Was Sie beim Immobilienkauf in Spanien beachten sollten

Zu Verkaufen: Ferienimmobilien in Spanien sind manchmal preiswert zu haben. Allerdings sollten Käufer genau hinsehen - sonst können Folgekosten drohen.
Zu Verkaufen: Ferienimmobilien in Spanien sind manchmal preiswert zu haben. Allerdings sollten Käufer genau hinsehen - sonst können Folgekosten drohen.
Foto: dpa
Ein Ferienhaus direkt am Strand unter der warmen Sonne Spaniens - das ist der Traum von so manchem Urlauber. Die sinkenden Immobilienpreise der letzten Jahre lassen diesen Traum in greifbare Nähe rücken. Damit das Schnäppchen im Ausland nicht doch teuer wird, gilt es einiges zu beachten.

Alicante. Die Fotos von Betongerippen sind um die Welt gegangen: Zahlreiche Ferienanlagen in Spanien wurden nie fertiggebaut, nachdem die Immobilienblase geplatzt und die Euro-Krise auf die Wirtschaft durchgeschlagen war. Heute, einige Jahre danach, hat sich der Markt immer noch nicht erholt. Doch vermeintliche Schnäppchen können Käufer am Ende teuer zu stehen kommen: Wer eine wertbeständige Ferienwohnung sucht, sollte sich gut informieren.

"Auch hier hat die Krise durchgeschlagen", sagt Peter Kautz von PK Spanien Immobilien mit Sitz in Torrevieja bei Alicante. "Wir hatten hier an der Costa Blanca Preisnachlässe von 50 bis 60 Prozent in den vergangenen Jahren. Als die Krise begann, ging es bergab." Diese hohen Zahlen bezögen sich aber vor allem auf weniger gute Lagen und mangelhafte Immobilien.

Preise im Landesinneren sind geringer

Mittlerweile ziehe die Nachfrage wieder an, hat Kautz zumindest an der Costa Blanca beobachtet. "Ich bezweifle, dass es auf breiter Front weiter nach unten geht. Für die "erste Linie" vom Strand aus gesehen sind die Leute auch bereit, Geld auszugeben." Je weiter ins Land man gehe, desto geringer seien die Preise.

Grundsätzlich sei Spanien der Deutschen liebstes Urlaubsland, in dem sie auch am stärksten Ferienimmobilien nachfragen, sagt Peter Schöllhorn von der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien. "Viele Leute wollen nach Spanien, weil sie Sonne und Strand und ansonsten deutsche Verhältnisse wollen." Dennoch weist er Kaufinteressenten darauf hin, dass es trotz aller Fortschritte auch heute noch bei durchschnittlichen Immobilien einen Abstand zum deutschen Wohnstandard gebe.

Kaufinteressenten sollten sich Zeit lassen

Außerdem sei in den zurückliegenden Jahren zu viel gebaut worden, fügt Schöllhorn hinzu. "Eine Lösung für das Problem der vielen leerstehenden Neubauten und halbfertigen Immobilien ist nicht in Sicht. Kaufinteressenten können sich Zeit lassen und feilschen." Denn es gebe viele Angebote, auch sehr günstige. Kautz warnt vor Zwangsversteigerungen. Die entsprechenden Immobilien seien häufig schon längere Zeit, zum Teil jahrelang, im Besitz der Bank, deren Kredit der vorherige Eigentümer nicht mehr bedienen konnte. "Und dann wurde da lange nichts mehr dran gemacht."

Die Grunderwerbsteuer variiert in Spanien je nach Region, wie die Bundessteuerberaterkammer erklärt. Mehrheitlich liege sie bei sieben Prozent. Eine nationale Besonderheit sei die Wertzuwachssteuer beim Erwerb einer Bestandsimmobilie. Auch ihre Höhe hängt von der Gemeinde ab. Die laufende Grundsteuer sei im Allgemeinen moderat - auch sie wird regional festgesetzt.

Registereintrag von einem unabhängigen Berater prüfen lassen

Schöllhorn weist darauf hin, dass wie in vielen südeuropäischen Ländern ein Kaufvertrag über eine Immobilie bereits ohne notarielle Beurkundung bindend sei - auch eine Unterschrift auf einem Schmierzettel kann zum Kauf verpflichten. Aus diesem Grund rät er auch dazu, unbedingt selbst vor Unterzeichnung eines Vertrags den Registereintrag (Registro de la propriedad) von einem unabhängigen Berater prüfen zu lassen. Der Verkäufer sollte einen aktuellen Registerauszug (nota simple) aushändigen können.

Außerdem sollten Käufer auf einen möglichst schnellen Notartermin drängen. Sonst bestehe die Gefahr, dass die Immobilie ein zweites Mal verkauft wird. Anders als in Deutschland ist es bisweilen üblich - wenn auch offiziell nicht gern gesehen -, dass im notariellen Vertrag ein niedrigerer Kaufpreis angegeben wird, als tatsächlich vereinbart wurde. Denn ein niedrigerer Kaufpreis bedeutet weniger Steuern. Diese sogenannte Unterverbriefung sei früher noch häufiger vorgekommen und Käufer müssten sich ihr eigenes Bild von der Praxis machen. (dpa)

 
 

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