus in Münster-Amelsbüren verlegt worden. Es gab keine Zwischenfälle, die Patienten waren in Bussen untergebracht, die auch für Gefangenentransporte genutzt werden.

In der kommenden Woche werden noch vier Patienten in die Klinik nach Dortmund-Aplerbeck verlegt. Bei den 54 Patienten handelt es sich ausnahmslos um intelligenzgeminderte Straftäter im Alter zwischen 20 und 60 Jahren. Die Ältesten sind bereits bis zu 17 Jahre im Maßregelvollzug.

Schon im letzten Winter waren 54 Patienten nach Herne verlegt worden. Mit der Verlegung endet die erste Runde in der Dezentralisierung des Maßregelvollzugs: Seit dem Jahr 2000 waren landesweit über tausend neue Plätze und sechs neue Kliniken zur Unterbringung und Therapie von psychisch kranken Verbrechern entstanden. So sollte auch die permanent überbelegte Eickelborner Forensik entlastet werden. Der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug, Dönisch-Seidel, hat allerdings bereits die Notwendigkeit eines zweiten landesweiten Ausbauprogramms angekündigt: Die Plätze reichen angesichts unverändert hoher Zuweisungen durch die Gerichte, einer längeren Verweildauer und älter werdender Patienten einfach nicht aus.

Eickelborn hat damit seinen „Ruf“ als bundesweit größte Klinik für psychisch kranke Straftäter verloren. 268 Patienten sind hier noch untergebracht, 42 sind in der Nachsorge. Mittelfristig wird die Gesamtzahl wieder steigen.