Wache Nachbarn sind ein guter Schutz vor Einbrechern

In der dunklen Herbstjahreszeit schlagen Einbrecher besonders oft zu.
In der dunklen Herbstjahreszeit schlagen Einbrecher besonders oft zu.
Foto: dapd
Mit dem frühen Einbruch der Dunkelheit steigt im Herbst die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche. Doch man kann sich schützen: Als erste Maßnahme gilt es, Türen und Fenster ausreichend zu sichern. Wir geben weitere Tipps.

Düsseldorf.. Die Ernten sind eingebracht, das Laub färbt sich golden und im Kamin knistern die ersten Feuer. Der Herbst hat sehr schöne Seiten. Mit dem früheren Einbruch der Dunkelheit steigt allerdings auch die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche. November und Dezember sind in jedem Jahr die Hauptsaison für Einbrecher, warnt die Kriminalpolizei. Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum zur Einbruchsprävention zeigt, dass die ersten Minuten bei einem Einbruch entscheidend sind. Schafft es der Einbrecher nämlich nicht innerhalb von wenigen Minuten, in die Wohnung oder das Haus einzudringen, bricht er den Versuch ab und sucht sich ein einfacheres Ziel. Sicherheit beginnt also damit, Terrassentüren, Fenster und Wohnungstüren gut zu sichern oder zu kontrollieren, ob sie beim Verlassen gut verschlossen sind. Denn dies sind laut Kripo die drei beliebtesten Einstiegswege.

Nachbarn um Hilfe bitten

Oft lohnt es sich, die Nachbarn zu Hilfe zu nehmen. Vielleicht gibt es nebenan eine ältere Dame, die den ganzen Tag daheim ist und das Haus in unregelmäßigen Abständen im Auge haben kann. Das genügt oftmals schon, um die Polizei bei einem Einbruch rechtzeitig zu rufen. Aber bitte auf keinen Fall dem Haus oder der Wohnung nähern. Der oder die Täter könnten gewaltbereit sein, warnt der ARAG Experte. Eine beliebte Funktion bei sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook verrät den Freunden und Bekannten den aktuellen Aufenthaltsort. Das macht spontane Verabredungen zwar sehr einfach; es kann von weniger freundlichen Zeitgenossen aber auch als Aufforderung zu Straftaten verstanden werden.

Darum ist das Vermeiden von genauen Angaben über den momentanen Aufenthaltsort und die Zeit, in der niemand nicht zuhause ist, ganz wichtig. Das gilt auch und gerade für längere Abwesenheiten, beispielsweise den Urlaub. Mittlerweile gibt es viele Internetseiten, auf denen professionelle und semi-professionelle Haussitter engagiert werden können. Das macht für Blumenliebhaber mit vielen wertvollen Pflanzen oder Haustierbesitzer vielleicht Sinn. Viele Urlauber scheuen jedoch die zusätzlichen Ausgaben. Meist helfen aber auch kostenlose Maßnahmen, die helfen zu verbergen, dass ein Haus oder eine Wohnung gerade nicht bewohnt wird. Zeitschaltuhren an ein paar Lampen angebracht, beleuchten beispielsweise in den Abendstunden gut sichtbar die Wohnräume.

Im Urlaub Briefkästen leeren lassen

Außerdem können die Urlauber einen Nachbarn bitten, regelmäßig den Briefkasten zu leeren, damit die angesammelte Post nicht verrät, dass der Besitzer schon längere Zeit abwesend ist. Kommen die Einbrecher trotzdem ungehindert in die Wohnung oder das Haus, ist das Einzige, was dann noch hilft, die Hausratversicherung. Sie bietet in der Regel Versicherungsschutz gegen Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus; darüber hinaus sind Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel versichert. Gute Hausratversicherungen warten mit einem ganzen Bündel an zusätzlichen Angeboten auf, bis hin zur psychologischen Soforthilfe nach einem Einbruch oder Raub. Aus gutem Grund: Denn die psychische Belastung nach einem Einbruch ist meist genauso schwerwiegend wie der materielle Schaden. Studien belegen, dass sich rund 88 Prozent der Einbruchsopfer vor einem weiteren Einbruch fürchten - 30 Prozent leiden sogar unter Angstzuständen. Schutz und Wachsamkeit sind also wichtig; ganz besonders in der dunklen Jahreshälfte. (wid)

 
 

EURE FAVORITEN